EINE WAHRE GESCHICHTE oder WENN MAN EIN PFERD GEWINNT
DER TAG, DER MEIN LEBEN VÖLLIG VERÄNDERTE: 29.08.1999: es war ein Sonntag und
Sommerfest an einem Reiterhof. Ich bin mit meinen beiden Töchtern hingegangen
und ahnte nicht, wie der Tag enden sollte. denn da stand sie. Eine 3-jährige Friesenmixstute, der
Hauptgewinn der Tombola. Ich sah sie und wusste, das ist
meine. OH, GOTT ! !
WIE ALLES ANFING: auch wenn es vielleicht langweilt: es ist wichtig zu wissen,
wie ich in die Reiterei hineinrutschte, ansonsten kann man diese Geschichte
nicht nachempfinden.
Meine ältere Tochter wollte schon immer reiten. Ich, schon damals völlig
planlos, war dagegen. Meiner Meinung nach waren Pferde gefährliche, große,
schwere Tiere (denke ich auch heute noch manchmal). Reiten total gefährlich
(weiß ich mittlerweile, dass das tatsächlich so ist) usw. usw. endlich hatte sie mich
soweit und durfte mit ca. 9 Jahren reiten gehen. Wie das Schicksal es so
wollte, bequatschte mich eine andere Mutter, mit ihr doch morgens eine
Muttireitstunde aufzumachen. Welch eine Qual... mit ausgefahrenen Armen
versuchte ich nun zappelige, unerzogene Schulponys zu putzen. Diese bemerkten
wohl meine heillose Angst und machten sich einen Spaß daraus, mich noch mehr
zu ängstigen... endlich AUF dem pferd. Auch nicht besser. Pferde stehen rum,
treten, keilen und buckeln. also, was blieb mir anderes übrig, als mit
meinem störrischen Pony in der Mitte der Reitbahn zu stehen, dem Gespött der
anderen ausgesetzt, völlig verzweifelt und nur froh am leben zu sein. Na ja,
es
wurde laaaaangsam etwas besser und wir bewegten und ab und zu auch schon mal
unkontrolliert durch die Reithalle. Zu meiner Entschuldigung möchte ich an
meine wirklich schreckliche Angst vor Pferden erinnern, daran das ich NIIIIE
vorher geritten bin und immerhin schon das biblische Alter von über 30 hatte.
ENDLICH ZURÜCK ZUM THEMA: ihr könnt euch jetzt bestimmt ein gutes Bild von
uns machen und findet sicher auch, dass wir die besten Voraussetzungen
mitbrachten, Besitzer eines rohen Babypferdes zu werden, nicht wahr?
ALSO, BESAGTER SONNTAG: ich sah dieses Pferdchen und da war es, dieses Gefühl.
Ich
kann es wirklich nicht in Worte fassen. Irgendetwas in mir ahnte es. Ich berührte
sie ohne Angst (die kam dann erst später wieder), dachte sofort, die muss ich
erst mal gründlich putzen. Passte eifersüchtig auf, dass andere sie nicht
anfassten. machte mich eigentlich ziemlich lächerlich dort. Was soll ich noch
viel erzählen. Wir kauften 4 Lose. Stück für 4 DM. Und dann nochmal 2 und
nochmal und... schließlich waren wir stolze Besitzer von 10 Losen. Die Losverkäufer
kannten uns mittlerweile sehr gut und amüsierten sich köstlich über uns.
Die
Lose wurden in eine Trommel geworfen, nicht ohne Küsse und 3x
draufspucken....zwischendurch (so alle 15 min.) durfte ich die Lostrommel mal
drehen, damit meine Schwingungen auch schön da drin waren. ENDLICH: der große
Moment des Loseziehens. Meine Nerven lagen schon völlig blank... es dauerte
ewig, bis die diversen anderen Preise gezogen waren. Jetzt... das kleine Pferdchen sollte verlost werden...
DIE VERLOSUNG DES HAUPTGEWINNS: es wurde so spannend gemacht, das ich dachte ich
sterbe. Was einem da in Sekundenbruchteilen noch durch den Kopf geht... was ist,
wenn ich sie wirklich gewinne? Wie soll ich das meinem Mann erklären? Wir können
uns kein Pferd leisten. Wir wollen kein Pferd. Aber ich will sie! Lieber Gott...
das
Los wurde gezogen... die Postleitzahl vorgelesen... meine Finger verkrampften sich
um den Arm meiner Freundin bis es ihr weh tat... es war unsere Postleitzahl. Ich
wusste es, oder doch nicht ... ich sterbe (und der Arm meiner Freundin auch).
Danach
(welch eine Qual) wurde die Vorwahlnummmer und dann endlich die Telefonnummer
verlesen. Aber natürlich gaaaanz langsam, mit unendlichen Pausen. Ich wusste
es. Ich zermatschte den Arm meiner Freundin und stammelte die ganze zeit, wie ein
*****: das ist unsere Nummer. Dann war es raus. Es war unsere Nummer. Meine Freundin
sagte nachher, das ich so kreideweiß wurde, dass sie wirklich dachte, ich falle in
Ohnmacht. Ich war total geschockt, zwischen Wünschen und Wahrheit liegen Welten.
Nachdem wir beglückwünscht worden waren, kamen die Losverkäufer gucken, wer denn nun das
Pferd gewonnen
hat. Sie waren völlig hin und her
gerissen und sagten die ganze zeit: das ihr das gewonnen habt, das gibts doch gar
nicht. Alle freuten sich, nur ich nicht. Ich dachte die ganze zeit nur: wie soll ich
das meinem Mann erklären, ich will sie behalten. Das hat was zu bedeuten. Das ist
Schicksal. Das soll so sein. Warum auch immer.
Mein Mann hatte 12 Stunden Frühdienst an diesem Tag und lag gerade selig
schlummernd auf der Couch, als er Pferdebesitzer wurde. davon hatte er bestimmt
nicht geträumt.
Oh, was ja auch noch ganz toll war, es gab nen Sattel (der natürlich NICHT
passte), ne Trense (hab ich immer noch) ,1 x Hufschmied und 1 Jahr Versicherung
(die viel zu teuer war und wir gar nicht genommen haben) zum Pferd
dazu.
Was ein größeres Problem für mich war, die Menschen in meiner Umgebung aber ständig
erheiterte (ha, wie lustig), ich habe von diesem Tag an 2 Wochen lang
gestottert. Mein Gehirn war so voll mit: wie mach ich das, wie geht's weiter,
dass
mein Sprachzentrum leicht blockiert war. (Hat sich Gott sei dank gelegt. Ich laber
wieder alle Leute zu und voll. Genau wie früher.)
WIE SAG ICHS MEINEM MANN: tja, es nutzte nichts. Wir mussten nach hause. Aber:
da war
mein Mann...
Meine Kinder hatten spaß wie achtzig. Ich überhaupt keinen mehr. Ja nun. Nutzt
alles nix. Ab nach hause. Die Große den Sattel auf der Schulter, die Kleine die
Trense. Ich trug die Frage: wie sag ichs ihm am besten?
Als wir zu hause waren, kroch er gerade aus dem Träumeland und war noch gar
nicht richtig da. Das störte die Kinder herzlich wenig, und sie überfielen ihn
direkt mit den UNBEDEUTENDEN Neuigkeiten.
Papa, guck wir haben einen Sattel gewonnen! Schön, seine Antwort und er stand
langsam auf.
Papa, wir haben auch eine Trense gewonnen. Wunderbar, seine Begeisterung sollte
schon noch steigerungsfähig sein.
Ja, Papa und das Pferd dazu haben wir auch gewonnen.
Daraufhin setzte er sich wieder hin und sagte nur: neee, ne.
Daraufhin meine völlig abgedrehten Mädels: doch, wirklich.
Tja, das Ergebnis dieses Tages: ein Mann, dems die Sprache verschlagen hatte (er hat
wirklich 1-2 Stunden kein Wort geredet) und eine Frau, die nur noch stottert
(jeder verpackt so was anders) und 2 völlig überdrehte Kinder, die noch
all ihre Freundinnen anrufen mussten, um diese spannende Neuigkeit zu erzählen.
DER NÄCHSTE TAG: nachdem wir alle eine Nacht darüber schlafen konnten, bin ich
am nächsten Morgen mit meinem Mann zum Reiterhof gefahren um ihm unseren
Hauptgewinn zu zeigen. Wir waren das Paar des Tages. Ich immer noch stotternd und
mein Gatte ziemlich schweigend. Nun ja, lange Rede kurzer Sinn. Wir sprachen mit
dem SB und danach war alles ratzfatz organisiert. Da an dem Stall, an dem wir
ritten keine Box frei war, kam Curly für knapp drei Monate an ein bezauberndes
kleines Plätzchen. Es waren nur drei Pferde da. Meine Curly, eine einjährige
Stute und ein netter Wallach.
DIE ERSTEN DREI MONATE: direkt am Wald gelegen, ganz einsam, ganz ruhig. Ich wäre
super gerne dort geblieben, aber eine der Pächterinnen bekam dann ihr neues
Fohlen, leider. Für uns war die Zeit und die Ruhe sehr gut, damit wir uns erst
einmal kennenlernen konnten usw. Das nächste Problem war die Ausbildung. Meine Reiterfahrung habe ich am
Anfang ausführlich beschrieben, meine ältere Tochter
war auch nicht so weit und meine jüngere hat nichts für Hottis über, außer
Allergien. Ja, und dann noch mein Held, der Peter. Er ist als junger Mann ab und zu
zum Reitunterricht gegangen. Ansonsten nur wie eine besengte S.. mit Leihpferden
durch den Wald gerast. Also super geeignet für die Ausbildung einer 3-jährigen
Stute, nicht wahr.
DIE AUSBILDUNG: da jemanden zu finden, der bezahlbar, gut und lieb ist, ist ja mal
gar nicht so einfach. Für mich war es wichtig, dass ich mich mit ihm/ihr auch gut
verstehe. Ich wollte und musste bei der Ausbildung auch soooo viel lernen und
trotz meiner Unkenntnis wollte ich auch immer mitreden. Curly war jetzt immerhin
meine dritte Tochter und ich war für sie verantwortlich. Nun, die eine Stallpächterin
war dann bereit uns zu helfen, was zu ersten Unstimmigkeiten führte. Meine
damalige Reitlehrerin hatte schon jemanden für uns ausgeguckt. Nun, erst mal galt
meine Entscheidung, und die war auch richtig. Wir haben mit Bodenarbeit,
spazieren
gehen im Wald und schließlich longieren angefangen. Dann kam die Eingewöhnung
an Sattel und Trense und immer wieder die oben genannten Tätigkeiten. Meinem
Mann ging das wohl alles nicht schnell genug. Kostete ja auch ein Schweinegeld
und ich musste mir seine schlauen Kommentare auf der Rückfahrt im Auto immer
anhören. So z.B. sein Unverständnis mit der Longiererei. Nachdem er wieder einmal
meinte, dass man doch nicht so viel Geld bezahlen muss um ein Pferd nur im Kreis
rennen zu lassen, hatte ich dann ein Gespräch von Frau zu Frau mit meiner
Bereiterin. Wir beschlossen, dass mein lieber Peter beim nächsten Mal das
Longieren übernehmen durfte.
PETERS LONGIERKURS MIT CURLY: es war ein schöner warmer Tag im September und
Peterlein ging frohen Mutes auf den Reitplatz. Im Schlepptau, ein auch damals
schon sehr eigensinniges, stures, kleines Hottilein. Nun, Curly marschierte gemütlich
ein paar Runden im Schritt und wartete gespannt, was nun kommen würde. Tja, was
soll da wohl kommen. Nächstes Kommando TERAPP und Curly, die Schlaftablette, ging
ab wie eine kleine Rakete, denn sie hatte schon längst die leichte Unsicherheit
meines Helden gespürt. Peter versuchte nun irgendwie die Sache unter Kontrolle
zu kriegen, was Curly nun ihrerseits in keinster weise einsehen wollte. Es war ein
solches Gerangel (wir Weiber saßen im Schatten und machten uns die Höschen
nass vor lauter Lachen), dass Peter nach ein paar Minuten klätsch nass geschwitzt
war. Mittlerweile konnte man zwischen seinem Keuchen ab und zu mal verstehen,
was
er krächzte: "kann mir mal jemand das Tier abnehmen?!?" Ich muss
gestehen, dass wir ziemlich gemein waren und warteten bis Curly versuchte Peter
über den Platz zu schleifen. Nur weil er die Longe los ließ, entging er diesem
Schicksal. Ich, hoffe ihr denkt jetzt nicht schlecht von mir. ABER es war ganz
wichtig, dass mein, danach sehr kleinlauter Held, verstand, warum wir eine teure
Bereiterin hatten. Wir konnten es einfach nicht. Nachdem dann Isabelle unser
wildes Ross noch schön und ordentlich (zur größten Verwunderung meines
Göttergatten, der
wohl insgeheim noch gehofft hatte, das Tier habe heute seinen schlechten Tag)
longiert hatte, konnten alle (außer unser aller Held) den Feierabend genießen.
Warum
nicht er? Nun, überlegt doch mal wie seine Hände aussahen. Ich musste seine
Wunden versorgen und pflegen, ich arme. Aber ein Gutes hatte diese Aktion: er hat
NIE wieder gesagt, dass wir es ohne Hilfe schaffen. NEIN; NEIN.
DER ERSTE MENSCH AUF CURLYS RÜCKEN (zumindest für ein paar Minuten):
Nachdem wir Curlylein schön an Trense und Sattel gewöhnt hatten, versuchte
Isabelle die, ich häng mich an den Sattel-Methode. War ja auch alles ganz ok.
Sie
konnte sich dann schon über den Sattel legen usw. PRIMA. Nun meinte Isabelle,
es wäre
soweit und wollte dann mal gaaaanz langsam und vorsichtig mein Ross besteigen.
Ich hatte die besonders wichtige Aufgabe, das Pferd an der Longe zu
halten und möglichst im Kreis zu führen. Ha, wir hatten die Rechnung ohne das
Pferd gemacht. Vielleicht hätte irgendjemand dem Pferd auch mal erklären
sollen, was es zu tun hat.
Wäre bestimmt sinnvoll gewesen. Nun, Isabelle stieg gaaaanz langsam und vorsichtig
auf, legte noch vorsichtiger und laaangsamer ihr Beinchen übers Tier und lag nun
mehr oder weniger entspannt auf dem Pferdehals. GUT: sie warnte mich noch
einmal, sagte wieder MIR, was ich machen sollte (nämlich unbedingt die Longe
festhalten) und setzte sich auf. Innerhalb von einer Sekunde hatte ich nichts
mehr in der hand und sah nur noch mit blankem Entsetzen, wie mein Pferd buckelnd
und bockend, wie in einem Cowboyfilm, über den Platz schoss. Ich weiß nicht,
ob
sich irgendjemand mein Gesicht vorstellen kann. Ziemlich dämlich, würde ich mal
sagen. Mund bis zum Sandboden aufgeklappt und riesengroße Augen. Es waren nur Sekunden, in denen
Isabelle ins rutschen kam und dann fürchterlich vom Pferd
knallte. ES WAR SCHRECKLICH...
ende dieses Kapitels war, das Isabelle sich was am Rücken ausgerenkt hatte und längere
Zeit nicht reiten konnte.
Nun wir mussten den Stall jetzt sowieso verlassen, weil das andere neue Pferd
kam.
ABER: was ich in der zeit gelernt habe, in der ich Pferdebesitzer bin, ist, dass ich
mich nicht mehr aufrege. IHR KÖNNT HIER VON MIR LERNEN: alles regelt sich von
allein. Man muss nur abwarten und staunen. Es war bisher sogar IMMER so, dass es
sich zu meinem Vorteil entwickelt hat, ihr werdets noch sehen.
DER NEUE STALL: endlich war das Curly-Pferd da, wo wir eigentlich Reitunterricht
hatten. Nun, da ich nicht wusste, dass wir ein pferd gewinnen, hatte ich eine Woche
Mutter-Kind-Ferien mit meiner Freundin gebucht. Meine Lust war jetzt nicht so
groß, aber
was sollte ich machen. Das Problem war, dass ich noch keine neue Bereiterin hatte
und mein großer Held sich jetzt eine Woche allein ums Pferd kümmern DURFTE(?).
Nun, Curly
war mittlerweile so gnädig, sich auch von ihm longieren zu lassen, das erzählte
er mir zumindest jeden Abend, wenn ich anrief, um zu erfahren, wies dem Tier
geht. (Ich glaube, ich hab damals ganz vergessen zu fragen ,wies ihm geht.
) Nun, auch diese Zeit ging vorüber und ich war wieder zu hause. (Der Weiberurlaub, zwei
Mütter und 4 Töchter war trotzdem schön, falls es jemanden
interessiert.)
Was für eine Verschlechterung: Curly stand in einem engen dunklen Verlies, ganz
alleine.
Gemisstet wurde alle paar Monate. Ich war der Experte im Stroh klauen (bis ich
erwischt wurde), besorgte mir selber Heu und Stroh und musste mir mit einer
Freundin eine kl. Wiese mieten. Jeden Morgen fuhr ich zum Stall um drei Pferde
rauszustellen. die Wiese lag am Ende der Strasse. Ich marschierte also jeden
Morgen drei mal hin und her. Wie viele Km? Oh Gott, wenn ich daran zurück denke.
Naja, ich war dumm und musste noch ganz viel lernen.
DIE NEUE BEREITERIN: ja, wo fange ich an?
Zuerst möchte ich noch erzählen wie Curly und ich an diesem Stall aufgenommen wurden. es war total süß.
Die anderen Reiter, Pferdebesitzer, Reitschüler und ihre Muttis kannten mich ja schon alle
ca. 1 Jahr und freuten sich wirklich riesig mit mir. Alle hatten natürlich
Bedenken wegen meiner unwahrscheinlichen, umfassenden Erfahrung in Sachen Pferd und
reiten. Ein paar der wirklich wissenden Herren (das ist jetzt
nicht ironisch gemeint) hatten es sich zur Aufgabe gemacht, mir möglichst viel
Wissen in möglichst kurzer Zeit mitzugeben.
Jeden Abend dröhnte mir der Schädel vor lauter INPUT und ich lag dann immer
abends im Bett und versuchte alles zu ordnen.
Teilweise versuchten sie sich gegenseitig zu übertreffen, was mich allerdings
nur noch mehr verwirrte. Aber sie haben es ja wirklich gut gemeint und ich bin
ihnen auch immer noch dankbar. Nun denn, ich hatte eine neue Bereiterin. Sie war an
dem Stall bekannt, es hieß sie sei gut und so kamen wir zusammen. Sie hat damals
z.B. einen Hengst geritten und für irgendetwas vorbereitet .
Also war ich natürlich voller Bewunderung und Hochachtung. tja, sie hat dann
ganz langsam angefangen und als sie dann das erste Mal aufstieg, ich hab gedacht
ich müsste sterben vor Angst, ging eigentlich alles gut. DA VERSTEH EINER DIESE
TIERE. Nun ja, die beiden eierten dann so mehr schlecht als recht durch die Halle
und ich dachte immer, mit meinem Pferd stimmt was nicht. Wie besoffen. Nun auch da
wurde ich Dummi aufgeklärt, dass das ganz normal ist (wenn ihr meint). Nach und
nach wurde es dann tatsächlich besser und meine Ängste, irgend jemand gibt dem
Pferd Alkohol, zerstreuten sich in alle Winde. Eines Tages jedoch meinte sie dann
zu mir, dass sie mit dem Tier nicht mehr weiter kommt, sie hielt mein super Pferd
sowieso für etwas dumm (
), und das nun mal ein starker Mann da drauf müsste, um den störrischen Vieh zu
zeigen wo es langgeht. Mir war ganz schlecht. Ihr müsst euch vorstellen, dass ich
immer alles, was Curly anging und angeht aus dem Bauch entschied. Ich bin davon
überzeugt, dass
das so richtig war und ist und wer mein Pferd heute sieht, kann das bestätigen.
Sie
ist MEISTENS ein ganz, ganz tolles Tier. Die Sache mit dem Mann machte mir jetzt
richtig Bauchschmerzen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte und alle sagten
mir, dass das so sein müsste. Ich hatte gar keine andere Wahl, denn mein Popo
hatte ja noch nie auf Curly gesessen und was hätte ich schon tun können????
Also
kam jetzt der Oberbereiter und (ich SCHÄM mich ja so) machte mein kleines Curlybaby so richtig fertig .
Er hat sie, glaube ich, nur 4x geritten, aber danach war das Pferd KLÄTSCHE NASS,
sein
Herz hat getrommelt und ich musste mich dann drauf setzen (sie war so tot, dass
ich auch gar keine Angst hatte) und sie stundenlang trockenreiten. Ich war
wirklich runter mit den Nerven, hätte nur heulen können, habe mich so geschämt
und das Tier immer wieder um Verzeihung gebeten. Es tut mir so leid und ich kann
mich dafür nur mit meiner Dummheit und völligen Überforderung entschuldigen .
Nachdem dieser Mensch dann das Gefühl hatte, mein Pferd wäre jetzt ganz brav
oder was auch immer, ist die Bereiterin wieder drauf gegangen und ich dachte
jetzt wird alles wieder gut. Mittlerweile durfte ich mich nach dem Beritt auf
mein Pferdchen setzen und so tun als würde ich reiten (das erste, was an den
Sattel kam, war ein Mariahilfszügel für arme Reitsünder). Das war dann ja auch
ganz nett bis das nächste Chaos kam. Curly fing an bei der Bereiterin immer
vorne rechts zu lahmen. Der Tierarzt kam und ich musste eine Physiotherapeutin
kommen lassen, die das Pferd dann "einrenkte". Mein armes kleines Pferdchen musste eine
Woche in der dunklen Einzelhaftbox stehen und ich musste
sie führen. Nun, dann führt mal ein Babypferd, welches nicht weiß, wohin mit seiner
Kraft. Falls ihr euch erinnert, ich hatte Angst vor Pferden.... es war alles nur
schrecklich... die netten klugen Männer klärten mich dann auf, wie man so ein
wildes Pferd führen muss. Ich war bewaffnet als wollte ich in den Krieg ziehen,
mein Gott... alles war einfach nur schrecklich und meine Nerven lagen völlig
blank. Eines Morgens machte ich einen Deal mit Curly. Ich erlaubte ihr mal ein
paar Sekunden ohne Strick in der Halle zu laufen. Wieder dem Herzinfarkt nahe
(denkt an mein Alter), sah ich sie buckeln und toben... schnell hab ich sie
gerufen und sie KAM. Ab an den Strick und BETEN... alles ist gut gegangen .
Der Alltag fing wieder an und bei der Bereiterin lahmte das Pferd. Wenn meine Tochter (die mittlerweile auch aufs
Pferd durfte) oder ich ritten, lahmte es
nicht. Mittlerweile hatte ich mir überlegt, das mir das alles überhaupt nicht
gefällt und ich lieber ein doofes, aber glückliches und gesundes Pferd haben
wollte. Also sagte ich der Bereiterin, dass wir jetzt erst einmal Pause machen mit
dem Beritt und ich mein Pferd mit meiner Tochter alleine reite. Als ich das dem
Tierarzt bei der letzten Kontrolle sagte, meinte er: dann wird Curly auch nicht
mehr lahmen. Fand ich alles sehr komisch und später erzählte mir dann noch
jemand von den Schlaubergern etwas von zügellahm. Dazu möchte ich mich nicht
weiter äußern. Ich war mal wieder völlig durch den Wind und ziemlich
verwirrt. ABER: tatsächlich lahmte das Pferd nicht mehr. Mittlerweile nahm auch
mein Held, der Peter, Reitstunden auf Schulpferden, denn er meinte natürlich,
wenn
wir schon ein Pferd haben, dann wolle er es auch reiten. Na, klasse.
Wir RITTEN (?????) dann irgendwann zu dritt das arme Pferd. Falls jetzt jemand
einen Anfall kriegt, ALLES WIRD GUT, wenn auch erst etwas später. Gut Ding braucht
Zeit.
DER TAG AN DEM ICH MERKTE, DASS ICH EIN CHARAKTERPFERD HABE: meine Tochter wollte
dann mal Einzelstunden bei dem Oberbereitermenschen nehmen. Nun ja, kann ja nichts
passieren. Nach ein paar Stunden klappte dann mal etwas nicht und dieser Reitlehrer ging barschen
Schrittes auf meine Tochter samt Pferd zu und sagte:
steig mal ab. Jetzt wollen wir doch mal sehen... Nun, was dann kam, hat er
wohl noch nicht gesehen......
das 1. Foto ist von Peters Longierkurs
das 2.foto ist Curly am 1.September 1999, am 1. Stall
das 3.foto ist Curly im November`99 am 2. Stall
MEIN PFERD, MIT DEM SUPERTOLLEN CHARAKTER, AUF DAS ICH SEHR STOLZ BIN: von wegen
"Curly ist ein bisschen dumm" ( 2.Bereiterin ) ! In der Reitstunde
ging also dieser besagte Reitlehrer, als Reitlehrer war er eigentlich gut, zu
meiner völlig perplexen Tochter. Diese stieg auch völlig überrempelt durch
seine schroffe Art, sofort vom Pferd. Ich stand an der Bande und dachte, ich seh
nicht richtig. Aber bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, denn es war klar,
dass
er nie wieder auf das Pferd sollte, versuchte er schon seinen Fuß in den Steigbügel
zu stellen. Doch siehe da, Curly wusste ganz genau, wer das war und was nun kommen
würde... Mittlerweile hatte sich ihre Persönlichkeit dank meiner liebevollen
Handhabung sehr ausgeprägt.
Sie fing sofort an zu STEIGEN, damit er nicht hochkam. Aber was son ganzer Kerl
ist, er schaffte es trotzdem. Nun Curly entwickelte eine Energie, die ich noch nie
an ihr bemerkt hatte (sonst ist sie eher das Modell Quarktasche, falls jemand
weiß, was
ich damit meine). So kämpften die beiden jetzt eine lange und eine halbe kurze Seite miteinander und....
Curly hat gewonnen .
Er hielt sie nämlich irgendwie an, sprang krebsrot im Gesicht vom Hottilein und
schrie über den ganzen Platz: "Euer Buschpferd könnt ihr selber
reiten!" und bedeutete meiner Tochter, sie könne wieder aufsteigen.
Ehrlich, ich hatte nicht eine Sekunde Angst, dass dem Kind jetzt etwas
passieren könne. Und genau so war es auch. Sie konnte ganz in Ruhe und ohne Probleme aufsteigen und danach lief
Curly wie das beste Pferd der Welt.
Nun, wie FINDET ihr mein Mädchen? Ist sie nicht einfach nur guuuut?
Tja, meine Begeisterung für dieses Tier musste mal wieder einen Dämpfer
bekommen, der sich dann ein paar Wochen später auch schon einstellte.
Eigentlich
sollten bei Curlylein nur die Zähne geraspelt werden. Habt ihr mittlerweile
mitbekommen, dass mein Pferd eine ausgeprägte Persönlichkeit hat, jaaa?! Nun,
ICH auch. Wie manche Leute doch immer wieder fragen: "wer erzieht hier eigentlich
wen?"
CURLY ZEIGT MIR, DASS SIE VIEL VON IHREM PAPA (EIN FRIESE) GEERBT HAT:
wie schon erwähnt, sollten nur die Zähne geraspelt werden. War auch nicht das
erste Mal, nein, nein. Also eigentlich (scheint ein Lieblingswort von mir zu sein
) nix besonderes. ABER: aus welchen Gründen auch immer, ist Curly sowieso egal,
konnte ich an diesem Tag mal AUSNAHMSWEISE nicht zum Stall kommen. Kein Problem,
die nette Freundin, die beim Pferdgewinnen auch da war, war am Stall und
wollte das dann in die hand nehmen. PRIMA. klappte auch alles wunderbar, kein Problem, nichts neues, nichts schlimmes. ABER:
Curly hatte dann eine Nacht zeit darüber
nachzudenken, warum in Gottes Namen ich nicht da gewesen bin und sich eine Strafe
dafür für mich auszudenken. Ich wurde EINE WOCHE lang bestraft... find ich ein
bisschen übertrieben...
Vorher noch mal eine kleine Anekdote von meinen wirklich ÜBERRAGENDEN
Reitkünsten. Ich finde es so wichtig, dass ihr wisst wie vollkommen meine
gesamten Kenntnisse über die Reiterei usw. waren, weil ihr sonst eventuell die
ganzen Probleme ...gar nicht verstehen könnt.
An jenem besagten Tag vor einigen Jahren war ich mal wieder in der
Muttireitstunde ANWESEND. Anders kann man das wohl nicht nennen, da ich auf einer
faulen Haffistute irgendwo in der Halle herumstand und den anderen Muttis
interessiert bei ihren Reitversuchen zuschaute (beim zugucken kann man ja
angeblich auch sehr viel lernen). Nach mehreren Aufforderungen der Reitlehrerin zu
mir und von mir dann zum haffi, auf die dann keine Reaktion kam, marschierte die
RL dann zu uns (leicht genervt) und wollte sich meine Gerte schnappen. Aber die
Stute hasste Gerten und buckelte dann immer wie doof durch die Halle. Also ließ
ich die Gerte natürlich NICHT los und so rangelten die RL und ich mit der Gerte
hin und her. "Gib sie mir!" "Nein, du kriegst sie nicht. Du willst
ja nur das Pferdchen hauen. "ICH HAB GEWONNEN. Heroisch habe ich meine Stunde
abgesessen ( IN DER HALLE STEHEND) und fragte mich dabei die ganze
Zeit: "was tue ich eigentlich hier?" Nun wisst ihr, welches Dressurtalent
in mir versteckt war.
Aber jetzt mal weiter mit Curlylein, der kleinen Kröte:
Ich ging also am nächsten Tag ganz normal zum Stall und ahnte in keinster
Weise, was da auf mich wartet. Was wohl...? Ein total BELEIDIGTES Pferd. Ich hatte
ja mittlerweise schon mal Rasseportraits über FRIESEN (Curlys Papa) und
LEWITZER (Curlys Mama) gelesen, aber man muss es erlebt haben, um sich so was
vorstellen zu können. Ich begrüßte mein Pferd wie immer und Curly verzog sich
in den hinteren Teil ihrer Box.
Jetzt müsst ihr euch die Box so vorstellen: wenn man die Tore aufmachte, kam ein
langer Schlauch, in dem man 3 Pferde putzen konnte, dann kam mein riesengroßer
Colaschrank und dann endlich die Box. Ganz am Ende, ganz dunkel, ganz einsam.
sie
war fast doppelt so breit wie normale Boxen. Ich nahm das Halfter, ging in die Box
und Curly ging in die nächste Ecke, drehte mir ihren kleinen Hintern zu, hob den
Kopf zur Decke und presste die Lippen zusammen. Ich dachte mir noch nichts Böses,
marschierte hinterher und sie wanderte zur nächsten Ecke... nun war ich doch
etwas irritiert und versuchte es erneut. Diese Spiel ging tatsächlich ein paar Minuten lang, bis ich endlich schimpfend das
Halfter über ihren störrischen
Kopf gelegt hatte. Was kommt dann üblicherweise? HUFE KRATZEN, oder etwa
nicht?! Ich arme, ahnungslos, weil ja doof, allerdings immer noch leicht irritiert
von ihrem Verhalten, nahm den ersten Huf auf und dann....sie hat mir so fest in
die Seite gebissen, das ich laut aufgeschrien habe. Ich hab sie dann verhauen und
ich kann euch sagen, das war das ERSTE und LETZTE Mal, dass sie mich gebissen
hat. Den blauen Fleck hatte ich fast 3 !!! Wochen und das beleidigte Eckenspiel
hat sie eine Woche lang mit mir gemacht. WAS steht im Rasseportrait: wenn man
einen Friesen verärgert hat, dauert es lange, bis man sein Wohlwollen wieder
erlangt hat. Kann ich nur bestätigen und wer von euch mit Friesen zu tun hat,
kann das bestimmt bestätigen. Was habe ich aus dieser Sache gelernt? NIE
wieder war jemand anderes dabei, wenn der doc usw. zum Pferd mussten. NOOOOO!!!!
Wir haben jetzt seit 3,5 Jahren den gleichen Hufschmied. Die kleine GNÄDIGE geht
mittlerweile auch ohne mich zu ihm.
Man sieht auch daran arbeiten wir.
Kleine andere Geschichte vom Curly-Pferd:
Es war mittlerweile Sommer geworden und HEIß. Meine Tochter hatte sie geritten
und Curly dachte wohl, dass sie ein Kamel sei. Nach der Reitstunde waren dann
Hotti und Reiter etwas geschwitzt und Curly ließ sich langsam und genüsslich
in den Sand fallen. Mit Sattel und Tochter. Ich war zum quatschen unterwegs und hörte
auf einmal meine Tochter laut Mama rufen. Sofort rannte ich los, weil ich
dachte, Wunders was passiert sei. Da stand nun meine Tochter neben dem Pferd,
welches dort auf dem Bauch im Sand lag und sich über die ganze Aufregung
doch sehr wunderte. Ich kann den Gesichtsausdruck des Tieres ehrlich nicht
beschreiben und das Pferde überhaupt MIMIK besitzen, war mir auch in keinster
weise bekannt. Doch auch in dieser Hinsicht hat mich das Tier eines besseren
belehrt. Als ich da jetzt angerannt kam, musste ich schon fast über die ganze Situation lachen, ABER der
Sattel lag ja noch auf dem Pferd und das wäre beim wälzen
nicht mehr so wirklich komisch gewesen. Also schrie ich dann natürlich: Curly
steh auf und nachdem sie noch mal den Kopf schüttelte wegen all dieser Aufregung, stand sie auf. PUH...!
Was für ein Pferd. Dauernd neue Ideen im Kopf.
Einmal habe ich sie in der Halle longiert:
auch immer wieder spannend. Sie hatte an diesem Tag keine rechte Lust und eh ich
mich versah, stand sie mir gegenüber, wackelte mit dem Hintern und GRINSTE mich
frech an, als wollte sie sagen: na, und was machst du jetzt?
Ihr denkt jetzt, ich spinne. Ich weiß, wie sich das anhört. Aber ich SCHWÖRE:
es
war so und nicht anders. Ich musste soooo lachen... dann besann ich mich aber
meiner wichtigen Aufgabe, ein Pferd auszubilden und hab ihr das Grinsen aus dem
Gesicht getrieben. HAH! ICH, DER GROßE PFERDEAUSBILDER...
die Zeit auf diesem Hof ging für uns auch langsam zu ende, denn die Zustände
waren ja nicht ganz so prickelnd.
Dass der Stall nicht so ganz prickelnd war, hat wohl mittlerweile jeder
mitbekommen, oder? Nie wurde gemistet (unvorstellbar, wie doof ich war), zu wenig
Heu und Stroh..., Weidegang zwar so gut wie jeden Tag, aber wie ihr ja wisst,
mussten wir die Wiese extra bezahlen und ich fuhr jeden Morgen hin und
zerrte drei Pferde ewig weit zur Wiese. Was denn noch? Ach ja, der liebe Reitunterricht.
Mein Mann ritt auf Schulhottis gemütlich durch die Gegend (das waren die
gleichen, auf denen meine Tochter und ich schon rumgehoppelt hatten), Alex (my
daughter) ritt mit Curly beim Oberreitlehrer und ich immer noch bei derselben RL,
die mit mir immer um die Gerte zankte. COOL .
Meine Bereiterin hatte ich ja auf unbestimmte zeit beurlaubt, sodass die
Ausbildung in meinen EXQUISITEN Händen lag. Nun, wie sehr wir uns verbesserten,
kann sich ja wohl jeder vorstellen. NÄMLICH GAR NICHT .
Dementsprechend hatte ich angefangen, mir mit meiner Tochter mal andere Ställe
anzugucken.
Dann entschieden wir uns für einen Stall, der sehr viel näher war, täglichen Weidegang VERSPRACH (erst später merkten wir, dass es ihn nur bei schönem
Wetter... gab), einen Bereiter fürs Hotti, Unterricht für mich und meine Tochter
auf Curly und für meinen Helden auf Schulpferden hatte. (Was für ein Satz ! !
!)
Nun, lange Rede, kurzer Sinn: wir entschieden uns zu diesem tollen FN-STALL zu
gehen.
Wir sind an einem Freitag dort eingezogen und an diesem Wochenende gab es direkt
ein Übungsturnier.
My daughter nervte mich 2 Tage lang, dass sie beim einfachen Reiterwettbewerb
mitmachen wolle. Ich mal wieder ganz ängstliche Mutti (kann ich besonders gut),
"nein, um Gottes willen, das Pferd ist gerade mal 2 Tage hier usw., usw..."
Aber wie Kinder so sind, sie haben mehr Ausdauer und am Samstagnachmittag hatte
ich die beiden dann für Sonntag angemeldet. Was hatte ich davon ?
Das ÜBLICHE: Magenschmerzen, Durchfall, sprich "Lampenfieber".
Meine liebe Alex pflegt bei so was zu sagen: "bohr, Mama geh weg, du machst mir
das Pferd nervös."
Schön, wenn wenigstens 2 COOL drauf sind, denn auch unser Curly-Mädchen war
einfach nur locker. Sie war das erste Mal in ihrem Leben auf einem Turnier,
jetzt
gerade mal 4 Jahre und drei Monate alt.
Der große Moment war gekommen. Alex und Curly waren auf dem Abreiteplatz und
alles ging easy. Curly hatte so viel neues zu bestaunen, dass sie gar keine zeit
hatte dummes Zeug zu machen. Da versteh doch einer son blödes Pferd. Mit mir fällt
ihr immer Blödsinn ein.
Als die Abteilung gebildet wurde, ist meine Tochter fast vom Pferd gefallen...
Nicht was ihr wieder denkt....
Nein, sie sah, dass nur 4 Reiter in der Abteilung waren, sie und drei ältere
Frauen, und wusste, jetzt kann nichts mehr schief gehen, der 4. Platz ist ihr auf
jeden fall sicher.
Wie es dazu kam? Ganz einfach... bei der Anmeldung war ich schon so fix und fertig
mit den Nerven, dass ich vergessen hatte Alex's Alter anzugeben. Also wurde sie
einfach in die letzte Gruppe gesteckt. GLÜCK muss man haben...
Jetzt mal ernsthaft: die beiden haben das richtig gut gemacht und sie haben dann
die Wertnote 6,2 bekommen und alle waren super super stolz auf Ross und Reiter,
jawohl.
Meine große Tochter hatte tatsächlich den 4. Platz gemacht und wir waren sehr
stolz auf beide.
Ich bin sauer auf mich selber, dass ich nicht schon weiter bin mit dem
Schreiben. Curly lappt sich fast täglich neue Sachen und ich darf's nicht
schreiben, weil ich noch nicht so weit bin im Tagebuch. Das knappe Jahr an dem
Stall, an dem wir damals standen, war auch nicht besonders spannend, deshalb habe
ich mir überlegt, es nicht zu ausführlich zu behandeln. Stattdessen kommen wir
dann ganz schnell zu dem Stall, an dem wir jetzt schon über 3,5 Jahre stehen und
da gibt es so viel zu erzählen (z.B. wie mein Held in 10 Min. fast 2x von Curly
geknallt ist oder welche Tricks Curly drauf hat, damit Halle oder Platz ganz
schnell leer werden, damit wir mehr Platz haben zum Doofspielen...).
So, wir haben also Sommer 2000. Wir sind am neuen
Stall und meine Tochter hat
ihr erstes (und letztes) Turnier mit Curly gemacht.
Nach diesem anstrengenden Wochenende fing dann der Beritt für mein edles Ross
an. Der Stallbesitzer ist Pferdewirt und FN-Bereiter.
Kann ja nur besser werden, dachte ich. Aber, nachdem sich der junge Mann 3-4 x mit
meinem Buschpferd (wie wir uns erinnern) abgequält hatte, meinte er zu
mir: "meine RL wird jetzt dein Pferd bereiten, die kann das auch." Nun
musste ich ja zusätzlich zur Stallmiete noch den Beritt bezahlen und schluckte
erst einmal. Meine Devise: erst mal abwarten, das regelt sich schon.
Es war nun so, dass ich mein Pferd 3x in der Woche geritten habe, 2x die
Bereiterin und 2x meine Tochter.
Die Bereiterin war völlig verliebt in meine Stute und nahm sogar ihre 2-jährige
Tochter vor sich aufs Pferd und trabte und galoppierte mit ihr durch die Halle.
Die Kleine konnte sogar unter Curly durchgehen, ohne ein zucken des Pferdes. Ich fand weder das eine noch das andere gut und hatte immer schreckliche
Angst, dass etwas passiert.
So vergingen Wochen und Monate und es kam die Zeit, da meinte mein Mann er wäre
gut genug auch auf meinem Pferd zu reiten. (Was ich davon hielt, kann ich nicht
schreiben, weil ich glaube, er liest hier auch schon mal). Ich war ja schon damals
der Ansicht, dass Curly mein Pferd ist, aber da stand ich damit wohl ziemlich
alleine da.
Dann wurden am Stall Reiterprüfungen vorbereitet und es kam wie es kommen
musste: meine Tochter wollte mit Curly natürlich teilnehmen.
Wir lernten also Theorie für das kleine bronzene Abzeichen (kleines und großes
Hufeisen hatte sie schon) und sie übte die Dressur mit meinem BUSCHPFERD. Ach
ja, das Springen gehörte ja auch dazu.
Tja, ich hatte dann mal todesmutig eine Springstunde gebucht, nicht ohne dem SB
vorher lang und breit zu erklären, dass es sich um eine ANFÄNGERSPRINGSTUNDE
handelte, da ich noch nicht oft gesprungen wäre und mein Hottemax ja schließlich
noch nie. (Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht hatte)
Nun kam ich an jenem besagten Tag mit Pferd auf den Springplatz und dachte mein
Herz bleibt mir stehen. Riesengroße und KILOMETERHOHE Sprünge standen da. Ich
suchte ganz verzweifelt die Babysprünge (sprich so ein paar cm hoch, konnte aber
keine finden).
Beim Nachfragen, wo denn meine Sprünge wären, hörte ich nur: da stehen sie
doch. Völlig entgeistert starrte ich ihn an und dachte wieder einmal, ich wäre
im falschen Film. Ich frage mich wirklich manchmal, ob das an MIR liegt oder ob
ich so schlechtes Deutsch spreche, dass solche Dinge geschehen.
Nun meine Tochter, ganz Großschnauze, sagte mir dann, dass sie mit Curly springen
wolle, denn ich war gerade auf dem Rückzug.
Sie ließ sich auch nicht davon abhalten (wieso hört eigentlich nie jemand auf
mich) und bestieg kurz entschlossen mein Pferd. Nun ja... man kann nicht sagen,
dass Curly uninteressiert an den Sprüngen war. Nein, nein. Sie hat sie sich von ALLEN
Seiten angeguckt. Da Madam also von meiner Tochter nicht überzeugt wurde, die Sprünge
ANSTÄNDIG zu nehmen, kam es, wie ihr euch wohl schon denken könnt.
Mal wieder sprach ein RL: lass mich mal auf den Gaul.
Sie hat ihn nicht so behandelt wie besagten Oberreitlehrer, da er sie auch nie
schlecht behandelt hatte. Aber sie hat es ihm wirklich nicht leicht gemacht. Er
hat es schließlich geschafft, dass sie all diese superhohen Sprünge genommen
hat, aber Ross und Reiter waren danach RICHTIG NASS geschwitzt.
Nun halte ich von solchen Zwangserziehungskünsten (das Tier war vorher noch NIE
gesprungen und da fängt man doch klein an, oder nicht???) ja mal gar nichts.
Aber
ich bin ja auch doof, ich weiß.
Ende von dieser Geschichte: meine Tochter musste die Springprüfung mit einem
Schulpferd machen, da ich so was nicht noch einmal haben wollte.
Bei der Prüfung hat sie für Theorie die Note 7,0 ; fürs Springen 6,5 und für
die Dressur auf Curly 7,0 bekommen, GUT, ne. (bin stolz...)
Langsam näherte sich die Weihnachtszeit und meine Muttireitrunde kam auf die
glorreiche Idee eine Quadrille einzustudieren. Ich sollte natürlich auch
mitmachen (zur Erinnerung: ich leide unter Lampenfieber..)
Nun, das Üben hat totalen Spaß gemacht und wir haben auch unheimlich viel
gelacht. Dann aber ließ es sich natürlich nicht vermeiden, dass wir die Quadrille auch vorführen mussten.
Ich arme S.. musste direkt hinter einem Hengst
reiten (es haben nachher auch ein paar andere mitgemacht), und an einer Stelle
tauschten wir immer für ein paar Runden die Plätze, sodass der Hengst hinter
Curly war. KLASSE. sitzt ihr mal auf ner rossigen Stute, die vor Begeisterung mit
ihrem knackigen Hintern wackelt und habt dabei einen grunzenden Hengst hinter
euch. An reiten konnte ich gar nicht denken und bei der Vorführung habe ich dann
gemogelt und bin hinter dem Hengst geblieben
. Hah, hat keiner gemerkt.
Im Frühjahr 2001 meinte die RL dann, dass Curly zum Springen bereit wäre. Sie
hat das dann mit ihr geübt, aber richtig schön langsam. Nachher konnte Curly
schon ordentlich hohe Sprünge hüpfen (wie hoch, weiß ich ehrlich nicht mehr).
Das einzige Problem war immer wieder, dass Madam nicht immer die richtige
Einstellung dazu hatte und es ordentliche Überredungskünste von Seiten der RL
brauchte um sie zu überzeugen. Eins ist aber ganz klar, mit Gewalt lässt Curly
sich zu gar nichts überreden. Sie hat eine sehr hohe Meinung von sich selbst.
UND WEHE, wenn sie eine andere Meinung über irgendetwas hat als du...
So ab und zu bin ich auch mal ganz schnell auf dem Platz geritten. Schnell im
wahrsten sinne des Wortes.
Es gab dort sooo viele schreckliche, gefährliche Dinge, dass Curly und ich oft
innerhalb von Sekunden vom einen ende des Außenplatzes wieder am Eingang waren.
Und der Platz war RIESENGROß...
Ohne meinen Mariahilfszügel hätte ich wohl sehr häufig den Sand besucht. Und
einmal ist es dann doch passiert...
Die Tage vergingen und ich kann nicht unbedingt
sagen, dass Curly und ich uns
so wirklich näher kamen. Teilweise lag es an meiner schrecklichen Angst, die ich
manchmal überhaupt nicht kontrollieren konnte, zusätzlich musste ich mein Schnubbelpferdchen, denn lieb hatte ich sie ja trotz allem, mittlerweile mit
Mann
und Tochter teilen (TOLL)
.
Wenn ich dann mal selber so nen richtig schlechten Tag hatte, nutzte diese kleine
Blutwurst das aber auch sofort aus und machte mich so richtig fertig.
Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, wie dieses blöde Hallentor wegen
Hitze aufgeklappt war.
Falls jetzt schon jemand lachen sollte, kann ich nur sagen: ICH FAND DAS GAR
NICHT LUSTIG.
Draußen wurden immer wieder Pferde vorbei geführt (soll wohl sein an `nem Reiterhof, oder) und ich war nicht in der
Lage dieses Tier zu lenken oder zu
steuern. Ich weiß wirklich nicht, was an diesem Tag in sie gefahren war, das hat
sie Gott sei dank soo niemals wieder gemacht.
Egal wo ich hin reiten wollte, sie wand sich wie ein Aal, wendete zum Tor ab und
gab Gas. Ich habe ernsthaft geglaubt, sie wolle mit mir übers Tor springen.
Ich hatte echt totale Angst, weil ich auch merkte, dass ich überhaupt nichts mehr
unter Kontrolle hatte. Ich war kaum in der Lage diese M...vieh anzuhalten und bin
dann ziemlich unkontrolliert und panisch vom Pferd gesprungen.
Dann stand ich da wie ein Häufchen Elend und dachte nur: und jetzt?
Schließlich sah ich oben im Stübchen eine Reiterin sitzen, mit der ich mich
mittlerweile angefreundet hatte und winkte ihr wild zu.
Sie kamen dann zu dritt runter und waren ganz überrascht von meiner Panik.
Die Freundin hatte keine Reitsachen an, aber eine andere sagte dann, dass sie das
Tier für mich weiter reiten wolle. Mir war alles egal, ich war völlig gefangen in
meiner Panik. Was da mit mir los war, weiß ich selber nicht. So schlimm war's dann
Gott sei dank auch niiie wieder.
Was trotz allem dann für mich doch noch lustig war, war nämlich, dass diese Reitersfrau
Wunders dachte, was sie reiten kann. Nun, sie kannte Curly nicht...
Curlylein Sauerbraten (damals hab ich sie oft so oder ähnlich genannt oder ihr
mit dem Metzger gedroht, was sie natürlich immer schwer beeindruckt hat )
hat mit ihr das gleiche Spiel versucht und die ersten paar Minuten war diese
Frau dann ziemlich geschockt. Sah ja immer so einfach aus, HA HA..
Na ja sie hatte trotzdem natürlich mehr Erfahrung und wollte sich ja auch auf
gar keinen Fall blamieren und ich hätte Curly ja so auch nicht wegstellen
können, denn
dann wäre ich wohl nie wieder aufgestiegen.
Also setzte sie sich irgendwie durch und ich bin ihr auch ehrlich dankbar
dafür. Sie
machte dann zum Abschluss noch ein paar Steh- und Rupf-ihr-im-Maul-Übungen mit
dem Tier (und so was konnte Curly ja schon mal gar nicht ab) und stieg dann doch
leicht genervt, aber auch stolz vom Pferd. Mittlerweile hatte ich mich auch wieder gefasst und bin dann auch wieder
aufgestiegen, hab ein paar runden mit ihr gedreht (so wies sein soll) und habe
dann total erleichtert trocken geritten. nass waren eigentlich nur ich und die
andere reitersfrau, aber es war ja wichtig, dass ich mich wieder wohl fühlte auf
meinem hottilein.
runtergefallen bin ich dann etwas später.
mittlerweile mutiger, aber nicht besser geworden, ritt ich so durch die gegend (in
der halle mal wieder) und dachte dann plötzlich: es wird zeit ein paar runden
zu galoppieren. war wohl leicht überraschend fürs pferd, das träumte wohl noch
von besseren tagen, denn irgendwie hatte ich sie wohl überrascht (oder geweckt)
und sie galoppierte so ulkig los, dass ich mein gleichgewicht nicht halten
konnte. ich hampelte also im sattel herum wie ein ***** und suchte verzweifelt
meinen sitzplatz, als ich dann curly aus dem gleichgewicht brachte, sie im vollen
galopp ihre nase in den sand bohrte und ich dann ganz alleine erst mal durch die
luft weitergaloppierte.
hab mich nicht lang da gehalten...
bin dann mit dem gesicht zuerst voll in den sand geknallt, hab mich überschlagen
und bin zu guter letzt noch mit dem kopf gegen die bande gekracht.
da saß ich nun auf meinem allerwertesten, gemütlich (oder auch nicht) mit dem rücken
gegen die bande gelehnt und alles tat mir weh.
mein ganzes gesicht und vor allem mein rechtes auge waren voller sand und da ich
kontaktlinsen trage, kam das nicht so gut.
dann merkte ich auch wie mir tränen übers gesicht liefen. ich denke vor schreck
und vor schmerzen.
mein mäuschen, das ja gar nichts dafür konnte, stand ein paar meter entfernt mit
hängendem kopf und riesengroßen augen und starrte mich fassungslos an. ich bin
davon überzeugt, dass sie gar nicht verstanden hat, wieso sie mich verloren hatte
und schämte sich.
mittlerweile kamen zig leute angerannt um zu helfen, aber ich musste da noch ein
paar minuten sitzen und mich sammeln.
dem hotti war gar nichts passiert und der reitlehrer meinte sie ein paar runden
reiten zu müssen, bevor sie in die box geht. auch egal, ich saß da und war so im
schockzustand, dass ich gar nicht aufstehen konnte. wenn man mich dann nicht
hochgezwungen hätte, würde ich wohl noch heute dort sitzen.
ende der geschichte war, dass ich eine ganz tolle gehirnerschütterung hatte,
meinen helm in den müll schmeißen und mir einen neuen kaufen musste, meine rechte gesichtshälfte blau und grün war und alle leute mich ständig
fragten, ob mein mann mich schlage.
ich bin fast eine woche abgehackt wie eine marionette gelaufen und war
mittlerweile der unfreiwillige clown des stalls. besonders komisch fand ich es
nicht, da ich wirklich schmerzen hatte. ÜBERALL ...
nun auch das ging vorbei und die reitwelt hatte mich wieder.
.
ob curly sich gefreut hat als ich wieder auf ihrem rücken saß? nun, wer weiß
das schon...
habe mein pferdi endlich auch wieder bestiegen und habe versucht wieder
ein bisschen grund ins tier zu kriegen.
das arme ding wurde ja vom helden und seiner tochter alleine geritten, ohne meine
EINFÜHLSAME hand.
mittlerweile entwickelte sich alles nicht mehr so gut.
die pferde z.b. kamen nur bei schönem wetter vor die tür. ratet mal, was das für
mich bedeutete...
RICHTIG !!!!
jeden morgen fuhr ich wieder zum stall um erst 3, dann 4 und nachher 5 pferde
rauszustellen. (hatten wir das nicht schon mal?)
warum so viele ?
nun curly, logisch, dann die beiden stuten meiner neuen freundinnen und, weil ich
ja ein gutmütiger mensch bin, noch 2 andere, deren besitzer lieb gefragt
hatten. mein problem war, dass ich nicht nein sagen konnte, ABER auch daran arbeite
ich.
REITSTUNDEN: auch ein prickelndes thema.
ich hatte eigentlich spass und kam zurecht.
mein gatte ritt abends als 13. mit in der abteilung, unheimlich lehrreich..
meine tochter hatte auch nicht viel mehr glück.
mein mann versuchte einzelstunden beim SB zu bekommen, aber da er schichtdienst
macht, klappte es irgendwie nie.
meine tochter ergatterte dann 3 oder 4 einzelstunden, die dann so aussahen...
es ritten auf einmal 4-5 PRIVATE (hört sich ja echt geil an) mit meiner tochter
in ihrer einzelstunde und ... ja... eigentlich hatten die anderen unterricht und
meine tochter wurde vergessen.
tja, nach dem UNTERRICHT bin ich dann zum SB gegangen um die stunde zu bezahlen
und da hat er sich ja mal erschreckt.
von wegen h,
die
hab ich ja ganz vergessen...
dann hat er ihr noch ca.15 min. unterricht gegeben und das wars.
machte dann auch nicht soviel sinn, oder.
meine RL und bereiterin hatte damals auch ein pferd dort stehen, musste es aber
aus finanziellen gründen dann leider an den SB verkaufen.
tja, und irgendwie wurde alles immer schlimmer und ungemütlicher. ich weiß auch
nicht, was das war.
nun, ist doch klar, dass wir uns mal wieder auf den weg machten, um neue ställe
anzusehen.
4 andere frauen, mit denen ich gut konnte, hatten sich mittlerweile für einen
ganz neuen stall entschieden und versuchten die ganze zeit, uns zu überreden
doch dorthin mitzukommen.
nun, ich tu mich schwer mit wechseln. hab immer angst, ob es wirklich besser
wird, man weiß und kennt, was man hat, macht das dem hotti auch nichts aus usw.
usw.
endlich war ich soweit und mein mann und ich fuhren zu dem anderen stall, um uns
eintragen zu lassen.
wir hätten auch sofort eine box am alten stall haben können, aber das wollte
ich nicht, da mein pferd dann in 3 monaten 2 x hätte umziehen müssen.
ALSO: der alte stall von dem bauern wurde dann abgerissen und alle sind in einen
ganz neuen umgezogen.
dann ging auf einmal alles ganz schnell...
donnerstag angemeldet am neuen stall und freitag, also direkt am nächsten tag
dorthin umgezogen.
wie so was geht?
wunder ich mich heute noch drüber.
ich hatte freitag morgen ganz normal meine muttireitstunde und war dann
nachmittags auf dem 40. geburtstag einer bekannten.
mein held fuhr abends zum stall um als 13. oder 14.? in der stunde mitzuhoppeln.
doch kaum ne stunde später rief er mich über handy an und teilte mir leicht
gereizt mit, dass er jetzt mal eben mit curly zu dem bauern umziehe. ich doch
bitte dort am stall das tier in empfang nehmen sollte und mich um gottes willen
nicht am NOCH-stall sehen lassen sollte.
ich war völlig geschockt, heulte erst mal wie doof und wusste überhaupt nicht
was los war und mein mann sagte zu meinen fragen nur "SPÄTER! JETZT
NICHT!"
also fuhr ich los....
DER UMZUG:
ich fuhr also los zum neuen stall und war froh, den weg überhaupt dorthin zu
finden. ich war ja erst 2 x da gewesen.
als ich aus dem auto stieg, wartete schon ein empfangskomitee auf mich.
2 der 4 frauen waren nämlich schon seit 2 wochen dort am stall und wie das so
üblich ist, hatte es sich ganz schnell herumgesprochen, dass wir kommen.
es war total süß, die beiden kamen sofort zu mir und nahmen mich in den arm
und ich heulte sofort wieder los, da ich immer noch im schockzustand war.
sie trösteten mich und meinten: alles wird gut, sei doch froh, so ist es besser
für dich.
es dauerte vielleicht 10-15 min, da kam auch schon der hänger mit meinem
curlylein.
schnell beherrschte ich mich, denn das tier sollte ja keine angst bekommen.
falls ihr den satz jetzt komisch findet, kann ich euch nur sagen, dass curly und
ich eine wirklich außergewöhnliche bindung haben. wir sind mittlerweile so auf
einander eingeschworen, das jeder des anderen stimmung und gefühle spürt. sie
ist mir dabei um längen voraus. so von wegen UR-INSTINKT
und das war dann auch schon wieder einfach nur süß...
curly hatte wohl vorher in ihrem leben noch nie kühe gesehen oder gehört. ich
weiß es nicht.
aber als sie aus dem hänger war, blieb sie erst mal wie angewurzelt stehen...
ihr gegenüber war der kuhstall mit allerlei bunten kühen jeder größenordnung
(so GANZ normal fürn richtigen bauernhof, wie ich meine)
aber dann fingen die außerirdischen pferde, oder was auch immer curly meinte da
zu sehen, auch noch an zu muhen.
nun ging gar nichts mehr. mein hottilein wurde riesengroß, bekam stierende augen
und fing an zu prusten, oder wie nennt man diese seltsamen angstgeräusche??
ich bekam gott sei dank einen lachanfall, weil es einfach nur zu ulkig war.
es dauerte dann einen kurzen moment und ich konnte sie endlich in ihre box führen.
die box war mal wieder nicht der brüller, aber erstens war es nur für 2,5
monate und zweitens kamen die hottis von morgens 9 bis abends 9 auf die
superfetten wiesen, sodass es nicht wirklich schlimm war.
tja, ne ganze zeit später kam dann endlich mein gatte eingetrudelt und wir
waren natürlich alle ziemlich neugierig, was denn nun passiert war.
wie soll man das erklären?
der alte SB hatte wohl irgendwie mitbekommen, dass wir uns für einen anderen
stall interessiert hatten und unser genörgel, weil die pferde dann ja nur
manchmal auf die wiese kamen oder ein anderes mal dort kein wasser hatten usw.
usw. ging ihm wohl gegen die hutschnur, sodass er an dem besagten tag, direkt
zu meinem mann marschierte und ihm sagte, wenn es uns hier nicht passt, sollen
wir doch lieber so schnell wie möglich gehen.
nun, da ist mein mann ein bisschen eigen, so was lässt er sich nämlich nur
einmal sagen und schwupps hatte er das pferd wieder in die box gestellt und war
zum bauern gefahren. der hatte uns ja schon am tag zuvor gesagt, dass wir auch
sofort kommen können und war sofort begeistert.
glück muss man auch noch haben.
denn mein mann hatte mit seiner band schon mal auf dem sommerfest von diesem
bauern gespielt und kannte noch den einen oder anderen.
und einer dieser herren war zufällig am stall und hat meinem mann auch sofort
angeboten, mit ihm das tier zu holen.
also fuhren die beiden wieder zurück und ich wurde informiert, das tier in
empfang zu nehmen.
am alten stall war mittlerweile das theater weiter gegangen, denn auch noch eine
andere frau aus unserem clan wurde hinauskomplimentiert.
von der dritten, die dann auch noch kam, wusste der SB wohl noch nichts, so dass
sie noch die 2,5 monate dort blieb und erst am ganz nagelneuen stall wieder zu
uns stieß.
auf jeden fall ist an diesem tag ordentlich die post abgegangen, wie man so schön
sagt und ich fand alles nur schrecklich...
ich liebe friede, freude, eierkuchen und hasse streit usw. usw.
trotz allem war ich im nachhinein so glücklich von dort weg zu sein, dass ich
es eigentlich nicht besser hätte haben können. kein spießrutenlaufen nach der
kündigung, sondern einfach nur ein klarer schnitt.
was ich aber ÜBERHAUPT nicht verstanden hatte, war, dass meine RL und bereiteren
gleichzeitig aus dem stall geworfen wurde und sogar stallverbot bekam
ich weiß wirklich bis heute nicht, was das sollte. nun, wir haben sie dann erst
mal mitgenommen.
am nächsten tag wollte meine liebe tochter dann erst mal zum neuen stall und
unser pferdchen reiten.
es gab dort nur einen winzigkleinen platz zum reiten und zu allem unglück
musste man auch noch über die kleine landstraße gehen um dort hinzukommen.
das war ja schon wieder was für muttern.
SOOOOO gefährlich....
IM ÜBRIGEN:
wir stehen dort jetzt schon fast 4 jahre. wollt ich nur mal anmerken, weil sich
ja jemand gewundert hat, wie oft wir umziehen. und ich schwöre, dass ich das
nicht zum spaß gemacht habe, sondern nur zum wohle meines tieres. JAWOHL!
mit meiner tochter war curly dann auch superlieb und brav auf dem neuen platz.
den quatsch macht sie ja meistens mit mir (soviel zu dem thema, wie toll
die bindung zwischen curly und mir war
)
die nächsten tage waren einfach nur HERRLICH.
man muss sich das vorstellen: ich war meistens morgens ganz alleine am stall und
saß dort auf einer kleinen bank in der sonne und hörte das gegacker der hühner,
das muhen der kühe und das zufriedene schnauben und schmatzen der pferde.
dann schrieb ich den arbeitenden mitreiterinnen nette SMS ,
wie
es mir so geht und was ich gerade so mache und wie leid sie mir doch tun
mir hat diese zeit einfach nur gut getan...
die SMS, die zurück kamen waren dann nicht so glücklich
wenn dann die anderen pferde auf den wiesen waren, hab ich mein pferdchen aus
der box geholt und schön gemütlich geputzt, bis meine RL kam.
wir gingen dann zusammen rüber zum platz, alleine traute ich mich ja nicht, und
dann wurde geritten.
entweder ich oder sie oder sie mit ihrer 2-jährigen tochter (sie wollte 100%ig,
dass ich einen herzinfarkt kriege, damit sie mein mädchen erbt).
mein mann ritt nun auch regelmäßig mein hottilein.
meine tochter kam nur noch ein paar mal, denn sie hatte mittlerweile einen
festen freund und das war ja mal was anderes und soooo toll..
(boah, war ich traurig... .
musste also nur noch mit meinem mann das tierchen teilen, die RL zählte nicht,
die war ja noch wichtig)
eine reiterin, die ich vom alten stall kannte, hat einen oldie. der bursche war
damals schon 24, wenn ich mich nicht irre und somit ein abgeklärtes pferd, das
so leicht nichts mehr erschüttert.
nun hatte diese liebe reitersfrau sich in den kopf gesetzt mir die waldreiterei
näher zu bringen.
oh je, ich wollte ja gerne, aber ich hatte so SCHRECKLICHE ANGST.
nun dachte ich mir, erst mal spazieren zu gehen, um dem fluchttier curly die große,
weite welt zu zeigen und um zu sehen, wie sie sich benimmt.
denn jetzt wurde es doch tatsächlich langsam ernst...
nachdem curly und ich und 1 leidensgenosse mit pferd (hatte ja sogar schiss
alleine zu laufen) so ca. 10 x stundenlang durch die gegend gelatscht waren,
meinten alle am stall, jetzt sollte ich doch so langsam mal loslegen. (hatten
wahrscheinlich nur mitleid mit dem mitläufer oder angst, dass sie auch mal mit
mir laufen müssen
)
die hatten gut reden. ritten wahrscheinlich seitdem sie keine windeln mehr trugen
und kennen das seelenleben einer fast 40-jährigen sowieso nicht.
und woher überhaupt wollten sie wissen, ob mein kleines babypferd, sie war jetzt
gerade mal 5 geworden, überhaupt schon so weit war????????????????
und irgendwann war es soweit und ich wusste keine ausreden mehr.
ES GING DAS ERSTE MAL IN DEN WALD....
DER GROßE TAG DES ERSTEN AUSRITTS WAR GEKOMMEN.
wieso wissen sowas immer alle leute am stall? ich verstehe das nicht.
freue mich ja auch immer, wenn alle menschen um mich herum spaß haben, aber
muss das immer auf meine kosten sein?
so viele liebgemeinte DUMME sprüche...
der bauer war besonders witzig. so z.b. soll ich die leine schon mal aufhängen,
hast du HÖSCHEN zum wechseln dabei.....
LUSTIG
ICH HATTE SOLCHE ANGST.
beim spazieren gehen war curly eigentlich sehr brav gewesen, aber da war ich
auch unten an ihrer seite und hab sie beschützt. jetzt saß ich drauf und
schlotterte so sehr, dass mein tierchen bestimmt dachte, wir wandern aus... in
eine unbekannte neue welt (nun, so empfand ich es ja auch).
also los und immer brav an ELLIs hintern geblieben.
wir schlichen so cm-weise von dannen. es sollte nur die kleine runde werden, die
ca. 1 stunde dauert... nun, üblicherweise vielleicht.
bei uns dauerte sie UNBEDEUTEND länger...
also mir war gar nicht bewusst, was es unterwegs alles zu sehen gibt.
doch curly sieht wohl besser als so ne oma wie ich und hat uns alles gezeigt.
meine waldführerin war einfach nur klasse.
sie lachte sich die ganze zeit schräg und hielt sich dran: "sowas gibts
doch gar nicht. wie kann man sich nur so anstellen. nein, wie ist das lustig.
wie
schön, dass ich sowas mal erleben darf...." sie hätte mir eigentlich geld
dafür geben müssen. war scheinbar besser als kino.
ich kann mich gar nicht so recht daran erinnern. ich weiß, dass ich meinen
mariahilfszügel nicht einmal losgelassen habe und meine kurzen beinchen so eng
und fest am pferdeleib lagen wie noch nie.
curly hat aber auch wirklich alles BEACHTET.
hunde hinterm zaun, gänse hinterm anderen zaun, kühe, pferde und hühner auf der
wiese.
eine BUSHALTESTELLE--- wie GEFÄHRLICH....... orangene mülleimer... schilder vorm
restaurant... rehe, zu hunderten bei der whiskybude.... kurz davor... das
allergemeinste, pferdefressende ungeheuer:
WIR NENNEN SO WAS LEITPLANKE.
dort standen wir also eine geraume zeit herum, bzw. elli stand rum, reiterin
darauf hielt sich den bauch vor lachen und curly und ich machten ein kleines
schottentänzchen mitten auf der straße.
es kamen ja auch andauernd autos, schließlich war es ein schöner, warmer
sommertag... und curly und ich mitten auf der straße...
etwas sehr viel später standen mein mutiges ross und ich auch an der leitplanke,
obwohl ich bezweifel, dass curly viel davon gesehen hat.
1. hatte sie ihre nase in ellis after gebohrt
2. hat sie wochenlang an diesem ding theater gemacht
ja, und dann ging es ja auch noch in den wald... da waren wir schließlich immer
noch nicht angekommen.
lieber gott, JAAA.... bäume BEWEGEN sich nun mal im wind.
meine vorreiterin fragte mich doch allen ernstes, ob ich nicht mal ein kleines stück
traben wolle, nur schritt wäre doch langweilig.
WOVON IN GOTTES NAMEN SPRACH SIE...
ich war voll im stress und hatte arbeit curlys nase immer wieder unter ellis
schweif herauszuziehen... sie sollte doch auch etwas von unserem ERSTEN ausritt
haben...
(also, wenn ich mir das so durchlese, verstehe ich heute endlich, warum claudi
sich so köstlich amüsiert hat
)
unendlich viel später kamen wir wieder zum stall zurück. man hatte sich schon
sorgen gemacht, weil wir doch NUR die kleine runde gehen wollten.
das war ja mal ne begrüßung...
alles lachte sich wieder schief und ich hatte schmerzen vom krampfhaften
festhalten am mariahilfszügel.
das war der ERSTE ausritt und ich fragte mich: "was finden die denn alle am
ausreiten?" ich fands einfach nur schrecklich, und trotzdem hatte ich mich
für die nächste woche direkt wieder mit claudi verabredet, weil ich doch
herausfinden musste, was die anderen nur an diesen BLÖDEN ausritten so toll
finden. DA MUSSTE DOCH IRGENDWAS DRAN SEIN....
in der zwischenzeit übten wir uns im dressurreiten.
das war ja auch mal nicht so einfach.
ich hatte es aber auch wirklich nicht leicht.
der kleine reitplatz lag ja direkt an der kleinen landstraße, das heißt:
kleine
und große autos fuhren vorüber, riesige LKWs und motorräder rasten die straße
entlang, auf dem wanderweg, der direkt daneben lag, waren fußgänger, hunde,
fahrräder, jogger
und und und unterwegs und zu guter letzt ritten ganz viele reitergruppen vom
nahegelegenen reiterhof ständig an uns vorüber, sodass curly doch etliche
konzentrationsstörungen hatte.
meine reitkenntnisse wurden arg strapaziert und ich musste ganz schnell, ganz
viel lernen.
die krönung war die kleine tochter meiner RL. eigentlich war die oma immer
dabei, um auf das kind aufzupassen
aber die kleine war so auf die mama fixiert, dass sie immer in ihrer nähe sein
wollte.
ende vom lied, das kind saß mitten auf dem reitplatz und buddelte im sand.
ab und zu bewegte sie sich natürlich auch mal hin und her und ich hatte mein
curlymädchen immer noch nicht so ganz unter kontrolle, sodass ich mal wieder
herzinfarkt gefährdet war, aus angst das kind über den haufen zu reiten.
warum geht bei mir eigentlich nie irgendwas einfach nur so????
aber da war doch noch was, auf das ich mich freuen sollte???
ach ja, der zweite ausritt....
DIE WEITEREN AUSRITTE:
ja, zum 2. gibts nicht viel zu erzählen, war im prinzip, wie der erste...
AUßER... das
wir sogar eine ganze menge getrabt sind. JAWOHL!!!
beim 3. meinte claudi dann leicht verwegen: los, wir galoppieren mal ein kleines
stück!?
MOMENT...
ich habe ihr dann mit den fingern so ca. 8-10 cm gezeigt und gesagt: nur SON
bisschen, ja?
das wichtigste war, wie heute noch, den ARMEREITSÜNDERGRIFF nicht loslassen,
dann den anderen bescheid sagen und los gings.
curly buckelte und keilte los, dass es für sie und andere bestimmt eine freude
war, für mich eher weniger. war wohl ein bisschen blass geworden und claudi, ach
wie lustig, lachte sich wieder schief.
na ja, war trotz allem gut gegangen, mein 10 cm galopp, und curly hat wirklich
nur vor freude gebuckelt usw., das war mir schon klar...
also, claudi, die sich wohl schon mit mir langweilte: los, war doch gut, nochmal...
dieses mal zeigte ich ihr schon bestimmt 40 cm, die ich mutig galoppieren
wollte.
claudi, die arme, verdrehte nur die augen, wartete brav, bis ich mich sortiert
hatte und das kommando gab und es ging wieder los.
CURLY BUCKELTE UND KEILTE, mein gott wie lustig und wir galoppierten und
galoppierten und mir ging langsam die luft aus, denn dabei auch noch ATMEN, wie
soll das denn gehen?
wir parierten zum trab bevor ich durch ersticken vom pferd fiel. das wäre soooo
peinlich geworden... warum bist du vom pferd gefallen? - weil ich vergessen habe
zu atmen! SO WAS KANN MAN DOCH NICHT SAGEN.
beim 3. galopp hatte ich dann für meine verhältnisse schon richtig spaß.
was mich sehr stolz machte, war, dass claudi auch mit ner anderen waldjungfrau
ausritt, bestimmt schon 10 x und die war noch nicht galoppiert, HAA...
mein größter wunsch war jetzt, dass diese besagte reiterin am stall war und
ich ihr bei der rückkehr von unserem galopp erzählen konnte.
JAAAA, sie war da und als ich ihr schon von weitem entgegen schrie, dass ich
galoppiert bin: 3 x und gaaanz lange (leicht übertrieben, aber claudi hat mich
nicht verraten), da sagte die andere immer nur: nein, das glaube ich nicht. nein,
nein..
HIHIHI...
nun verging so langsam der sommer und die ausritte wurden zwar immer besser,
aber ich fragte mich doch nach jedem erneut, was die anderen nur am ausreiten so
toll finden?
ich war immer noch ziemlich angespannt, obwohl ich jetzt auch schon die kunst
des atmens im galopp perfekt beherrschte.
nach jedem ausritt war ich froh mitsamt pferd wieder gesund und munter am stall
zu sein.
ist das den anderen denn egal? ich versteh die alle nicht!
eines schönen tages gingen dann die andere waldjungfrau mit ihrem pitti, ein
anderer reiterhase mit dem alten elli und curly und ich in den großen dunklen
wald.
witzig...
pittilein war leicht allergisch gegen fliegen usw. und trug aus diesem grunde ein
weißes neglige.. süüüß...
ich bin davon überzeugt, dass sich das arme tier geschämt hat. muss zu meiner
schande aber auch gestehen, dass ich die ganze zeit darüber gewitzelt habe und
curly guckte auch immer so ulkig zu ihm hin.
nun an diesem tollen spätsommertag kamen die anderen beiden auf die idee mit
uns durchs bächelein zu reiten.
so, die anderen beiden hottis vorgeritten und curly und ich NICHT
hinterhergeritten...
da stand ich nun alleine am ufer des RIESIGEN BACHES und curly tanzte hin und
her, nur nicht durch...
auf der anderen seite spielte mittlerweile pitti bekloppt, denn er konnte nicht
stehen bleiben, warum auch immer.
es wurde langsam duster und pitti mit seinem weißen neglige im dunklen wald sah
auch immer gespenstiger aus, vor allem, da er auf dem weg hin und her rannte,
weil er ja nicht auf uns warten wollte.
TJAAA, wir waren aber immer noch auf der anderen seite des BACHES.
nun, es nutzte nichts. ich musste absteigen, damals hatte ich gott sei dank noch
gummireitstiefel, und curly durch den bach führen.
sagen wir mal, so hatte ich mir das gedacht, aber irgendwie spielte auch curly
mittlerweile völlig blöd (vielleicht lag das am gespenst pitti???).
nun passierte etwas, was ich eigentlich überhaupt nicht wollte.
alles wurde immer hektischer, es waren ja die richtigen 3 reitkönner zusammen
unterwegs, und es blieb mir nichts anderes übrig als mein pferdeschisserchen
durch den bach auf die andere seite zu prügeln.
ich hasse sowas, aber damals mit den beiden anderen, hatte ich keine chance,
sonst wäre ich vielleicht allein im wald zurückgeblieben und das wäre noch
schlimmer gewesen.
aber auch das haben wir überstanden und was ich an curlylein wirklich zu schätzen
weiß, SOWAS nimmt sie mir nicht übel...
CURLYS LOVER :
ich habe euch noch nie etwas von curlys großer liebe erzählt und das muss ich
jetzt unbedingt nachholen.
als wir im juni 2001 zu unserem bauern kamen, wusste er nicht, in welche herde
er curly stecken sollte, deshalb kam sie ERST einmal zu einem wallach, der ganz
alleine stand, da er ein bisschen empfindliche beine hat.
die beiden haben sich auch sofort gut verstanden.
jeden morgen musste der alte stallknecht die beiden einzeln über die straße
bringen, was mir ja nur zugute kam. ich war, wie jeder weiß, ein bisschen ängstlich
und so übte der stallbursche für mich das straßelaufen, COOL.
die weide der beiden lag direkt neben dem kleinen reitplatz, WENIGER COOL...
wenn curly rossig war bekam ich ominöse SMS : ich habe dein pferd beim sex
gesehen. viel spaß heute beim reiten.
konnte ich dann nicht so wirklich was mit anfangen.
nun, auch da lernte ich schnell dazu.
reitet mal mit ner rossigen stute, wenn der LOVER direkt neben dem reitplatz
steht, bzw. die ganze zeit am zaun mitläuft und MÄNNEKEN macht... SUPERCOOL...
ich weiß nicht, ob man diese übung ernsthaft REITEN nennen kann, darf, soll?
ein tag war einer dieser besonderen: curly lief ganz, ganz komisch.
ich konnte es gar nicht richtig einordnen.
immer wieder fragte ich die anderen, ob curly denn lahmen würde???
und es dauerte gar nicht lange, da lachten sich die anderen doch kringelig,
haha...
WARUM?
nun curly lahmte tatsächlich NICHT, lief aber hinten so komisch breitbeinig,
dass die vermutung nahe lag, dass dieses GE... tier wohl stundenlang sex hatte
und die beine nicht mehr unter kontrolle hatte.
an reiten war an diesem tag wirklich nicht mehr zu denken und ich erlöste
dieses ARME tier, damit es nicht vor erschöpfung unter mir zusammenbrach.
der stallbursche schimpfte jeden tag, dass er curlylein fast über die straße
tragen musste, ich sollte doch bitte mal üben, damit sie etwas fleißiger
liefe.
MIR war das so eigentlich ganz recht, immer schön langsam mit den jungen
pferden ist meine devise.
naja, son bisschen, halbherzig hab ich dann doch geübt.
(hat aber nicht so wirklich was gebracht, curly hat mich da schon richtig
verstanden
)
ja und am 1.09.01 kam dann der vorerst letzte umzug von diesem alten stall zum
neuen stall.
das ging ganz einfach und schnell. wir sind alle mit unseren hottis durch die
wiesen gelaufen, so ca. 2 minuten und waren im neuen stall.
für die pferde war das wirklich super. die alten kameraden, der gleiche
stallbursche und bauer, die gleichen wiesen, der gleiche reitplatz, weil der
neue noch nicht fertig war.
das war für mich nicht ganz so prickelnd, da ich jetzt einen VIEL weiteren und
gefährlicheren weg zum reitplatz hatte, na klasse.
die straße ist ne ganz kleine, schmale und trotzdem fahren dort busse und LKWs.
das ist bestimmt verboten und die wissen das nur nicht.
curly und ihr lover hatten jetzt allerdings auch eine neue wiese, weil die alte
zu weit weg war (aber ICH musste zum reitplatz da hin, das war AUCH zu weit)
die neue wiese war super cool, genau zwischen den anderen weiden, sodass die
beiden richtig viel unterhaltung hatten und den anderen pferden auch BOTEN...
es war zu schön, wenn die beiden morgens zur wiese gingen. er wartete an der
ecke auf sie und dann zockelten die beiden schulter an schulter, ***** an *****
den weg runter zu ihrer wiese. nachmittags brachte entweder er sie zu ihrer box
oder sie ging direkt mit in seine.
die beiden waren wirklich das paar des stalles.
als der herbst und winter kamen, hatte curly es gar nicht mehr gut. andauernd
musste ihr geliebter in der box bleiben und curly war ganz alleine auf ihrer
kleinen wiese. sie ist dann natürlich auch zwischendurch wie eine bekloppte hin
und her galoppiert, weil sie so einsam war und ihn wahrscheinlich auch gesucht
hatte.
da das immer schlimmer wurde und ich den eindruck hatte, dass es meinem mädchen
nicht mehr so gut ging, sprach ich mit dem bauern und sagte ihm, dass ich im frühjahr,
wenn die pferde auf die graswiesen kommen, mein pferd in einer herde haben will.
curly musste sich leider so lange gedulden, weil es mittlerweile ein ganz schönes
gezanke auf den ausläufen (wiese oder weide konnte man das nicht mehr nennen)
gab und es war absehbar, dass die gelangweilten tiere sich auf jedes neue pferd
mit begeisterung und ausdauer stürzten und es jagten usw...
endlich war der frühling da und die wiesen wurden eröffnet. curly kam in ihre
neue herde, die ich sogar aussuchen durfte (danke lieber bauer) und sie hatte
glück. ich
habe wohl die richtige rausgesucht, sie wurde knapp 5 minuten gejagt und auch
gar nicht so doll, weil... da war ja das GRAS...
sie hat ganz schnell neue freunde gefunden und alles war gut.
curlys lover sollte jetzt auch nicht mehr alleine stehen, aber warum auch immer,
kam er nicht in curlys herde, sondern in eine andere.
und da erlebte ich dann einen morgen etwas mit den beiden, dass ich an der wiese
stand und weinte...
Nun kommt ein ganz schwieriger Teil.
Wie soll ich das in Worte fassen, was da an der Wiese passierte???
wenn ich morgens reitstunde hatte, waren die anderen pferde natürlich schon auf
ihren wiesen und ich musste curly dann runterbringen. sie stand damals ganz am
ende, sodass man an allen anderen wiesen vorbei musste.
so auch an diesem besagten morgen...
als wir schon fast an curlys wiese angekommen waren, kam auf einmal ihr freund
an den zaun gelaufen. ich blieb mit curlylein einen kurzen moment stehen, damit
die beiden sich kurz begucken konnten.
jetzt hab ich ein bisschen angst, dass es kitschig oder völlig überzogen
klingt.
ABER: ich lüge nie und genau so herzergreifend war es...
die beiden schauten sich richtig lange und intensiv in die augen.
ich war schon ein bisschen irritiert und zog sie dann weiter zu ihrer wiese.
ganz langsam, mit ihm paralell zum zaun, kamen wir dann zu ihrem eingang.
ich musste sie richtig reinzwingen und machte schnell die bänder wieder zu.
da stand sie nun und schaute zu ihm hinüber und er stand auch da und schaute zu
ihr herüber.
erst lachte ich leise, weil ich dachte, dass das lustig sei.
aber innerhalb von einer sekunde lachte ich nicht mehr.
der blick der beiden war fest und intensiv.
sie bewegten sich beide gar nicht.
dann grummelte er leise etwas und sie grummelte leise zurück.
sie wieherte ihn leise (ich wollte eigentlich zärtlich schreiben, aber das
glaubt mir eh kein mensch) an.
er wieherte zurück.
aber alles leise, verhalten, ich kann das gar nicht beschreiben, und ich bin
schon wieder traurig.
diese ZÄRTLICHKEIT (ich kann es nicht anders nennen), die da rüberkam, ich
habe so etwas noch nie und danach auch nie mehr wieder erlebt.
er drehte einmal seinen kopf, so als wollte er sie auffordern, doch zu ihm zu
kommen.
sie tat es ihm gleich und drehte den kopf zu ihrer wiese.
vielleicht hat sie ja gesagt, schau ich komm hier nicht weg. ich weiß es
nicht...
dann wieherten beide noch einmal und drehten sich wie auf kommando gleichzeitig
um und galoppierten vom zaun weg auf die wiese und drehten sich auch nicht mehr
um.
es war irgendwie... wie ein abschiednehmen... ich weiß es nicht... aber es hat
mich tief getroffen und berührt und auch jetzt sitze ich hier und heule, weil
ich mich noch immer sehr gut an diese unbeschreiblichen gefühle erinnere, die
ich damals hatte.
ich hatte auch schreckliche gewissensbisse, da ich die beiden ja getrennt hatte.
aber kurz nach diesem vorfall ist die besitzerin mit curlys freund vom hof
weggegangen, sodass die trennung auf jeden fall gekommen wäre.
hoffentlich haltet ihr mich jetzt nicht für völlig bescheuert???
aber jetzt bin ich mit meinen erzählungen völlig aus der zeit gerutscht. denn
eigentlich bin ich immer noch im spätsommer im jahr davor.
meine ausritte wurden so nach und nach besser, wenn auch nicht so ganz überwältigend.
bei mir kam immer noch nicht so recht der spaßfaktor rüber, den die anderen
wohl beim ausreiten haben.
aber... die letzten drei ausritte, waren schon ganz zufriedenstellend, so dass
ich langsam eine ahnung davon bekam, was so TOLL an ausritten ist.
den letzten ausritt in diesem jahr machte ich dann mit dem kleinen angsthasen
auf elli, dem uralten pferd und mit isa, eine freundin schon vom letzten stall.
es war auch alles ganz erholsam und lustig.
wir waren nicht die schnellsten und nicht die wildesten im wald, aber wir hatten
ja auch als ausrede unseren ALTEN elli.
dann auf dem rückweg ritten wir schon das erste stück straße, rechts von uns
die straße, der wald, geparkte autos, fußgänger.... und links von uns eine
wiese, eingezäunt mit einem drahtzaun.
gott sei dank, war es kein stacheldraht, sondern nur einfacher draht, der in
viereckigen kästchen war. keine ahnung, wie sowas heißt, könnt ihr euch den
drahtzaun denn so ungefähr vorstellen???
ja, da kam dann so ganz plötzlich und unerwartet ein trecker auf dieser straße
angefahren. er kam direkt auf uns zu und mich durchzuckte ein schreck, eher eine
schreckliche ahnung...
ich ritt genau in der mitte zwischen elli und dem anderen pferd und so dachte
ich dann im zweiten moment, ach ja, kann ja nicht so schlimm sein.
curly hatte meinen zweiten gedanken aber irgendwie nicht mehr mitbekommen und
sprang zu meinem entsetzen plötzlich nach links und schwupps saßen wir im zaun
fest.
da hampelte curly jetzt herum, hin und her, hoch und runter und kam nicht aus
dem zaun raus.
die zuschauer wurden immer mehr, der treckerfahrer hatte mittlerweile den motor
aus gemacht und alles glotzte jetzt und wartete wohl darauf, was da kommt.
da ich mittlerweile merkte, dass ich gar nichts machen konnte und das tier auch
irgendwie nur behinderte, überlegte ich, wie ich jetzt am besten runter kommen könnte.
curly dachte überhaupt nicht daran mal ruhig stehen zu bleiben und so blieb mir
gar nichts anderes übrig, als mich mit einer gekonnten judorolle über die
linke schulter auf die wiese zu schmeißen, bzw. abzurollen.
ich kam super auf dem popo auf, guckte kurz zum pferd und sprang scnell auf die
füße.
KEINER KLATSCHTE.
BIN ICH HEUTE NOCH SAUER DRÜBER. MUSS NÄMLICH STUNTMÄßIG GUT AUSGESEHEN
HABEN. JAWOHL.
curly hampelte nur noch ganz kurz im zaun rum und sprang dann hinter mir her auf
die wiese. schnell rannte ich zu ihr hin, um nach ihren beinen zu schauen.
die gamaschen, die sie gott sei dank im wald immer trägt, waren verrutscht und
teilweise ein bisschen zerfetzt. sie hatte kleine schnitte an den oberbeinen,
auch unterarme genannt. ich hoffe, ihr wisst, wovon ich spreche...?
mein reiterlatein ist wirklich ausgesprochen überarbeitungswürdig... ich weiß...
auf jeden fall war nichts richtig schlimmes passiert und ich sortierte die
gamaschen an den beinen und schaute mich erst mal um.
ganz am ende der wiese war wohl ein offener durchgang und ich versuchte mit
curly da hin zu kommen.
aber jetzt war curly wohl ein bisschen geschockt und sie wollte erst mal
nirgends hingehen.
mit müh und not schaffte ich es sie zum ausgang der wiese zu führen, wo mich
die eine reiterin auch schon erwartete.
beide reiterinnen waren auch leicht geschockt und konnten das ganze überhaupt
nicht verstehen.
unser publikum konnte sich auch nicht losreißen und wartete bis ich wieder
aufgestiegen war und an dem trecker vorbei geritten war, der stand ja auch noch
da rum und der fahrer glotzte blöd.
wahrscheinlich hatten alle auf eine weitere show gehofft, aber curly und ich
hatten für heute die nase voll und brauchten keine weitere action. wir wollten
nur noch zurück zum stall.
der restliche rückweg ging auch problemlos und ziemlich schnell und am stall
schaute ich noch mal in ruhe nach curlys beinen.
alles halb so wild. wir hatten wirklich glück gehabt.
seit dem letzten jahr befindet sich an dieser wiese ein STACHELDRAHTZAUN.
finde ich persönlich unmöglich. an einen reitweg gehört meiner erfahrung nach
KEIN stacheldrahtzaun. wär der damals schon gewesen, wäre diese geschichte
nicht so glimpflich ausgegangen...
was total blöd war, dass das wirklich der letzte ausritt in dem jahr war.
meine damaligen mitreiter sind der ansicht, im winter reitet man nicht aus.
ist ja matschig und was weiß ich und gefroren und keine ahnung...
mittlerweile reite ich das ganze jahr über aus.
habe nette mitreiter gefunden, die auch im winter ausreiten, SUPI...
Das leidige Thema: REITUNTERRICHT:
wie ich ja -zig seiten vorher mal erwähnte, hatten wir unsere RL vom vorigen
stall mitgenommen, adoptiert sozusagen...
nun war es am anfang auch alles super gut so.
sie hat mir unheimlich geholfen und ich bin ihr bis heute noch sehr dankbar dafür.
zuerst hatte ich eigentlich nur morgens unterricht und mein mann zu
unterschiedlichen zeiten, bedingt durch seinen schichtdienst.
dann kam es mehr und mehr, dass die RL verstärkt nachmittags unterricht geben
wollte, bzw. nur konnte...
ich bin ja nun mal wirklich ein langsamdenker, ich gebs ja zu.
im nachhinein wurde mir dann nämlich klar, was das bezwecken sollte.
sie wollte damals neue reitschüler finden, was natürlich durch präsens und
darbietung der eigenen arbeit am besten funktioniert.
also aus ihrer sicht völlig verständlich, aus meiner sah das ganze dann etwas
anders aus...
zu beginn unserer beziehung wollte sie MIR wirklich helfen, doch dann verschob
sich das helfen wollen immer mehr zu ihren eigenen gunsten.
schon einige zeit vorher hatte ich die berittstunden immer mehr gekürzt und bin
lieber selber geritten, nicht weil ich auf einmal reiten konnte, WAS FÜR EIN
GEDANKE ,
nein, ich hatte irgendwie mal wieder so ein gefühl, das mir sagte, es wäre
besser so.
einmal wurde ich zum beispiel darauf angesprochen, ob ich denn nicht sehen würde,
dass das pferd überhaupt nicht untertritt und so schlecht läuft... und und
und...
ich habe dann besonders darauf geachtet und natürlich auch mit der RL darüber
gesprochen, aber die war dann ein ein bisschen pikiert und wollte es nicht so
recht hören.
die anderen hatten aber recht und ich hatte dann wieder ein gespräch mit der RL
darüber. nun, danach wurde dann daran gearbeitet.
was besonders reizend war, war, dass sie uns immer wie wild lobte.
ich habe damals wirklich geglaubt, ich könnte REITEN
aber die nette
RL, die ich etwas später bekam und die mich heute noch quält ,
hat mich schnell auf den boden der tatsachen und des REITERKINDERGARTENS zurückgeholt.
DA SIND WIR ABER NOCH NICHT...
diese RL damals lobte also meine heldentaten (welche? ich konnte noch nicht
einmal schenkelweichen mit dem faulen hotti reiten) und versuchte mir seltsame
sachen beizubringen.
das ging dann so:
mit den zügeln spielen:
RECHTS LINKS RECHTS RECHTS LINKS RECHTS LINKS LINKS LINKS RECHTS... usw... 1
stunde lang... WAS BITTE SOLL DAS? DAS IST DOCH KEIN REITEN?
das ging dann tagelang so und ich wurde immer verwirrter, weil ich merkte, dass
curly diesen unfug auch zum KOT... fand.
wenn ich mit dem reiten anfing, war sie fest im maul wie ein stein, was sie
vorher noch NIE war.
wenn dann mitten in der REITSTUNDE ?!? mal die zügel für eine runde lang
gelassen wurden, war sie danach wieder so fest im maul, dass ich nur noch mit
armschmerzen reiten konnte.
ich sagte das natürlich auch meiner holden RL, die meinte aber immer nur, das
wird schon.
ihr neuestes hobby war jetzt alle paar minuten, wenn genug publikum auf dem
reitplatz war, zu fragen, ob sie denn mal auf mein hotti solle.
von wegen! ich bin ja langsam, aber nicht völlig blöd!!!!!!!!
sie wollte dann mal wieder ihre genialen reitkünste unter beweis stellen und
schüler fangen...
HALLOOOO... das ist mein pferd und ICH muss es reiten können....
ODER SEHE ICH DA IRGENDETWAS FALSCH???
also eins war mir klar: es läuft hier etwas falsch. ich war mir nur noch nicht so
ganz im klaren, was ich ändern wollte, was ich überhaupt wollte und wie ich
das, was ich alles nicht wusste, dann auch noch erreichen wollte.
aber: KOMMT ZEIT, KOMMT RAT...
wie sage ich doch immer wieder: ES REGELT SICH ALLES VON ALLEINE.
bis es soweit war, das mit dem regeln, hoppelten mein gatte und ich auch viel
alleine auf dem platz rum.
wie das eben so ist, wenn man ein pferd sein eigen nennt.
naja, so ganz konnte ich sie noch nicht mein eigen nennen, ABER falls ihr es
noch nicht gemerkt habt: meine tochter ritt eigentlich schon gar nicht mehr.
sie hatte ihre ERSTE große liebe getroffen und studierte nun andere dinge
.
nun musste ich das tierchen nur noch mit meinem göttergatten teilen, doch auch
das sollte nicht für immer sein
.
mittlerweile mussten wir nicht mehr über die straße zu dem kleinen alten
reitplatz laufen. NEIN, denn der riesengroße reitplatz am stall war mittlerweile
fertiggestellt und der BLÖDE, NICHTSNUTZIGE HÜHNERSTALL direkt daneben auch.
TOLLE IDEE, ECHT SUPER....
hühner sind pferdefressende monster, das mal zur erklärung für die dummis
unter euch, die das noch nicht wussten.
lustig da so auf dem platz.
wenn curly besonders ulkig war, schaffte sie es den platz in ca. 10 min für
SICH zu leeren. MICH haben die anderen reiter nicht gestört, bzw. hatte ich ja
immer angst alleine zu reiten, aber curly war egoistisch und wollte mit mir
alleine sein. dann konnte ich nicht mit anderen quatschen, sondern mich nur auf
sie konzentrieren, na prima...
ihr trick war ganz einfach: wenn ein hühnertier mit den flügeln flatterte oder
etwas zu einem anderen huhn sprach oder oder oder, dann tickte curly komplett
aus und galoppierte mit mir und manchmal auch FAST ohne mich wie bescheuert
kreuz und quer über den platz.
die anderen reiter sammelten sich dann zuerst immer auf einem haufen in der
mitte und flüchteten dann so nach und nach alle vom platz.
habt ihr eigentlich dabei bemerkt, wie sattelfest ich mittlerweile war, denn ich
schrieb ja FAST OHNE MICH, nicht wahr...
obwohl einmal hätte die kleine blöde kuh es fast geschafft mich runterzuschmeißen.
sie galoppelte mal wieder (wann auch nicht) wie doof durch die gegend und aus
welchen grund auch immer sprang sie mit buckeln und keilen plötzlich auch noch
seitwärts und ich saß auf ihrem hals und beim nächsten buckeln wieder im
sattel. ICH WAR DER STAR DES TAGES.
vielleicht sollte ich doch stuntfrau werden???
ach ja, die liebe RL.
was schön war, sie hat mich auch mal an die longe genommen und so lange ohne zügel
mit ausgebreiteten armen reiten lassen, bis ich das in allen gangarten ohne
probleme konnte.
coole sache...
was blöd war, ich habe nie longieren oder bodenarbeit gelernt und dazu hatte
diese RL überhaupt keine lust. sie wollte immer nur reiten, reiten, aber die
anderen sachen gehören doch auch dazu, oder etwa nicht?
damals waren curly und ich noch nicht so ein team wie heute.
wenn ich sie dann mal longiert habe, war das alles ziemlich unkontrolliert.
ich hatte damals auch immer noch angst vor ihr, denn schließlich war sie ein
wildes, gefährliches tier...
einmal tat ich wieder so als WÜRDE ich sie longieren
, wobei es eher curlys spiel war: WIE SCHNELL SCHAFFT SIE ES, DASS ICH AUFGEBE
UND SIE ZUR WIESE BRINGE?
PECH GEHABT KLEINE CURLY-MAUS :
manchmal gibt es nette menschen, die mitleid haben mit *****en, hilflosen usw.
so ging es mir an diesem besagten morgen.
eine westerntrainerin blieb am reitplatz stehen, schaute uns kurz zu und fragte
mich dann, ob ich denn wüsste, warum curly-monsterpferd mich denn immer über
den haufen rennen wolle?
ich, wie üblich etwas dümmlich und kleinlaut (ist ja schließlich auch zu
peinlich, wenn das pferd einen longiert und nicht umgekehrt, nicht wahr mein GÖTTERGATTE
): nein, natürlich
nicht, dann wär es ja wohl nicht so, oder (was für ne blöde frage).
nun, ICH WURDE AUFGEKLÄRT:
das ist ja so einfach, dass es schon wieder peinlich ist.
wenn curlylein nur anstalten machte in meine richtung zu kommen, war ich
jedesmal sofort auf der flucht, sprich bin einen oder mehrere schritte zurückgegangen.
curly kam sich dann wohl immer unheimlich toll vor und machte sich direkt einen
spaß daraus mich zu verschrecken und ihre macht über mich unter beweis zu
stellen.
der kleine, aber absolut geniale tip dieser trainerin: GEH EINEN SCHRITT AUF DAS
PFERD ZU...
ja, super... pferd will mich ermorden und ich soll noch hingehen und sagen: hier
bin ich, nimm mich, mach mit mir was du willst...
ich hatte bestimmt wieder meinen besonders intelligenten gesichtsausdruck
aufgesetzt, denn die trainerin lachte sich schräg
und machte mir mut, es doch jetzt einfach mal zu tun.
WEHE, WENN MEIN EHRGEIZ ERWACHT...
also ran an den feind.
so tun als wollte man longieren und nur darauf warten, dass das blöde vieh es
wagt auch nur in meine richtung zu glotzen.
es dauerte auch nur ein paar sekunden, denn curly wollte doch jetzt mal so
langsam auf die wiese zu ihren kumpeln.
sie blieb fast stehen und wollte mir ein wenig entgegen kommen, worauf ich
schreiend und gestikulierend auf sie zu hüpfte, knallrot im gesicht vor angst,
aufregung, scham, wut und wer weiß was noch alles.
das entsetzte gesicht diese armen tieres hättet ihr sehen sollen
ES WAR EINFACH NUR GÖTTLICH.
curly war total geschockt und überrascht. SIE sprang zurück wie von der
tarantel gestochen und ich wie ein kleines rumpelstielzchen hinterher.
ICH longierte sie dann noch ein paar runden, peinlich darauf achtend, dass ich
immer wieder drohende schritte auf sie zu machte ...und... es funktionierte.
ich wusste gar nicht, dass ich so gefährlich wirken kann
und curly wusste das auch nicht, aber das hat sie ganz schnell begriffen und ich
auch.
manchmal sind es so winzigkeiten, die man nicht weiß, die aber alles verändern.
der reitunterricht änderte sich nicht, sondern wurde immer ätzender.
jeden tag knatschte ich meinen mann an, dass das doch so nicht richtig sein
konnte. das tierchen wurde immer fester im maul und ich konnte nur noch unter
schmerzen in den armen reiten.
auf mein gejammer antwortete die RL immer: das wird schon.
ich war richtig verzweifelt, wusste, dass mal wieder alles schlecht läuft aber
wusste nicht, was ich machen sollte.
bis mich endlich eines morgens unser bauer ansprach und fragte, was das
eigentlich werden solle. er würde sich das jetzt seit ein paar wochen angucken
und anhören und langsam hätte er die nase voll davon.
das wäre ja wohl kein reitunterricht usw. usw.
endlich hatte ich die bestätigung auf die ich gewartet hatte.
nur, was jetzt tun?
sie einfach so zum teufel jagen konnte ich nicht und wie sollte ich ihr erklären,
wie mein unterricht aussehen sollte, schließlich konnte ich ja gar nicht
reiten...
und wieder regelte sich alles von allein...
der sattel, den mein hotti damals hatte, rutschte ihr immer auf die schulter und
behinderte sie beim laufen (aber nicht beim doofspielen, falls ich das noch
einmal erwähnen darf), also musste ein anderer sattel her, da der sattler
meinte, an diesem sattel nichts ändern zu können.
er war aber nicht in der lage einen passenden sattel fürs hotti zu finden,
sodass wir unser glück bei einem anderen sattler versuchen mussten.
der sattel der wahl war dann ein stübben mit ABS, der von einem stübbenmann
persönlich angepasst wurde.
so weit, so gut.
jetzt hatten wir aber keinen sattel, da der alte vom alten sattler kulanterweise
zurückgenommen worden war.
na prima, dachte ich. jetzt kann mir die RL doch endlich mal das richtige
longieren und vielleicht auch mal bodenarbeit beibringen, da ich das auch nur
aus büchern kannte.
ABER: da hatte ich die rechnung ohne meine tolle RL gemacht.
sie sagte nämlich nur, wenn in ca. 6 - 8 wochen der neue sattel da wäre,
sollte ich mich doch bei ihr melden und dann könnten wir ja neue termine
machen.
ich glaube in blöde, dumme gesichter machen war ich damals bestimmt die beste.
DAS SOLLTE SO SEIN. SCHICKSAL.
in meiner verzweiflung ging ich dann zu unserem bauern um mir rat zu holen.
und: ihm verdanke ich meine jetzige trainerin, dass ich kein englisch mehr,
sondern jetzt nach penquitt reite, ich mein pferdchen endlich für mich alleine
habe und und und ...
Ich stand da also mitten im Winter, ohne Sattel, ohne Reitlehrerin, toll... und
nun...
Manche denken jetzt, ist die doof, ja , bin ich bzw. WAR ich, habe ich auch nie
bestritten, ODER...
Longieren? Keinen Plan!
Bodenarbeit? What' s that?
Spazieren gehen, ALLEINE? HILFE ! MUSS nicht sein, oder???
Ist die damalige Situation jetzt ein bisschen vorstellbar, ja?!?
Also, mar-sch-ierte ich zu meinem Lieblingsbauern und fragte ihn um Rat.
Er meinte dann, dass ich mir doch mal die P. anschauen und mit ihren Reitschülern
sprechen sollte, vielleicht wäre das ja was für mich.
ALLES ist was für mich, hauptsache jemand HILFT mir.
Wenn ich daran zurückdenke, muss ich selber den Kopf schütteln.
In der Zwischenzeit war ich so oft ohne Sattel oder Curly war auch eine lange
Zeit krank, und ich habe diese Zeitspannen ohne Probleme oder Langeweile
überstanden. Das
Hottilein GLAUBE ich auch
.
Aber daran sieht man ja wieder einmal, dass man alles lernen kann, wenn man nur
will, nicht wahr?!
Nun ja, in diesem besagten grausigen Winter ging ich also zu den entsprechenden
Reitersfrauen und fragte mal nach.
Ich bekam entsprechende Auskünfte, mit denen ich nicht viel anfangen konnte,
weil ich überhaupt nicht verstand, wovon die damals eigentlich sprachen. Aber
trotzdem ging ich also eines schönen abends zum Stall um mir diese P. und ihren
Unterricht mal anzuschauen.
Meine Begeisterung kommt voll rüber, oder?
Tja, ich war nicht unbedingt überwältigt, aber nach allem was ich schon
gesehen und erlebt hatte, konnte das jetzt auch nicht wirklich schlimmer werden.
Bohr, war ich BLÖD...
Nach dieser wirklich sehr interessanten Reitstunde ging ich also zu diesem
kleinen Giftzwerg, genannt P. und fragte ganz vorsichtig, ob ich denn bei ihr
mal Bodenarbeitsstunden, ganz viele (ich musste immerhin 4-6 Wochen rumkriegen)
, mieten?, buchen?, machen könnte.
Kein Problem (für sie nicht, logisch), sie freute sich (ich mich auch, mehr
oder weniger).
Und ein paar Tage später war es dann soweit.
Ich mar-sch-ierte mit Curly zum Reitplatz und bekam den ersten Anraunzer.
Wo denn meine Führkette wäre und die Gerte sei viel zu kurz und ich weiß
nicht, ob meine Unterhose vielleicht auch verkehrt war, auf jeden Fall war ich
erst schon mal bedient.
Toller Anfang, prima...
Dann sollte ICH mit dem Pferdchen auf dem Platz bei den genmanipulierten
Monsterhühnern (die erwähnte ich, glaube ich, schon einmal, oder?)
herumlaufen, als ich dann erst mal aufgab.
Ich hatte wohl wieder einmal ausländisch gesprochen, da bei dieser P. nicht
angekommen war, dass ich mich nicht in der Lage fühlte mit so' nem gefährlichen
Fluchttier, dem es die größte Freude machen würde auf meinen kleinen zarten Füßchen
mal wieder schottisch zu tanzen, gemütlich durch die Gegend zu latschen.
Ich stand da also vor ihr mit großen angstvoll aufgerissen Augen, das Pferd an
der Hand, glotzte sie blöd an und bewegte mich NICHT.
Ich glaube, DA ahnte meine mittlerweile mir sehr lieb gewordene P. was ihr mit
mir blühte.
BODENARBEIT:
Ich stand also auf dem Platz, dieses gefährliche Fluchttier neben mir, das sich
wahrscheinlich schon wieder überlegte, was für 'nen Mist es machen kann um
schnellstmöglichst auf die Wiese zu kommen, als die Wende in meinem und Curlys
Leben begann.
Jetzt stellt euch das mal so vor: der Reitplatz ist sozusagen umrundet von den
Weiden, auf denen natürlich die Hottis dann rumstehen, springen, galoppieren,
spielen, fressen usw. usw.
Curly AUF dem Platz und natürlich nicht die Arbeitswütigste.
Also irgendwie, hatte ich damals wirklich ziemlich viel falsch gemacht.
So von wegen: mit viel Liebe und Verständnis und dem Hotti womöglich noch erklären
warum und wieso man etwas möchte....
Und jetzt trat P. in unser beider Leben ( nicht so sehr zu Curlys Freude, denn
jetzt kam Zucht und Ordnung hinein) und zeigte mir meine geheimen Wünsche und
Träume.
Mich hatte z.B. schon immer tierisch (
im wahrsten Sinne des Wortes ) genervt, wenn Curly beim Putzen immer so
rumzappelte und ich bald mehr damit beschäftigt war meine Füßchen zu retten
als das Pferd zu putzen, aber niemand unterstützte mich damals.
Ich hörte immer nur Sprüche wie: Das ist ein Lauftier, das muss sich
bewegen... Wenn ich ihm zwischen den Beinen häng beim Putzen muss es sich
verdammt noch mal überhaupt nicht bewegen, meine Meinung.
Und jetzt meine P.
Sie hielt mir also erst mal einen Vortrag über Pferdehaltung, -behandlung,
-rangordnung
und dergleichen und meine Augen fingen an zu strahlen.
DAS war doch genau das, was ich immer gemeint und gesucht hatte. Also auf in den
Kampf, jetzt wusste ich endlich wofür.
IMMER NOCH BODENARBEIT:
Also ich stand immer noch auf dem Platz.....
und versuchte jetzt ein paar Schritte mit meinem Lieblingshottili zu laufen.
Curly GLOTZTE nur auf die Wiesen (Wiesen ist gut: mitten im Winter eher Matschplätze,
aber ihr wisst ja wovon ich rede, oder? ) und ich hüpfte schon wieder wie blöd
vor ihr rum um meine Füße zu retten.
Da platzte meiner P. der Kragen.
Sie nahm mir den Strick aus den zitternden Händen, zupfte und ruckte an ihm rum
und machte das Pferdchen ganz deutlich auf sich aufmerksam.
Curly hatte sich schrecklich erschreckt, weil sie das Ganze irgendwie gar nicht
mitbekommen hatte
Dann wollte sie sich wieder ihren Kumpels zuwenden, als sie fast mit allen
Vieren in die Luft sprang, weil sie auf einmal einen kleinen tobenden Giftzwerg
vor sich hatte, der sie rückwärts und seitwärts jagte, dass das Curlylein
sich fast auf ihren Popo setzte.
Ich stand da nur mit offenen Mund bis zum Boden, etwas SEHR viel weiter weg von
diesem Trubel, und staunte.
P. ist eine sehr kleine, ca.1,58m, sehr dünne (spindeldürre, wenn sie das hier
jemals lesen sollte, muss ich mir bestimmt eine neue Trainerin suchen
) Person und mein großes, dickes Pferd hatte soviel Respekt und Achtung vor
ihr, dass ich völlig fassungslos war.
Nachdem P. dann ein paar Runden mit ihr um den Platz und auch hin und her und
kreuz und quer gelaufen war, hatte ich das Gefühl ein anderes Tier zu sehen.
Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selber erlebt hätte.
Curly war völlig aufmerksam, ständig bemüht alles richtig zu machen und möglichst
schnell noch dazu.
Und diese Wandlung ohne Verprügeln oder ähnlichem.
Faszinierend...
Ich war völlig hin und weg. Das war ja ganz einfach.
Einfach nur dominant aufs Pferd zu zulatschen und fertig...
Musste ich unbedingt probieren.
Aber vorher bekam ich Hausaufgaben auf von meiner allerliebsten P.
1.Buch von Tellington-Jones kaufen, lesen, verstehen und lernen
2.Führkette in der und der (?) Länge kaufen
3.Pferd muss beim Putzen still stehen
4.ein paar Gehübungen an der Hand
KICKI, EASY... mehr nicht....
Kette und Buch kaufen, kein Problem, halbe Hausaufgabe schon fertig.
PRIMA.
Buch lesen, kein Problem.
Buch verstehen, jaaa, manches, manchmal...
Lernen, jaaa, theoretisch, klar, aber spielt das Hotti mit? Curly hatte das Buch
schließlich noch nicht gelesen...
Ich also voller Tatendrang zum Stall.
Pferdeputzen am festgewachsenen Tier.
Irgendwie muss ich mir ein Lexikon für Pferdesprache kaufen.
Curly wollte und wollte zum Verrecken nicht still stehen.
Zappel rechts und zappel links, alles spannend und aufregend und ich merkte
langsam wie mir die ZORNESRÖTE ins Gesicht stieg.
WAS TUN???
Nun, als erstes mal wieder runterfahren, denn mit Wut im Bauch geht ja mal gar
nichts und die Gefahr, dem Tier gegenüber ungerecht zu sein ist ja doch
ziemlich groß.
Pferd war fertig geputzt, zappelte immer noch rum und ich war total gefrustet.
Von wegen ganz EASY, HAHA...
Also mal den Dreck rund ums Pferdchen wegfegen.
Und da packte es mich.
Pferd zappelt links, ich stell es zurück.
Pferd zappelt rechts, ich stell es wieder zurück.
Pferd zappelt vor, ich schieb es zurück.
Pferd zappelt zurück, ich schieb es vor.
Die ganze Aktion wurde noch witziger und dauerte über eine Stunde und wer
gewonnen hat, das schreibe ich beim nächsten Mal.
So, RÜCKBLICK:
Pferdchen war geputzt, fegen noch und dann ein paar Geh- und Stehübungen
machen.
Das war der Plan,
aber ich hatte mal wieder vergessen, das Pferd in meine Pläne einzuweihen.
Es ist echt zum Ko..en... aber heute bin ich schlauer.
JAAA, heute sag ich Curlyleinchen immer, was ich vorhabe, damit sie sich darauf
einstellen kann...
( Lacht ruhig, das bin ich gewöhnt! DAS stört mich überhaupt nicht, denn
Curly und ich sind ein ganz besonderes Paar.
)
So, wie wir uns vielleicht erinnern, versuchte ich jetzt um das Tier herum zu
fegen.
Ging ja, bis auf den Umstand, dass sie und ich herumtanzten, hin und her...
Und mir endgültig der Kragen platzte und ich beschloss jetzt endlich der BOSS
in unserer Beziehung zu werden, zu sein?
Wieder das kleine, aber bedeutsame Problem:
das Pferd machte NICHT mit, verdammt noch mal, so was gibts doch gar nicht.
Nachdem ich sie dann ein paar Mal wieder an die gleiche Stelle geschickt und
dann auch geschoben hatte, fand Curly dieses Spiel natürlich total doof und
bewegte sich keinen Millimeter mehr dahin, wo ich sie hinhaben wollte und
GLOTZTE mich so auffordernd frech und auch fragend an, dass ich meine Taktik ändern
musste.
Ich war schon ziemlich fertig mit den Nerven und auch mit meiner Kraft ( schiebt
ihr mal eben über 500 kg durch die Gegend ), dass ich einen kleine (Denk-)Pause
brauchte.
Ich lehnte mich an die Wand und steckte mir erst mal eine Zigarette an ( übrigens
rauche ich jetzt schon seit 7 Wochen und 3 Tagen nicht mehr *stolzbin* ).
Curly fing an sich zu langweilen und drehte sich mal wieder herum.
Nun, ICH ging zum Spind und holte meine schöne, lange Bodenarbeitsgerte heraus.
Dann ging ich zu ihr und SIE schaute mich so herausfordernd an, dass ich schon
FAST wieder lachen musste.
ABER nur Fast, denn jetzt war endlich Schluss mit lustig.
Ich touchierte ( so nennt man das, wenn man das Tier haut, aber nicht so feste )
sie am POPO und sie hüpfte ganz überrascht zur Seite.
Da sollte sie aber nicht hin, also ging ich um sie herum und touchierte sie so
lange rechts und links, bis sie ganz gerade wieder an ihrem Putzplatz eingeparkt
hatte.
SUPER.
Eh,... kaum stand ich an der Wand, drehte Curly sich wieder herum, aber diesmal
so, dass sie mich nicht sehen konnte.
Da musste ich doch ganz schön grinsen. Habt ihr das auch schon mal beobachtet,
das Pferde wie kleine Kinder sind und denken, wenn sie uns nicht sehen, sehen
wir sie auch nicht?
Ich gerate schon wieder in Gefahr, von euch für blöd erklärt zu werden, ich
weiß.
ABER, achtet doch mal darauf...
Auf jeden Fall ging ich mit meiner Gerte bewaffnet zum Tier und touchierte sie
so lange bis sie wieder an der Ausgangsstelle stand.
Ich ging zurück... Curly drehte sich... ich hin... sie touchiert... ich zur
Wand... sie sich gedreht... ich wieder hin und als sie mich dann beim 3. oder 4.
Mal kommen sah, drehte sie sich schon mal ein bisschen von alleine zurück.
Aber ich war jetzt auf der strengen Tour, also wieder so lange touchiert, bis
sie genau da stand, wo wir das neckische Spiel begonnen hatten.
Mittlerweile hatte ich meine Zigarette aufgeraucht und war wieder voller
Tatendrang und auch ziemlich knatschig, denn das ist ja wohl ein Spiel für
Doofe, oder ?!
So schnappte ich mir wieder den Besen, damit ich auf ihr Gezappel schneller
reagieren konnte und legte die Gerte so an den Besenstiel, dass Curly sie nicht
sehen konnte und fegte wie wild und völlig konzentriert um das Pferd herum.
Bei jeder kleinsten Bewegung oder wenn sie nur zuckte, reagierte ich mit Stimme
oder Gerte, sodass sie fast immer auf ihrem Platz stehen blieb oder wieder dort
landete.
Dieses ganze Spiel dauerte dann EINE STUNDE, bis Curly aufgab und sich NICHT
mehr bewegte.
SEIT DIESEM TAG STEHT SIE ÜBERALL WIE FESTGEWACHSEN UND BEWEGT SICH NICHT.
(Meistens. Wann nicht, kommt beizeiten. Die Pubertät kommt noch, die Trotzphase,
die Testerei, ob ich noch der Boss bin, das Gezicke, wenn sie rossig ist, die
Probe, ob ICH auch noch alle Regeln kenne, und, und, und...)
Jetzt hätte ja der zweite Teil meiner Hausaufgabe kommen müssen: Geh- und Stehübungen,
aber Curly und ich waren uns dann doch einig, dass wir für diesen Tag genug
getan hatten und machten Feierabend.
So, und das mache ich jetzt auch: FEIERABEND...
Für alle, die den Überblick verloren haben:
wir haben Dezember im Jahre 2001.
Es ist eine wunderschöne, erholsame Zeit für Curly ( ohne Sattel, ohne Boss )
und eine stressige, lehrreiche Zeit für mich.
Für mich war es wirklich schrecklich, denn immer wenn Curly nur streng zu mir
guckte
, hatte ich schon fast ne nasse Bux
.
ABER, nicht umsonst lautet mein Motto: nur nicht aufgeben.
Also frisch gewagt, ist halb gewonnen.
Und deshalb fahre ich jetzt zum Stall und schau mal nach, wer eigentlich der
Boss ist...
GEH- UND STEHÜBUNGEN mit lustlosem Pferd:
Ehrlich, ich war voll motiviert und machte mich an`s Pferdchen, bei dem dann
aber von Motivation ja mal wirklich überhaupt nichts zu merken war.
Es hatte bei der RL soooo einfach ausgesehen und Curly war auch sofort voll bei
der Sache und soooo bemüht gefällig zu sein, wieso ging das jetzt nicht bei
mir?
Heute bin ich schlauer und sowas gibts nicht mehr. Ich habe im Laufe der Jahre
tatsächlich den ANGST-AUS-KNOPF gefunden.
Aber damals:
es war zum Heulen, im nachhinein kann ich ehrlich und selbstkritisch sagen:
wenn man mehr oder weniger mit schlotternden Knien zum Pferd geht, merkt es das
sofort und man hat verloren.
Ich aber, wie üblich völlig planlos, mar-schierte tapfer und mutig zum Pferd,
das da grinsend und völlig entspannt stand und auf die Dinge, die da kamen
wartete.
Mir schoss gerade der Gedanke durch den Kopf, dass es ihr eine gehässige Freude
machte, aber das kann man einem Tier ja dann wohl doch nicht unterstellen, oder?
Man bekommt aber einen guten Eindruck von meinem damaligen Wirrwarr der Gefühle,
nicht wahr!?!
Also die Steherei beim Putzen....SUUUUPER.... das machte ja schon mal ordentlich
Mut.
Also Führkette an`s Pferd und ab auf den Platz oder in die Halle.
Wir mar-schierten dann so hin und her und Curly langweilte sich wohl und überlegte
sich schon mal ein paar Neckereien um die ganze Situation aufzulockern.
Wieso gibt es immer großes Gespenstertreffen, wenn ich in der Halle bin??????
Curlylein hüpfte sehr motiviert an der Hand und fast auf meinen Füßen herum
und ich wurde immer verzweifelter.
Ich machte noch halbherzig ein paar Übungen und verließ dann zügig den Ort
des Schreckens.
2 x in der Woche kam die RL und machte mir alles vor. Wie ein blöder I-diot
trampelte ich hinterher und versuchte mir alles zu merken.
Sie sabbelte dabei auch ohne Unterlass und versuchte mir alles genau zu erklären.
Ich weiß noch, dass mir nach der halben Stunde immer fürchterlich der Schädel
brummte bei soviel INPUT, aber ich versuchte mir soviel wie möglich zu merken.
Interessant war für mich vor Allem, wie sich meine Einstellung änderte.
Ich weiß nicht, ob ich dass jetzt so einfach in Worte fassen kann.
Vorher dachte ich, dass Curly und ich schon ein gutes Paar seien.
Nun merkte ich, dass es nur zweckmäßig gut war, aber nicht so wirklich...
Man hatte sich irgendwie arrangiert, aber das war auch alles.
Jetzt versuchte die RL mir auch ein anderes Verständnis für das Tier PFERD
beizubringen.
Ich lernte zu verstehen, warum es so oder so reagiert oder auch nicht.
Wie ich verständnisvoll, aber stetig KONSEQUENT mit ihm umgehen soll.
Wie ich ihm zeige, dass es Vertrauen zu mir haben darf und soll.
Es lernt, mir zu folgen, zu gehorchen und und und, aber dabei seine Persönlichkeit
nicht aufgeben muss, sondern sogar es selbst bleiben soll.
Hört sich super toll an, ich weiß.
Was aber viel superer (gibt es dieses Wort schon???) toller ist, es hat
funktioniert!!!!!!!!!!!!!
Heute sind Curly und ich ein Paar und wir kennen uns gegenseitig so gut, dass es
schon unglaubwürdig wirkt.
BODENARBEIT:
Nachdem ich also bestimmt 4-5 x hinter meiner RL her durch den Sand gestolpert
war und meinte, schon ein bisschen was verstanden zu haben, musste ich es dann
vor ihr beweisen.
TOLLE IDEE!!
Ich bewies mal wieder NIX und Curly, was für ein schlaues Hotti sie doch ist.
Aber: so ganz langsam erwachte bei mir so was wie Ehrgeiz, Verzweiflung, Wut auf
mich selbst...
Das ist ja mal so ein sch... Gefühl, wenn man bei so einem dummen Tier, keine
Schnitte kriegt.
Und: das Wunder geschah!!!
Wenn ich mich so RICHTIG schön blöd fühlte, merkte ich, wie es in mir
hochstieg.
Ich wurde sauer.
Aber nicht aufs Pferd, sondern wirklich nur auf mich selbst.
Ich HASSE das Gefühl blöd zu sein...
Dann ging bei mir ein Schalter rum und die Angst trat in den Hintergrund und ich
wurde energisch.
Nicht das jetzt jemand denkt, dass ich dann böse, gemein oder ähnliches zum
Pferd war ( Curly dachte das bestimmt
, aber das war IHR Problem), NEIN, NEIN, ich schwöre es.
Ich setzte mich einfach nur durch.
Und siehe da, das Tier konnte mir auf einmal auch zuhören und gefällig sein.
DAS ist ja mal ein gei-les Gefühl.
JA, JA.
Es wurde also tatsächlich täglich besser mit unserer Kommunikation.
Ich lernte auf sie und sie auf mich immer besser zu achten und zu reagieren,
wirklich COOL.
Da kriegt man ein ganz anderes Verhältnis zueinander.
Man lernt sich tatsächlich richtig kennen und schätzen (?), nicht nur die
Schwachstellen, nein, auch die starken Seiten erkennt man.
Ich weiß nicht, wie das mit euren Pferden ist.
Curly hat so einen ausgeprägten und starken Charakter, den ich sehr schätze
und nicht missen möchte.
Ich sehe ihr manchmal, nicht immer, dann würde ich lügen, aber sehr, sehr oft,
an, was für eine Laune oder Stimmung sie hat.
Sie versteht mich mittlerweile auch, und weiß z.B. wann sie keinen Quatsch mit
mir machen darf.
Typisches Beispiel:
Vor ein paar Tagen, wurde ich gewarnt, dass die Hottis, besonders die Stuten mal
wieder alle einen an der Klatsche haben (kennt ihr diesen Ausdruck?), und nur
rumspinnen.
Na, toll, dachte ich.
Mir tat nämlich mal wieder alles grausig weh von unserer Renoviererei und ich
wollte eigentlich nur gemütlich durchgeschockelt werden, weil mir das dann
immer so gut tut.
Also habe ich meinem Curlymäuschen gesagt, dass ich wirklich alles, nur keine
ruckartigen Bewegungen gebrauchen könnte und Curly, das beste Pferd der Welt,
schaute mich mit ihren großen, klugen, braunen, schönen Augen verständnisvoll
an und ich wusste, dass ich keine Angst haben musste.
Unser Reiten war einfach nur ein Traum.
Wir waren wie eins. Meine Schmerzen waren mindestens halbiert und ich war glücklich
und mal wieder total verliebt in mein Hotti.
Falls wieder mal jemand denkt ich spinne und übertreibe, kann ich nur sagen IHR
KENNT NICHT DIESES TIER.
ES IST ETWAS GANZ BESONDERES.
Es gibt ein paar wenige Menschen in meiner Umgebung, die immer wieder behaupten,
dass es wirklich Fügung... war und so sein MUSSTE, dass ich Curly bekomme.
Mittlerweile glaube ich das auch.
Mein Leben, meine Ansichten, mein Verständnis für vieles hat sich so sehr verändert
und alles durch so ein "blödes", "unnötiges" Tier, das es
schon wieder erstaunlich ist.
Ich bin schon wieder ganz vom Thema abgekommen...
Wo war ich denn stehen geblieben...?
Ach ja, immer noch Bodenarbeit: (wird ja langsam langweilig):
kurz und gut, wir kamen uns näher und es klappte immer besser.
UND auf einmal kam mein neuer SATTEL. Yieppih!!!
UND damit kam das nächste Problem.
Ich hatte doch noch meine alte RL in Wartestellung. Ich sollte mich bei ihr
melden, wenn der neue Sattel da wäre und dann würde sie wieder kommen um mir
und meinem Mann Unterricht zu geben und mein Pferdi zu bereiten.
Könnt ihr euch noch an die letzten Reitstunden erinnern?
Schrecklich!!!
Also, was tun??
Vor allem hatte ich bei meinem kleinen Giftzwerg endlich mal das Gefühl auf
einem neuen, richtigen Weg zu sein.
Bei ihr lernte ich das Pferd anders zu sehen, zu behandeln, zu verstehen und und
und..
Also, was tun???
Ich musste mir selber klar machen, was ich wollte und eigentlich war das doch
sonnenklar, oder nicht???
Natürlich wollte ich bei ihr jetzt auch Reitstunden nehmen und diesen Weg, den
ich eingeschlagen hatte, auch zu Ende gehen.
ABER: wie sag ichs meiner alten RL, ohne sie zu sehr zu verletzen?
Wir hatten schon so manches zusammen erlebt und sie glaubte auch, dass wir für
immer zusammen bleiben. Ihre Tochter sollte auf Curlylein reiten lernen usw.
Es fiel mir sooo schwer.
Das war einer der schlimmsten Anrufe, die ich je machen musste.
Ich rief sie also an und sagte ihr, dass der neue Sattel da sei.
Sie freute sich riesig und wollte direkt am nächsten Tag kommen.
SCHLUCK...
Ich erzählte ihr stotternd und leise von den Bodenarbeitsstunden und wie gut
mir das gefallen hatte.
Da wurde sie schon immer ruhiger und ahnte wohl so langsam, was ich ihr sagen
wollte.
Wir schwiegen uns zwischendurch auch immer wieder für kurze Zeit an und ich
musste weitersprechen und es sagen und versuchen es zu erklären...
Ihr bot ihr noch an, doch auf jeden Fall auch zu kommen und sich mal die Stunden
anzugucken.
War wahrscheinlich eine total blöde Idee, naja, ich kann nicht immer die Klügste
sein...
Nun, das Ende vom Lied war, dass sie natürlich nie mehr kam und wir auch
keinerlei Kontakt mehr hatten.
Was soll ich sagen, für sie tats mir schon leid, aber für mich und fürs
Pferdchen war es so genau und ohne Wenn und Aber genau der richtige Weg und die
richtige Entscheidung.
Tja, und dann kam der große Tag der ersten Reitstunde bei Petra, so heißt
meine kleine Quältante, und ich arme S.. war über 4 Wochen nicht geritten und
ein wenig unsicher, aber wirklich nur ein wenig, weil ich immer noch die ständige
Loberei meiner alten RL im Ohr hatte.
Sie hatte mir und meinem Mann, wie manche sich vielleicht erinnern, ständig, lächelnd
gesagt, wie supertoll wir seien.
Wenn man etwas nur lange genug gesagt bekommt, dann glaubt man es irgendwann
doch tatsächlich auch.
WIE KANN MAN SICH IRREN...
Ich ging völlig motiviert zu meiner ersten Reitstunde, denn nach der Blamage
mit der Bodenarbeit, wollte ich jetzt endlich zeigen, was ich AUF dem Pferd
kann.
BOAH, WAS WAR ICH BLÖÖÖÖD....
Von dieser BLAMAGE erzähle ich euch beim nächsten Mal, denn ich glaube, dass
ich mir jetzt wieder eine Pause verdient habe
.
1. Versuch für ein neues Foto:
Ja, geklappt. Ist doch ganz gut geworden. Das ist am jetzigen Stall am 16.06.02.
Da bin ich in meiner Geschichte zwar noch nicht, aber das ist ja wohl nicht
schlimm, oder??
Und noch eins, BITTE SCHÖN!!!!
Ist vom gleichen Tag...
So, eins habe ich noch gefunden. Ist vom 7.02.02.
Und auch wenn meine Schwester jetzt wieder schreit, dass ich das nicht tun
soll: hier könnt ihr mich auch mal bewundern, wie ich gerade Curly ärgere und
sie schon wieder Gewitterwolken über ihrem Schädel sammelt.
MEINE ERSTE REITSTUNDE, ich weiß nicht mehr nach wie viel Zeit...4-5 Wochen?
Ein Sattel, ein Pferd und ich, was braucht man mehr zum Glücklichsein?
Ach ja, vielleicht eine Reitlehrerin, um auch das Pferd glücklich zu machen?
Tja, ICH kann ja reiten, nicht wahr?!
Zumindest hat das meine alte Reitlehrerin mir immer lächelnd vermittelt.
Nun kann sich der eine oder andere vielleicht vorstellen, was für einen Spaß
ich hatte.
Endlich wieder reiten und dieser Knötterbuxe von Reitlehrerin mal zeigen, dass
ich nicht völlig verblödet bin...
Auf in den Kampf...
Das dachte sich die Reitlehrerin wohl auch
Curly und ich hatten schon die meisten Gespenster verjagt, damals hatte ich ja
noch immer Angst vorm Reiten, wie man weiß, als sie endlich kam, die Petra.
Sie ist eine sehr energische kleine Person, diese Frau.
Sie läuft z.B. die ganze Zeit neben einem her, damit man auch ja alle
INFORMATIONEN mitbekommt.
Z.B. bekam ich dann irgendwann die INFORMATION doch mal eine Volte um sie rum zu
reiten.
Um sie rum, damit sie alles hautnah erlebt, im wahrsten Sinne des Wortes und
ich, damit ich genau höre und sehe, was ich alles falsch mache.
Also, ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich so wirklich nichts richtig
machte...
Nun, ich fiel dabei nicht vom Pferd und das Maul habe ich ihm auch nicht
zerrissen, aber das wars dann wohl auch schon...
Und die liebe Petra flippte so nach und nach aus, weil sie mit MIR dann wohl
doch nicht gerechnet hatte.
Sie hatte wohl einen Reiter zur Stunde erwartet und dann kam ich
Ich schämte mich von SEKUNDE zu Sekunde mehr und sagte gar nichts mehr.
Diese gemeine Person stellte mir dann auch noch so seltsame Fragen, von wegen
welche Hand innen und oben oder wo und was auch immer sei und ich guckte sie nur
völlig entsetzt an und SAGTE NICHTS.
Ich weiß wirklich nicht, wer entsetzter war, sie oder ich.
Damit gerechnet hatten wir wohl beide nicht.
Reite noch mal ne Volte um mich rum, sie gab nicht auf und Curly und ich kämpften
tapfer.
Curly wollte wohl mit Petra schmusen und bedrängte sie ein ganz klein WENIG und
ich wusste genau, dass wir das bei der Volte ÜBERHAUPT nicht durften und
versuchte verzweifelt Curly davon abzuhalten.
ES WAR GRAUSIG und soooo peinlich.
Dann sollte ich mal galoppieren.
Jau, auch witzig.
Ich umklammerte meinen Rettungsgriff, da wir ja auch am Gespensterversteck
vorbei mussten, und glaubt mir:Curly und ich wussten genau, wo sie lauerten, und
Petra kriegte den ich-weiß-nicht-wie vielten Anfall.
" Lässt du wohl sofort diesen Griff los! Der kommt SOFORT ab!"
Und da wehrte ich mich zum ersten Mal an diesem nicht so schönen Morgen.
Als sie in die Halle gekommen war, morgens als wir alle drei noch munter und
voller Tatendrang waren, hatte sie zuerst mal den Sattel und die Trense
kontrolliert.
Sattel war für ok befunden worden und Trense wurde erst einmal verändert.
Diesen Pullerriemen, wisst ihr, wen ich meine?, der ums Maul rum gebunden ist,
der kam erst mal ab.
Das Pferd kann so nicht atmen, wurde ich informiert.
Der Nasenriemen wurde ein wenig gelockert und dann gings los.
Oder auch nicht, wie wir ja jetzt schon alle wissen...
Nun, auf jeden Fall kam mein Angsthasenriemen nicht ab und nur dass ihr es
wisst, er ist immer noch an jedem Sattel dran und wird mich auch immer
begleiten. NA UND...???!!!
Meine erste Reitstunde dauerte nur 30 Minuten, in denen ich dachte, ich sterbe
vor Scham und ich war so WÜTEND...
Auf mich, auf sie, auf meine alte Reitlehrerin, denn die war ja wohl mal mit
schuld, oder etwa nicht???
Und Curly??
Die fand alles bestimmt total KLASSE.
Sie hatte nicht viel zu tun an diesem nicht so schönen Morgen. Die meiste Zeit
stand sie blöde rum und hörte natürlich NICHT zu, wenn Petra UNS etwas erklärte.
Wär vielleicht hilfreich gewesen, wenn wenigstens einer von uns beiden gewusst
hätte, was wir tun müssen, aber nein, dieses Pferd hat keinerlei Interesse mir
behilflich zu sein.
Hat sich leider bis heute nicht so wirklich geändert.
Die Arbeit hat Curlylein nicht erfunden.
Fürs nächste Mal sollte ich dann schon mal mehrere Pylonen (schreibt man die
so?) besorgen und in die Halle stellen, damit ich dann die hohe Kunst des HÜTCHENREITENS
erlernen konnte.
Damit beschäftigte mich Petra EIN GANZES JAHR lang.
Entweder bin ich doof oder unbegabt oder Petra ist einfach zu pingelig.
Wer weiß das schon, aber eins weiß ICH: ICH kann jetzt VOLTEN reiten, so
richtig schöne.
Nochmal zu dem Thema: ein Pferd in der Tombola:
Ist schon etwas komisch, aber nicht ungewöhnlich heutzutage.
Die ganzen Einstaller an dem Hof damals hatten alle ganz viele Lose gekauft, aus
Angst, dass das Tier in falsche Hände gerät. (Hatten mir damals einige erzählt,
die ich von früher kannte.)
DIE REITSTUNDEN BEI DER NEUEN REITLEHRERIN:
Ich kann euch erzählen, dass mein liebster Held (mein Gatte) natürlich auch
bei meiner kleinen Reitlehrerin Unterricht nehmen MUSSTE.
Auch er war der irrigen Ansicht reiten zu können.
Aber da hatte ich sie ja schon vorgewarnt und ihr gesteckt, dass er noch weniger
konnte als ich.
Der Blick, den sie mir da zuwarf, war äußerst beleidigend.
So von wegen, noch weniger, geht gar nicht. HA,HA...
Schön, wenn wenigstens einer sich amüsiert.
Ich sehe heute noch die DOLLARNOTEN in ihren Augen. Sie dachte wohl sofort, dass
wir drei eine beständige Einnahmequelle sind.
Aber da machte mein Mann ihr dann einen Strich durch die Rechnung.
Nachdem er ein paar Monate HÜTCHENREITEN hinter sich gebracht hatte, streikte
er und meinte, dass ihm das keinen Spaß machen würde und er lieber richtigen
Reitunterricht hätte, so nach guter alter Englischart.
Da ich aber der Ansicht bin, man kann auf einem Pferd nicht zwei verschiedene
Reitweisen gleichzeitig reiten, suchte er sich daraufhin eine Reitbeteiligung
auf einem normal englisch gerittenen Pferd.
PRIMA!!!!!!!
ENDLICH!!!!!
ES IST SOWEIT!!!!!
Wisst ihr, was das bedeutet???
NAAAA??????
JAAAAAAAA, Curly gehört MIR, MIR ganz allein
IST DAS NICHT EINFACH NUR SUUUPER..........?
Ich war im Gegensatz zu meinem Mann soooo tapfer.
Ich lernte HÜTCHENREITEN, ich träumte HÜTCHENREITEN, ich hasste HÜTCHENREITEN.
ABER ich tat es.
Hütchen als Viereck aufgebaut.
Hütchen in einer Reihe auf der Mittellinie hingestellt.
Hütchen in die Ecken platziert.
Hütchen bei diversen Punkten, wie B oder E (glaube ich), abgesetzt.
Habt ihr eine Ahnung, was ich meine???
Die erste Zeit hasste ich diesen Unterricht.
Ich kann das gar nicht beschreiben.
Sie meckerte nur rum.
Nichts machte ich richtig oder nur annähernd gut.
Ich kam in den REITERKINDERGARTEN.
Kennt den jemand?
NEE, wahrscheinlich nicht, denn irgendwie war ich dort immer sehr einsam.
Ich heulte sogar nach mancher Stunde und wollte NIE wieder reiten (was ist
das?).
In einer Stunde machte sie mich so fertig, dass ich merkte, dass mir die Tränen
kamen.
Sie merkte es auch und...
JA, VON WEGEN...
Kein Mitleid, NEIN.
Sie meckerte mich auch da noch an: "Heul nicht, REIT!"
Und da wurde ich dann langsam aber sicher SAUER.
Ich schluckte die Tränen runter, biss die Zähne zusammen, schickte die Angst
auf Tauchstation (die behinderte mich doch immer wieder), und RITT.
Nicht schön, nicht toll, aber in die richtige Richtung und ohne Diskussion mit
dem Pferdi.
Danach wurde es dann langsam besser, nicht immer (ihr wisst doch: 5 Schritte
vor, 3 zurück usw.), aber immer öfter und vor allen Dingen immer wieder mal.
Ich lernte Reitfiguren, die meine Mitreiter in der Halle oder auf dem Platz,
wenn ich fleißig für die nächste Stunde übte, völlig aus dem Konzept
brachten. (Ich muss gestehen, am Anfang war ich die Einzige, die dabei Spaß
hatte, aber mittlerweile haben sich die anderen daran gewöhnt und ertragen mich
und meine REITKÜNSTE mit Fassung.)
Nur damit ihr mal einen kleinen Eindruck von den Leiden meiner Mitreiter
bekommt.
Der eine oder andere fragt sich jetzt vielleicht, warum ich mir das alles
angetan und nicht den Reitlehrer gewechselt habe.
Was soll ich sagen?
Da war so ein Gefühl...?
Ich kann es nicht erklären.
Ich wusste, da ist was, was mir gefällt.
Ein Satz von ihr hatte damals einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Der Satz war ganz einfach und mancher von euch kennt ihn bestimmt auch.
"Wenns dem Pferd gut geht, gehts dem Reiter auch gut."
Nichts Spektakuläres, ich weiß.
ABER: vorher kannte ich den Satz nur anders herum und anders fand ich ihn völlig
unpassend, denn wenns dem Reiter gut geht, gehts dem Pferdchen noch lange nicht
gut, das ist meine Meinung...
Und mein Gefühl hat mich nicht betrogen.
Ich reite jetzt seit fast 3,5 Jahren bei ihr und wir haben alle drei Spaß.
Sagen wir mal so: Petra und ich haben viel Spaß, mal mehr, mal weniger und
Petra eindeutig immer am meisten, und Curlylein ...nun, ich hoffe und habe so
das Gefühl, dass sie auch Spaß hat?!?!
Heute mal:
Herzchen reiten...
Geeignet für alle Sorten Pferd, vor allem die, die steif und unlustig sind
Man nehme ein lustloses Pferdi, setze sich darauf und reite ein wenig warm.
Wenn das Tierchen dann anfängt sich zu langweilen, mache man z. B. diese Übung:
An der kurzen Seite....aus der Ecke kehrt reiten....
an der nächsten Ecke (immer noch die kurze Seite)....sofort wieder aus der Ecke
kehrt reiten...
Pferd ist völlig überrascht und staunt, wenn nicht...:
in der Mitte der kurzen Seite noch ne schicke Volte einbauen, mal rechte Hand,
mal linke Hand...
Malt das jetzt mal mit dem Finger auf....
Was seht ihr da???
Die oberen Bögen eines Herzchens, ja?!?
DAS ist Herzchen reiten, wofür es gut ist, brauche ich ja wohl nicht erklären...
Nächstes Mal erkläre ich dann "Henkeltöpfchen reiten", okay?!
So, jetzt habe ich Shettys Wunsch erfüllt, oder????
Naja, ich will mal nicht so gemein sein.
Mir sind noch ein paar neckische Begebenheiten von meinem Mann eingefallen,
die wollte ich euch nicht vorenthalten.
Wer gibt mir eigentlich Asyl, falls er mich rausschmeißen will, wenn er das
liest ?
Ich saß mal wieder ganz gemütlich beim Geburtstag, diesmal von meiner allerlängsten,
allerbesten Freundin, und mein Gatte durfte damals noch mein Hottili reiten, als
plötzlich mein Handy summte, da eine SMS eingegangen war.
Neugierig, wie wir Weiber nun mal sind, habe ich sofort nachgeschaut und bekam
mal wieder einen Lachkrampf.
Die SMS war von meinem Mann, der mir mitteilte, dass er in 10 Minuten fast 2x
von Curly gefallen war.
Er macht sowas immer, wenn ich nicht dabei bin, wie gemein und egoistisch.
Nachher erzählte er mir, dass dieses Monsterpferd ohne Grund an der kurzen
Seite ganz plötzlich zur Seite gesprungen war und er dann ratzfatz im Sand lag.
Das Peinliche war nur, es war Sommer und viel zu viele Weiber saßen draußen am
Reitplatz in der Sonne und quatschten.
Bzw. quatschten sie dann nicht mehr, sondern wollten meinen Helden retten.
DEM war das ja mal sowas von peinlich.
Nein, er wollte nicht gerettet werden. Nein, er hat sich nicht weh getan. Ja, er
wollte auch wieder aufsteigen und weiterreiten.
Die Weiber hatten ihn nun doch ein wenig im Blick, wollten ihn immer noch gerne
retten.
UND fast hätte er ihnen die Chance gegeben, aber als meine süße, kleine
Curlymaus dann wieder wegsprang (war damals echt ein Hobby von ihr, hab ich ihr
aber ausgetrieben), krallte er sich verbissen in ihrer Mähne fest und rutschte
vorsichtig vom Hals zurück in den Sattel.
AUA, kann ich da nur sagen.
Die Weiber waren jetzt sehr aufmerksam und mein Mann dann nicht mehr GANZ so
locker, sodass er seine Reitkünste bald darauf abbrach.
ICH konnte mir zu Hause dann sein Gejammer anhören.
NATÜRLICH hatte er sich weh getan, muss wohl ordentlich geknallt haben, wie man
mir berichtete, aber ein Mann, ein Held gibt sowas ja nicht vor Fremden zu....
BOAR, was können Männer leiden, wenn sie zu Hause in ihren eigenen vier Wänden
sind...
Und was müssen wir Frauen dann erst mal leiden, nicht wahr????
Inzwischen hatte mein Gatte schon mehrere Reitbeteiligungen, wiedrige Umstände
erforderten dieses, und von jeder (?) ist er jetzt schon mal heruntergeknallt.
Das ALLER-ALLERBESTE war der Tag, an dem er mir dieses Ereignis auch gönnte.
Er hatte noch seine erste und ihm liebste Reitbeteiligung, die beiden waren
wirklich ein ganz tolles Paar, bis das Hotti krank wurde und in Rente musste.
Mein mir allerliebster Held und ich wollten zusammen ausreiten.
Gesagt, getan.
Pferdis geputzt und fix und fertig für den Ausritt, raus vor die Tür,
aufsteigen und dann sollte es losgehen.
Die zwei Männer (Gatte und Wallach) standen rechts, Curly und ich links von
ihnen.
Ich, wie manche vielleicht schon wissen, etwas klein geraten, kann kaum über
Curlys Rücken gucken, sah noch, wie mein großer Held dabei war aufzusteigen, hörte
auf einmal ein, zwei Tritte Hufgetrampel vom Wallach, wunderte mich, schaute
hoch zu meinem Mann,...
Aber da war keiner...
Wunderte mich so richtig und dachte nur: "HÄH, wo ist er denn?Er ist doch
gerade aufgestiegen?"
Ging völlig irritiert vorne um Curly herum, sah immer noch keinen.
Ging weiter ums Wallachchen herum und ...da fand ich ihn...
Er saß auf seinem Allerwertesten rechts vom Pferd auf dem Steinboden, die Zügel
noch in der Hand und hatte riesengroße Telleraugen, die mich völlig entsetzt
anstarrten.
Ich war jetzt ganz verwirrt und fragte ihn total verblödet: "Wieso sitzt
du hier? Du bist doch gerade aufgestiegen? Wie kommst du hierher?"
Und er starrte mich nur an und sagte dann immer und immer wieder:"Boar, wie
peinlich.Ich bin runtergefallen."
Ich immer noch gehirnlos:"Wie runtergefallen? Du bist doch gerade
aufgestiegen!"
Da kam ein anderer Reitersmann angerannt und rief schon von weitem:" Mein
Gott! Hast du dir was getan? Ich habs gesehen.Du meine Güte.Es sah schrecklich
aus. Du bist ja kopfüber runter. Hast du dir was getan?"
Und mein allerallerliebster Held hielt sich nur dran mit seinem stereotypen:
Mein Gott, ist das peinlich.
Und da kapierte ich so langsam, was denn nun passiert war und merkte, wie sich
so langsam aber sicher der Lachreiz in mir ausbreitete.
Und dann konnte ich nicht mehr und prustete los.
"Du bist beim Aufsteigen, im Stehen runtergefallen? Das gibts doch gar
nicht. Wie konnte das nur passieren???"
Und ich lachte und lachte.
Ich hatte mich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle.
Das sind die Momente ,in denen mein Mann mich hasst.
Dieser überflüssige HUMOR.
Und ich lache sooo gerne...
Den ganzen Weg bis zum Wald, konnte man mich lachen hören.
Ich hatte zwischendurch halbwegs die Kontrolle über mich wiedergefunden, da
fing mein Mann immer wieder an mit seinem "mein Gott, ist das
peinlich" und ich prustete wieder los.
Das war einer meiner lustigsten Ausritte.
Als wir zurückkamen, war mein Mann klätschenass geschwitzt (es war warm und er
transpiriert etwas mehr als ich).
Der besorgte Reiterkollege war immer noch da und kam sofort angelaufen als er
uns sah und fragte ganz mitleidig, ob mein Göttergatte jetzt auch noch in den
Bach gefallen sei, da er doch so nass war.
Da platzte ich wieder und machte mir wirklich bald in die Hose vor lauter
Lachen.
ICH hatte tierisch viel Spaß an diesem Tag und HEUTE kann mein Männe auch darüber
lachen, Gott sei Dank.
So, Shetty, war das so in deinem Sinne???
Ich denke, ich war mal wieder fleissig genug und ihr habt hoffentlich auch ein
bisschen Spaß an meinem Geschreibsel.
Wie man sieht, ist das Zeichnen mir nicht in die Wiege gelegt worden.Dabei
hatte ich sogar mal ne eins in Kunst, auf dem Gymnasium...
Naja, Eure Phantasie ist eben auch gefragt, so...
Beim normalen FN-Englisch reiten, wird aus der Ecke kehrt ja eigentlich nur an
der langen Seite geritten und ich muss es eben an der kurzen Seite reiten. So
viel noch mal zum Herzchen reiten.
Die Ideen und Vorschläge, die zu den anderen Übungen kamen, waren schon
richtig gut.
Ich versuch gleich noch Henkeltöpfchen zu zeichnen.
Ihr habt hoffentlich noch in Erinnerung, dass der Computer und ich nicht
unbedingt die dicksten Freunde sind.
WAS ICH HIER VOLLBRINGE IST HÖCHSTLEISTUNG....
Also: Henkeltöpfchen:
das soll ein Mittelzirkel sein, an dem jeweils rechts und links auf der
Mittellinie eine Volte geritten wird.
Habt ihr irgendeine Ahnung, was ich euch sagen und ZEIGEN will???
Auf jeden Fall werden die Pferde durch solche Übungen wunderbar gebogen
usw.usw. und dadurch normalerweise schön locker.
Falls jemand etwas mit meinen Zeichnungen
anfangen konnte und sich noch für Kleeblattreiten oder ähnliches interessiert,
kann er es ja kundtun.
So, mal was anderes:
mein Curly-Mädchen ist seit 2 Monaten ein Regen-Headshaker.
Tierärzte sind begeistert und würden sie am liebsten für die Forschung
nehmen.Ich finde das ja mal unverschämt.Die sollen dem armen Tier helfen und
sonst gar nichts.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Allergietest positiv gegen fast alles...
Am Mittwoch bekam sie eine Cortisonspritze und jetzt wird ein Serum zur
Desensibilisierung hergestellt.
Gestern bin ich voller Hoffnung vor die Tür, da es regnete und ...Curly
versteckte ihren Kopf zwischen meinen Beinen und wurde immer unruhiger und
wollte nur noch rein.
Es war bald schlimmer als vorher.
Ich bin ein wenig durch den Wind deswegen, habe jetzt schon mit mehreren TA
gesprochen und hatte heute noch ein langes Gespräch mit einer Freundin, die THP
ist.Sie will sich auch eine Therapie überlegen.
Mal schaun, was noch so alles kommt.
Ich habe ganz viel im Internet gelesen und gesucht und deshalb hatte ich auch
keine Zeit und Lust hier zu schreiben.
Kann ja nur besser werden.
Eine kurze Geschichte, die am Mittwoch passierte, will ich euch nicht
vorenthalten, weil man da mal wieder sieht, wie klein doch die Welt ist.
Ich kam wie üblich völlig gestresst und genervt zum Stall, Mittwoch ist mein
stallfreier Tag, weil der TA ja mit Blutwerten usw. kommen wollte.
UND ... der Putzplatz sah aus wie Sau.
Alles war vollgestellt, dreckig, unordentlich, nicht gefegt...
Ich bin ein Pedant und hasse sowas sowieso, dann ist das dort meine Freizeit und
ich habe keine Lust für andere erst mal aufzuräumen, das habe ich zu Hause,
das brauche ich nicht noch in meiner Freizeit.
Also hatte ich schlechte Laune...
Dann hatte ich ja gesehen, dass 2 Neue mit ihrem Pferd in die Halle gegangen
waren und so wollte ich die beiden dann auch mal aufklären, wie das so bei uns
geht.
Sie versicherten mir dann, dass sie das ja gar nicht waren und ich mal den
soundso ansprechen sollte.
Also ma.r.sch.ierte ich weiter und verteilte fleißig Schimpfe und machte mich
bestimmt schrecklich unbeliebt.
Auf jeden Fall saß ich sehr viel später mit ner Freundin draußen und wir
quatschten so über dies und das, so mehr Erwachsenenkram (Telefonservice, falls
jemand weiß, was ich meine
) und eine von den Neuen saß bei uns und hörte uns zu.
Als ich sie dann ansprach und meinte, dass sie ja nun endgültig einen ganz
schlechten Eindruck bekommt, sagte sie: "Nein, krieg ich schon nicht. Und
übrigens, ich kenne dich."
Ich schaute sie an und mir wurde spontan etwas komisch.
"Nein, wir kennen uns nicht.", sagte ich sehr irritiert.
"Doooch.Ich habe deine Geschichte gelesen und einen Beitrag
geschrieben."
Mir war jetzt richtig schlecht.
Ich schämte mich, weil ich so einen schlechten Eindruck gemacht hatte.
Erst die Meckerei wegen dem Putzplatz und jetzt auch noch dieses blöde Gelabere
über..ihr wisst schon was, oder?!
Aber sie lachte und meinte, dass es so schlimm schon nicht sei.
Sie wollte schon was sagen, als ich in die Halle geschossen kam um zu Meckern
und hat sich dann aber nicht getraut, weil ich so dominant war.
Das gefällt mir ja mal gut. Da kann man mal sehen, wie ein Pferd und eine
kleine Reitlehrerin jemanden doch verändern können.
Auf jeden Fall ist das ja mal ein komisches Gefühl.
Ob ich hier so anonym sitze und über mein Leben, meine Gedanken und und und
schreibe oder dann plötzlich so ein Leser, der so viel über mich weiß, da vor
mir steht, das ist schon ein gewaltiger Unterschied.
Kommentar von meiner Schwester:"Siehst du, ich hab dir doch gesagt, schreib
keine Namen..."
Na, klasse.Zu spät..
Auf jeden Fall, war mein nächster Gedanke:jetzt reite ich nicht mehr.
Wie peinlich...
Ist natürlich Blödsinn.
Ich habe noch nie behauptet reiten zu können, also: was solls.
Am Freitag war ich dann schon wieder lockerer drauf und habe die junge Frau dann
erst mal ausgenutzt und mit ihr Stangen und Plane geschleppt und ein Stangen-L
aufgebaut.
Ich bin die Beste in UNBELIEBT machen
, eine meiner leichtesten Übungen.
Als sie mit reiten fertig war, draußen auf dem Platz, wo ich wegen Regen ja
nicht reiten konnte
, setzte sie sich noch kurz an die Bande und wir quatschten noch ein bisschen.
Dann hat sie mir Curly trocken geritten und bemerkte, wie faul sie doch sei, ja,
ich weiß
, und ich habe weggeräumt und noch ganz spontan Planenübungen mit den beiden
gemacht
.
Nun, beide haben es überlebt und ich bin mal gespannt, wies weitergeht.
So, das waren ausnahmsweise mal aktuelle Neuigkeiten und demnächst schreibe ich
mein Tagebuch weiter, damit wir endlich in der heutigen Zeit ankommen.
Ich kann ja ganz kurz und knapp schreiben...
Mir fällt bestimmt sowieso bald nichts mehr ein...
Auf jeden Fall wars das für heute.
ZUERST EINMAL : DAAANKE FÜR DIE SUPERNETTEN BEITRÄGE, DIE IHR MIR IMMER
REINSCHREIBT.
Ich freu mich wirklich immer total darüber, kann aber nicht auf jeden einzeln
eingehen, dann würde ich ja gar nicht mehr zum Schreiben kommen.
Curlylein gehts unverändert.
Bei trockenem Wetter gut, bei Regen schlecht.
Abwarten und hoffen...
Für meine Wissbegierigen :
Kleeblattreiten :
Man stelle vier Hütchen, Pylonen, im Viereck auf, jeweils 8 Schritte
auseinander und nach und nach verringert man die Abstände.
Ich bin jetzt schon bei 6 Schritte auseinander.
In der Mitte aufgestellt und GERADEAUS geritten und ums rechte Hütchen eine
Volte.
Wenn man wieder zwischen beiden Hütchen ist, GERADEAUS geritten und bei den nächsten
eine Rechtsvolte, GERADEAUS und Rechtsvolte und noch einmal.In der Mitte
stehen, loben und Hinterhandwendung, dann das Ganze auf der linken Hand.
Erst im Schritt, dann im Trab und zum Schluss im Galopp.
Jetzt kommt meine Zeichnung :
Ich hoffe, dass man das versteht.
Man kann auch nur ne halbe Volte reiten und dann schon wieder geradeaus.
Wichtig ist der Wechsel zwischen Biegen und Geradeaus.
Ich improvisiere dann auch noch und reite Achten auf gegenüberliegenden Hütchen
oder an nebeneinanderliegenden Hütchen oder beides im Wechsel.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und ES WIRKT...
Probierts schön aus und dann schreibe ich demnächst meine Kontonummer für
die Entlohnung meines Reitunterrichts
.
Auch in der weiteren Phase des Reitens können diese Dinger schön integriert
werden.
Beim Zirkelverkleinern, ne Galoppvolte mal nur um ein Hütchen und...und...und
Mittlerweile bin ich schon ne große Nummer beim Hütchenreiten ( im
Gegensatz zu euch
) und das Frühjahr kommt und was bedeutet das???
Nun, die ganzen Bekloppten wollen wieder AUSREITEN...
Ich weiß noch genau, wies letztes Jahr endete...
Kann sich noch jemand erinnern???
RICHTIG...ich machte meinen stuntmäßigen Abgang vom Pferdi und dann ab in die
Winterausreitpause.
Toll, jetzt sollte dieser Stress also wieder anfangen.
Erwähnte ich schon, dass ich zum Ausreiten noch nicht so ganz die richtige
Einstellung gefunden hatte?
War ja jetzt auch schon ziemlich lange her, son Mist, Angst hatte ich sofort
wieder.
Was bedeutete dieses??
Ich brauchte liebenswürdige Kameraden, die erst mal ein paar Runden mit Pferd
an der Hand mit mir spazieren gehen...
LAAAnge gesucht, nicht so wirklich Begeisterte gefunden.
Tolle Sache und nun?
Die liebe Regine opferte sich dann,DAAAAAANKE.
Sie ist auch Reitschülerin bei meiner Petra, also schon mal eine Gemeinsamkeit.
Die beiden Hottis mögen sich auch, also : auf gehts.
(Irgendwie springe ich heute zwischen den Zeiten, kann das sein???
Bin ein wenig MÜDE.Kann ja nix werden.)
UND dann wars auch wieder so weit und ich musste in den Wald, mit HÜ, wie
Traber Tina zu sagen pflegt
.
Ich übersetze das mal: HÜ ist bayrisch und bedeutet Hotti oder auf hochdeutsch
PFERD.
WISSEN JETZT ALLE BESCHEID?
KANN ICH JETZT WEITERMACHEN??
die Ausritte wurden immer netter und waren auch gar nicht mehr so spektakulär...
Bis auf das eine oder andere Mal...
Curly gehts gut, da das Wetter gut ist.
ABWARTEN...
Das Jahr 2002:
Ich muss gestehen, dass mir da nicht ganz so viel dazu einfällt.
Vielleicht war es ja so schrecklich, dass ich alles verdrängt habe.
WER WEIß !!
Auf jeden Fall kann ich mich erinnern, dass ich Hütchenreiten immer noch hasste
wie die Pest.
Meine Reitlehrerin ist aber auch so pingelig.
Keine Volte ist ihr rund genug oder Anfang und Ende nicht übereinstimmend genug
(ich rede hier von cm nicht von LÄNGEN).
EINFACH NUR ÄTZEND....
Sie hat mich ehrlich fertig gemacht in der ersten Zeit.
ABER es hat sich gelohnt.
Wir haben jetzt wirklich immer sehr viel Spaß miteinander und lieben uns heiß
und fettig.
Ich wollte das noch mal kurz erwähnen, weil es im Text nicht immer so WIRKLICH
rüber kommt.
Dann fiel ihr ein, dass es Zeit wäre mich in die hohe Kunst der GYMNASTIZIERUNG
des Pferdes einzuweihen.
In die was???
Ganz einfach:
Ich, großer Schisser vor dem Herrn, zu blöd um ne einfache Volte zu reiten,
sollte jetzt auf einmal SEITENGÄNGE reiten.
ICH LACH MICH TOT.
Das Pferdi übrigens auch.
Kam mir in keinster Weise entgegen, übrigens immer noch NICHT, und wie BITTE
SCHÖN, soll ich Seitengänge reiten, wenn ich mit einer Hand im
Angsthasenriemen hänge???????????????????????????????????????????
Ich konnte damals noch nicht einmal Schenkelweichen reiten, was eigentlich JEDER
kann und sollte jetzt ernsthaft
-Schulterherein
-Travers
-Renvers
-Traversale
( NATÜRLICH eins nach dem anderen, ganz in Ruhe) lernen.
JETZT HABE ICH MICH ABER TOTGELACHT
.
Es war soooooo schrecklich, und ich dachte Volten reiten wäre grausig....
Also bei den normalen Englisch Reitern kommen diese grausigen Sachen UNBEDEUTEND
später.
So L- oder M-Lektionen sind das, glaube ich, aber nach Penquitt ist das einfach
nur Gymnastik fürs Pferd und das Allererste und Allerwichtigste.
Das Pferd GYMNASTIZIEREN, GYMNASTIZIEREN....
Der Rest soll dann wohl von alleine kommen???
Keine Ahnung, weil ich bin ja DOOOOOF und übe immer noch die Seitengänge im
SCHRITT, bzw. das können wir mittlerweile so gut, dass man sie erkennt und ich
habe das mittelschwere Problem, dass meine kleine Schnubbelmaus, auch FAULTIER
genannt, der Ansicht ist, dass so eine Gymnastizierung völlig, aber wirklich
und ernsthaft VÖLLIG ausreichend ist.
Jetzt sieht die ganze Sache bei uns so aus:
im Schritt...OKAY...im Trab...NEEEE, MUSS NICHT SEIN...
Also brauche ich Hilfe.
Dazu komme ich gleich.
Vorweg ne kleine Anmerkung.
Jetzt stellt euch mal vor, ich würde aufs Turnier gehen.
Dann wären Seitengänge im Trab dran und ich würde zum Richter
sagen....MOMENT.
Dann käme mein kleiner Helfer, wer auch immer, das ist völlig egal, hauptsache
dieser Helfer hätte ne Gerte in der Hand, die so leicht auf Curlys faulen POPO
zeigen würde...
NAAAA, was glaubt ihr...
JAAAAAAAAAAA, wir können Seitengänge im Trab.
Kein Problem.
Ey, du da oben, sag das doch gleich.
Aber, wehe mein kleiner Helfer geht dann wieder weg...
NIX mehr mit Seitengänge im Trab reiten...NE, NE, NE, ...
NEEE, das ist doch anstrengend und soviel Gymnastik an einem Tag, wer braucht
denn sowas...
HILFE, MEINE NERVEN...ICH MACH MICH JA ZUM AFFEN...bzw. sie macht mich ....
Ob irgendein Richter für so ein DREAMTEAM Verständnis hätte???
Reiten mit Schwierigkeiten, bzw. mit Curly, was aufs Gleiche rauskommt, falls
jemand weiß, was ich meine.
Möchte vielleicht mal jemand tauschen??
Vielleicht würde ich ja auch gerne mal auf einem ausgebildeten Pferd sitzen,
welches ganz eilfertig immer macht, was ich sage, wenn es mich denn dann
versteht?!?!
Noch mal zur Erinnerung für die unter euch, die etwas ganz Wichtiges vergessen
haben:
1. Curly war roh als ich sie bekam und hat dann nur eine kleine Grundausbildung
genossen
2.ich bin immer noch roh und werde es wahrscheinlich sein bis ich nicht mehr bin
( Longe heute war SCH....)
Zwischendurch habe ich dann zur Entspannung fürs Hotti auch immer wieder mal
Bodenarbeit gemacht.
Naja, dachte alles läuft schon ganz nett, als wir dann eines Tages in die Halle
gingen und ich eigentlich nur ein bisschen durch die Halle hoppeln wollte......
halloooooo*vorsichtigumdieeckeschiel*
Na, das habe ich ja schon mal super gut geschrieben, ist ja schon mal ein
Anfang, neeeee...
Also:zur Aufklärung für euch:
es ist TOTAL gefährlich, wenn man ein super gut dressiertes Pferd hat, das beim
Putzen ganz brav und hinterhältig blöde auf einer Stelle rumsteht, als könnte
es kein Wässerchen trüben und sich in Wirklichkeit die ganze Zeit still und
leise überlegt, was es heute wieder zur Erheiterung der anderen anstellen kann.
Witzig...Der eine oder andere, der uns kennt, würde sich jetzt wahrscheinlich
schon wieder kringeln vor Lachen....ha, wie witzig....
An jenem besagten Tag betrat ich mit meinem BRAVEN Ross die Reithalle.
Ich voll motiviert, wollte mal wieder für meine Quälstunde (andere haben
Reitstunden) üben.
Stellte das Tierchen, wie es sich gehört in der Mitte des Zirkels ab, ließ die
Steigbügel links herrunter und wollte vorne ums Pferd herum auf die andere
Seite, als dieses absolute MONSTERPFERD mich ANSTIEG....
Ich war so geschockt und wurde dann SUPERSAUER....
Gerte hatte ich in der Hand und ich mar.s.c.h.i.erte mit großen Schritten aufs
Pferd zu und sie stand da Füße in der Luft und sah mich kommen....
Ich muss gestehen, ich schrie sie an und schlug ihr mit der Gerte vor die Brust
und jagte sie rückwärts, dass sie sich fast auf ihren A.r.s.c.h setzte und hörte
erst auf, als ich ihren entsetzten Blick sah.
Ich glaube, da hatte sie das erste Mal in ihrem Leben Angst vor MIR (sonst war
das ja immer nur umgekehrt der Fall).
Ich glaube, dass sie gemerkt hatte, dass es da völlig aus war mit lustig.
Ich war so entsetzt und wütend und geschockt und...ich weiß bis heute nicht,
warum sie das gemacht hatte.
Die anderen in der Halle und an der Bande waren auch alle total geschockt und
keiner konnte verstehen, was das sollte und warum sie das gemacht hatte und alle
waren fassungslos über mich....
JEDER teilte mir nachher seine BEWUNDERUNG mit, alle wussten ja auch, was für
ein Oberschisser ich war, und sagten, dass ich das gut gemacht hatte und sie
nicht wüssten, ob sie so schnell und ...reagiert hätten...
Ich bin an dem Tag ca. 2 cm gewachsen, mindestens...
Danach habe ich die Steigbügel auf der rechten Seite herruntergelassen und bin
aufgestiegen.
OB ich dann Angst hatte...
Nein, nachdem ich Curlys Augen gesehen hatte als ich sie rückwärts jagte,
wusste ich, dass ich keine Angst haben musste.
Und genauso war es dann auch.
Wir sind wunderbar geritten und alles klappte.
Dieses kleine Schleimtier war sehr bemüht meine Wünsche zu verstehen und in
die Tat umzusetzen.
DAS gibt mir jetzt zu denken:
vielleicht sollte ich diese Rückwärtsgeschichte nochmal wiederholen, damit ich
mal wieder zum Reiten komme?????????????????????????????????????
Keine Angst....ICH LIEBE DIESES SCHRECKLICHE MISTVIEH, aber sie weiß das und
nutzt das schamlos aus.
Was dann doch wieder die Frage aufwirft, ob man nicht doch......???
REITSTUNDEN:
abendfüllendes Thema.
Ich hatte geschrieben, wie toll alles bei den RS ist...
ICH HABE GELOGEN...
Mir ist nämlich gerade eingefallen, wie diese einfach nur unmögliche Frau,
Reitlehrerin, bzw. TRAINERIN genannt, MICH, den besten Voltenreiter der ganzen
Welt, in die Reiterkrabbelstube steckte.
Habt ihr euch das jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen?
Krabbelstube...
Sowas gab es vorher noch nicht.
Ich war ja mal wieder so sauer und beleidigt und hätte doch fast DOCH wieder
geheult, aber von wegen.
Zu Hause habe ich in der Garage das alte Buddelzeug meiner Töchter gesucht.
Aber Fehlanzeige. Hatte ich alles schon verschenkt.Wollte ich zur nächsten RS
mitnehmen und hätte mich dann in der Mitte der Reithalle auf den Boden gesetzt
und ne Burg gemacht und fleissig gebuddelt.
Curly hätte dann neben mir gestanden und gestaunt, was ich alles kann.
Aber, das war mir auch wieder nicht gegönnt.
Ein anderes Mal, als diese Reittante mich wieder so ärgerte, habe ich sie
gewarnt und ihr angedroht, dass ich vom Pferd steige und sie in den Sand schmeiße.
SIE HAT MIR NICHT GEGLAUBT
Jetzt ist sie vorsichtiger.
Meine Quälstunde war vorbei und ich mal wieder mehr oder mehr geschockt über
alles, was ich nicht wusste und konnte, als sie der Kollegin, die nach mir
Unterricht hatte, auch noch mein Unvermögen unter die Nase rieb.
Das muss ja wohl nicht sein, oder???
Auf Leuten, die am Boden liegen, trampelt man ja wohl nicht noch rum, oder???
Petra ist da nicht so sensibel.
Also drohte ich ihr, aber das amüsierte sie genau so lange, wie es dauerte bis
ich vom Pferd gehüpft war und mich auf sie stürzte.
Meine braven Fans erinnern sich, dass Petra eine kleine, spindeldürre, schmächtige
Person ist, so GROß wie ich, eher einen cm kleiner.
Nun kam es aber so, wie ich es dann nicht erwartet hatte...
HAAAH, ich sprang vom Pferd, fiel fast auf die Nase, aber eben nur fast
, und sprang auf meine heißgeliebte (?) Petra.
Unfassbar, die Frau wehrte sich.
Ich weiß nicht, wer überraschter war, sie oder ich.
Wir beide rangelten da rum und keiner von uns beiden gab nach.
Wir sind beide totale Sturköpfe...
Curly und Ronja mit Regine oben drauf, standen daneben und GLOTZTEN blöd.
So was hat es wahrscheinlich noch nicht gegeben und beinahe wären wir dann
beide zusammen in den Sand geknallt (wie peinlich), aber in letzter Sekunde
konnten wir uns noch fangen und....rangelten weiter.
Wenn unser Bauer uns gesehen hätte...ohjemine....
Keiner wollte nachgeben und langsam konnte ich nicht mehr, damals rauchte ich ja
schließlich noch, was mich auf die Idee bringt, dass ich es morgen früh ja
noch mal versuchen könnte
1. rauche ich nicht mehr und habe deshalb mehr Kondition
2. habe ich ca. 8 Kilo (ich schäme mich) zugenommen, sodass ich aber den
Gewichtsvorteil habe
Mal sehn, ob sie brav ist oder.....
Aber an diesem Tag vor ca. 3 Jahren waren wir ziemlich gleich stark und gaben
dann ziemlich gleichzeitig auf (was fürn Glück für mich
).
Wir haben uns dann noch ein bisschen abgegeiert über die ganze Situation und
man stellte wieder einmal fest, dass ich vielleicht ein bisschen anders bin als
die anderen...
Naja, bei der nächsten Reitstunde hat sie sich gerächt und mich mal wieder
dran genommen
Curlylein, das Pferd, das ich so doll liebe....
IM WALD gibt es Pfützen und Matschlöcher und den Bach ( im ROTBACHTAL, jaja,
mit der Whiskybude, die jeder kennt, wo ich aber nie jemanden treffe
), ABER Curly meint, sie wäre eine Prinzessin und die gehen nicht durch so nen
MODDER, nein, nein
Kommt gut im Trab oder womöglich im Galopp.
Ein hakenschlagendes Faultier, lustig, darauf ist man dann aber nicht so
wirklich vorbereitet.
Oder wenn sie dann auf einmal über solche UNTIEFEN springt, als wären es 2
Meter hohe Stangen.....
Am Allerbesten kommt es aber, wenn sie im vollen Galopp einen Westernstopp
hinlegt, dass ich nach vorne knalle und nur meine HAND am RETTUNGSRIEMEN mich
dann in den Sattel zurückschleudert, was nur halb so lustig ist wie es sich womöglich
anhört....
Ich hoffe, dass man so einen kleinen Einblick in unsere überaus NICHT
langweiligen Ausritte bekommen konnte.
Aber: ich arbeitete daran und es wurde besser.
Langsam, aber stetig.
Und das was man in Ruhe lernt, soll ja auch viel besser sitzen, nicht wahr...?
Was total süß war, war Ronja.Sie plantschte soooo gerne im Wasser.Curly guckte
immer leicht irritiert und wackelte mit dem Kopf, wenn Wassertropfen ihr Gesicht
trafen und dann siegte doch die Neugierde und sie probierte es auch.Das war ein
Erlebnis. Sie hatte so einen Spaß und wollte überhaupt nicht mehr aufhören.
Sie plantscht immer noch abwechselnd mit beiden Beinen und macht alles klätschenass.Den
Sattel und mich eingeschlossen, aber das ist mir egal, weil es so schön ist,
ihr dabei zuzusehen.
Wenn das dann ein bisschen länger dauert, bekommen meine Mitreiter immer Angst,
dass Curly sich ins Wasser schmeißt oder die anderen Pferde es nachmachen und
dann noch was passiert, was weiß ich.
ABER, so lange kein anderes Pferdi meiner zeigt, dass man sich auch ins Wasser
stürzen kann, wird sie es wohl auch nicht tun (hoffe ich).
Der Sommer ging vorbei und ich hatte neue Reitfreunde gefunden, die mit mir auch
den ganzen Winter über ausritten, cool.
Und dann kam der Advent und mit ihm die Weihnachtsdeko in der Reithalle.
WER, bitte schön, KOMMT DENN AUF SO WAS???
Die ersten Male waren echt prickelnd.Kann sich jeder vorstellen, der ein
winziges bisschen Phantasie hat und Curly mittlerweile ein wenig kennt.
Dieses Tier ist ja mal so eigen. Wenn die Gnädige meint, dass sowas NICHT in
eine Reithalle gehört, tja, was hab ich dem entgegen zu setzen?
NUR meinen eisernen Willen und der hats in sich...
Nein, ich bin nicht runtergefallen und nach ein paar Wochen, als die
"besinnliche" Advents- und Weihnachtszeit fast vorbei war, konnte ich
sogar schon fast wieder ganz normal in der Halle reiten. Was will man als Reiter
denn noch mehr....???
Endlich schreiben wir das Jahr 2003.
Wir kommen unserem ALLEINE-AUSRITT schon unbedeutend näher.
Ich will das sooo GERNE erzählen.......
Aber:
vorher fällt mir vielleicht noch die eine oder andere Geschichte ein.
Wer weiß....
SO, zurück zu unserer Entwicklung:
Im Jahr 2003 ist nicht ganz so viel Aufregendes passiert, zumindest kann ich
mich so recht nicht erinnern.
Wir haben versucht uns immer näher zu kommen, mal mehr, mal weniger, wer kennt
das nicht und haben fleißig Reitstunden genommen.
Ich erwähnte ja schon, dass wir uns jetzt den Seitengängen zuwandten.
Ich weiß, dass ich das Hütchenreiten hasste, aber wer bei Petra die hohe Kunst
der Seitengänge erlernen soll, der wünscht sich das Hütchenreiten zurück,
EHRLICH....
Curly hatte bestimmt Spaß wie Achtzig, so in Zeitlupe dahin zu schleichen, während
ich verzweifelt versuchte meine Beine, Hände und Gewicht irgendwie zu
koordinieren und in die richtige Stellung zu schieben...
Ein Wunder, dass ich nie runtergefallen bin.
Besonders sehenswert ist unser Travers gewesen, wenn Petra Curlys Schweif in der
Hand hatte und das ganze Pferd damit schräg in die Bahn zog, von wegen Stellung
finden...Hilfe geben....wie auch immer...einfach nur PEINLICH...
Obwohl, so ganz normaler ENGLISCH-Reitunterricht ist dagegen ja TOTAL
langweilig...
Oder könnt ihr euch sowas in euren üblichen Reitstunden vorstellen?????
Wahrscheinlich eher nicht, konnte ich früher auch nicht...
Ach ja, und wir sind natürlich immer wieder in den Wald geritten.
Mit der Zeit wurde ich immer mutiger und wollte mit Curly auch mal vorreiten.
Gesagt,.......noch lange nicht getan...
Curlys Nase aus dem Pferdehintern vor uns zu ziehen ging ja noch halbwegs
schnell, aber dann neben das andere Pferd zu kommen erforderte schon Kraft,
Ausdauer und etlichen Schweiß meinerseits.
Daneben hatte Curlylein eigentlich nur das Ziel vor Augen, ganz schnell wieder
in den besagten Hintern zurückzukommen, was ja nun gar nicht in meiner
Vorstellung lag.
Also, war mal wieder Kräftemessen angesagt, was total albern ist.Was habe ich
denn 600 kg entgegen zu setzen?? Nur meinen EISERNEN Willen und meine Hartnäckigkeit.
Das Überholen des mitreitenden Pferdes war der KRAFTAKT schlechthin...
Wenn Curly hinterher latschen durfte, könnt ihr euch das ganz gemütlich und
entspannt vorstellen.Köpfchen nach unten, Augen vielleicht zu
, wer weiß, und dann....
Curly riss den Kopf hoch, die Augen auf, die Ohren riesengroß, und sie hat ja
mal große Ohren, den Hals hoch und steif und fest und das ganze Tier
vermittelte nur noch grenzenloses Entsetzen.
Vor ihr lag die große, weite Welt....wie unvorstellbar weit, voller
Schatten....
Und innerhalb von einer Zehntelsekunde befand sich Curly wieder hinter dem
anderen Pferd, Nase in seinem anheimelnden Hintern vergraben und ich war mit Müh
und Not AUF dem Hotti geblieben, weil sooo schnell war ich fast nicht
mitgekommen...
Und, ich bin ja mal richtig ergeizig und komisch, wie Curlylinchen meint, das
gleiche Spiel nochmal und wieder und wieder und....
Geduld zahlt sich aus.
Es wurde so jedes 100. Mal etwas besser, aber wie ich schon mal erwähnte:WAS
MAN LANGSAM UND BESTÄNDIG LERNT, SITZT AM BESTEN....
UNd wehe es lacht oder grinst hier jemand von euch SUPERREITERN, vor allem die,
die schon 30 Jahre reiten
Einmal war ich mit Regine und Ronja im Wald und wir waren gerade mal wieder bei
dem netten Spielchen:Curly läuft vorne, als mir dann der Kragen platzte.
Es war nämlich mittlerweile schon richtig gut geworden, als sie mal wieder
OBERDOOF spielte.
Und da habe ich sie, schon wieder, langsam entwickel ich mich ja zum Tierquäler,
mit der Gerte verdroschen.
Curly hatte wieder ihre sture Phase, so von wegen, hau mich doch, ist mir doch
egal...
Wir drehten uns auf der Stelle im Kreis und sie versuchte nur hinter Ronja zu
kommen. Regine kriegte mittlerweile Angst und zog sich mit Ronja zurück, so von
wegen Sicherheitsabstand zu Bekloppten.
Dort standen die beiden mit offenen Mündern und großen Augen und staunten...
Was haben Curly und ich uns gezankt...
Es waren richtige tiefe Löcher im Boden von ihrer Rumtrampelei und was war ich
froh, dass kein Spaziergänger kam, denn wir benötigten auch den gesamten Fußgängerweg
für unseren Machtkampf.
Und endlich...gab sie auf...und wir konnten weiterreiten, manierlich, wie das
beste Pferd der Welt, als wäre nichts geschehen.
Und ich war klätschenass geschwitzt vor Anstrengung, vor Aufregung und vor
Angst...am liebsten hätte ich danach geheult, so schrecklich fand ich das
Ganze, aber dann hätte ich wahrscheinlich nie wieder reiten brauchen...
Damit hier keiner einen komischen Eindruck bekommt:
Das war so das Schlimmste im Wald und ist auch nie mehr vorgekommen.
Das passiert, meiner Meinung nach, nur bei Pferden, die ihre Persönlichkeit
ausleben dürfen.
Wobei sich jetzt die Frage auftut, ist das gut oder schlecht, wenn ein Pferd so
viel Persönlichkeit ausleben darf???
Typisches frisches Beispiel für Curlys Charakter:
Freitag Abend komme ich ahnungslos zum Stall, steh vor ihrer Tür und öffne
sie, da steht dieses Monsterpferd mit angelegten Ohren riesengroß und
stocksteif vor der Tür und sieht mich so was von böse und sauer an, dass ich
fast zur Salzsäule erstarre und lässt mich nicht rein und macht mir keinen
Platz.
Hab ich alles geregelt, aber ich weiß immer noch nicht, was ich jetzt schon
wieder falsch gemacht habe. Aber, das wird mir die Tage bestimmt noch kommen und
falls es so sein sollte, kann ich euch ja auch mal aufklären.
Leute, die Curly gut kennen, sagen immer, dass ich sie NIE abgeben kann, da sie
so auf mich fixiert ist
, wahrscheinlich, weil sie mich so nach ihren Wünschen rumkommandieren kann und
ich so blöd bin und das gar nicht merke und sogar noch glaube, dass ich sie
rumkommandiere.Wer weiß, auf jeden Fall sind wir wirklich ein ganz besonderes
Paar.Da ist irgendwas, ich kann das gar nicht beschreiben.
So, was wir noch so in dem langweiligen Jahr 2003 erlebten, gibts beim nächsten
Mal, denn jetzt fahre ich zu meiner MONSTERMAUS, die ich doch so liebe und gucke
mal, wie die werte Stimmung bei ihr heute ist...
Also:
Mal ein paar Fotos.Sind allerdings von 6.2004.
Ist ja wohl egal, oder?
Ich wollte auch mal BLOND sein
Curly guckt hilfesuchend.Sie hasst unsere Fotosessions, wir kriegen immer
kein Ende....
Jetzt wird sie langsam sauer...
Das ist Curlys Mama.
Wir haben sie im Oktober 2003 zufällig im Wald getroffen...
Dazu schreib ich euch demnächst noch was...
Das habe ich gerade noch gefunden.Ist von 12.02.
Curly hatte sich im Matsch gewälzt und alle dunklen Stellen, sind die, die ich
gewaschen habe...
Ihre Begeisterung hielt sich wie immer in Grenzen...
Könnt ihr sehen, wie sie die Nase rümpft???
Das Jahr 2003:
immer noch...
Regine und ich waren mal wieder im Wald und es klappte auch alles ganz gut.
Aufatmen...
Wir stehen also am Ende unseres Ausritts ganz entspannt mit den Hottis im
Rotbach und die beiden trinken und plantschen.
Prima...
Vor uns schiebt eine Familie mit 2 ziemlich kleinen Kindern ihre Räder an uns
vorbei, bleibt dann aber genau an dem Weg, der aus dem Bach führt, stehen und
guckt, wie unsere Pferde im Wasser spielen.
War mir schon zu nah, aber ich bin da ja auch etwas sehr ängstlich.
Und ganz plötzlich, unerwartet springen beide Pferde in die Luft und im vollen
Galopp aus dem Bach.Regine hatte ihre Ronja ziemlich schnell angehalten, ich
brauchte ein paar Meter mehr.
Toll, erst mal tief durchatmen und entspannen.
Dann das Pferd zurück zum Bach lenken, denn so lass ich das nicht in der Luft
stehen.
Dann standen wir kurz vorm Bach und die Familie wollte jetzt wohl nur noch weg.
Aber anstatt möglichst weit weg von uns, mit möglichst großem
Sicherheitsabstand sich von uns zu entfernen, schoben sie ihre Räder 2 cm
hinter Curly den Weg entlang.
Ich war völlig geschockt.
Weder ich noch meine Kinder wären da entlang gegangen, weil die Tiere doch
gerade erst ausgeflippt waren.
Das war so gefährlich und ich umklammerte die Zügel und Curlys Bauch, damit
ich sie zur Not irgendwie hätte halten können.
Oder auch nicht..aber alles ging gut und ich versuchte wieder zu entspannen,
schickte dann mein kleines Monsterpferdchen wieder in den Bach, ein paar Minuten
Strafstehen und dann ab nach Hause.
Was erkennen wir alten Pferdebesitzer daran....mit Pferd ist es doch wirklich
NIIIIIE langweilig.
Heute Morgen beim Reiten habe ich mir noch vorgestellt, wie es wohl wäre auf
einem langweiligen Fahrrad zu sitzen....zu dem würde ich dann wahrscheinlich
sagen:mach mal was....
Wobei mir die kleine Begebenheit einfällt als ich vor vielen Jahren mit meiner
Großen mal tatsächlich Fahrrad fuhr, damals ritt sie noch, und sie dann
rumknatschte, dass das Rad ja gar nicht fahren würde, wobei ich dann vor Lachen
bald von meinem Fahrrad fiel, als ich ihr sagte, dass sie hier auch treten müsste,
denn nur mit drücken würde das Rad sich nicht bewegen.
Sie behauptete steif und fest, das Rad wäre defekt.
Ende vom Lied, ich stieg ab, probierte ihr Rad, was natürlich einwandfrei fuhr
und sie dann beleidigt war, weil ich ihr sagte, dass sie zu doof zum Radfahren
sei.
Na ja, das nur am Rande bemerkt.
Es kam die Adventszeit und damit der Weihnachtsschmuck in die Reithalle.
Darf ich das noch mal hervorheben:
REIThalle...
Nun mir ist in dieser besinnlichen Zeit nicht ganz so viel REITEN gegönnt, dafür
umso mehr BESINNLICHES.
Curly besinnt sich bei jedem Reiten darauf, dass sowas NICHT in eine Reithalle
gehört und unternimmt alles um mich auch davon zu überzeugen.
Ich habe ihr schon mehrfach erklärt, dass ich ganz ihrer Meinung bin, aber es
nicht in meiner Macht liegt es zu ändern, also wird sie wieder stur und
verweigert aus oben genannten Gründen die Arbeit.
Ich arme S.a.u.
Alle Reiter hassen uns und NIEMAND will mit uns gemeinsam in der Halle
reiten....KAMERADENSCHW.E.I.N.E...
Hauptsache die anderen haben Spaß und was wird aus mir??????
Bin ich froh, wenn diese FROHE Zeit vorbei ist und der Alltag einkehrt.
UNd dann kommt der Frühling mit den lustigen Zeiten der Rosse...Stutenbesitzer
wissen, wovon ich spreche, oder???
Und eines schönen Morgens ritt ich auf dem Außenplatz und die G. auf dem P.,
sie möchte nicht genannt werden, war auch dabei.
Curly ging ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, nämlich wie blöd auf dem Platz
zu hüpfen, zu buckeln, wegzugaloppieren usw.usw.
G. erklärte mir dann, dass ihr P. sowas natürlich überhaupt nicht macht.
Schön für sie, freut mich außerordentlich, habe ich nur nichts von...
Der Morgen war aber auch wieder einer von denen, die man einfach nur streichen
sollte.
Links am Platz die K.O.T.Z-Hühner, rechts eine neue Schikane, nämlich ein
Stallbursche, der mit einer Flex in einem Graben stand, hoch und runter ging
sein Kopf und dieses Gerät machte einen Höllenlärm.
Sonst galoppierte Curlylein immer nur von den blöden Hühnern weg auf die
andere Seite und guckte dann, ob sie uns folgen, jetzt galoppierte sie sofort
zurück, weg von dem krachmachenden Monster im Graben, doch da waren die Hühner,
also nach rechts, doch da war der Bursche und zurück und zurück und hin und
her...
Spannend, jeder glaubt mir mittlerweile, dass ich super sattelfest bin, nicht
wahr....?????
Die nette freundliche G.
auf dem P. erklärte mir ausführlich, dass ihr P. so etwas NATÜRLICH nicht
macht und was ich alles falsch mache und und und , als beide Hottis ganz plötzlich
BEIDE wie angewurzelt stehen blieben.
Die G. war völlig überrascht und sauer...
Ich kriegte mal wieder einen Lachkrampf und erklärte der G., dass Curly ihrem
P. jetzt wohl mal die gefährliche Lage auf dem Platz erklärt hatte und er nun
angesichts dieser Gefahren auch in die Achtungstellung ging.
G. fand das aber ganz und gar nicht komisch und zankte dann mal ein wenig mit
ihrem tapferen Ross, ich versuchte auch mein Glück, na ja ......
Das Ende dieser Geschichte ist, das die G. jetzt immer von 8-9 Uhr reitet und
ich komme ja erst so ab 9 und dadurch besteht jetzt keine Gefahr mehr, dass
Curly dem P. falsche Schauermärchen erzählt....
Frühjahr 2004:
Ich habe euch noch gar nichts von Anja und Sabine erzählt.
Sind mir besonders lieb, haben aber vor kurzem unseren Stall verlassen. .
Da unsere heißgeliebte RL immer wieder über Curlys miserablen, langweiligen
Schritt meckerte und meinte im Wald könne man das sehr gut üben, nahmen mich
die beiden ( Anja und Sabine ) unter ihre Fittiche.
SUUUPER.....
2 Hunde, 3 Pferde, 2 Reiter und ich.
Mit Hund ausreiten ist "lustig".
Mit 2 Hunden ausreiten ist "doppelter" Spaß.....
Curly kannte so was ja noch ganz und gar nicht.
Hat sie dann aber gaaaaanz schnell gelernt
.
Was war das für ein Stress.
Hund hinter uns...
Hund neben uns....
Hund vor uns...
Hund springt in den Wald....raschel, raschel...Hund springt wieder auf den
Weg...Curly springt auch...HOCH in die Luft...ich sitze...im Sattel....TJAAAAAAAAAAAA,
wenn man sattelfest ist und so nen ge.i.len Festhaltegriff hat....
Mal ganz ernsthaft:
Curly lief soooo toll.
Kopf tief überm Boden, damit sie die gefährlichen "Hunde" immer gut
im Blick hatte.
Ich mit Schleppleinen, auch langer Zügel genannt, in der Hand.
Wollte ich gar nicht, da mein Hottilinchen ja schon mal auf die Idee kommt, wie
verirrt im Wald rumzuhüpfen und dann ein sooo langer Zügel doch ein
"kleines" bisschen gefährlich ist...
Von wegen: Hufe fesseln...
Auf jeden Fall waren diese Ausritte sehr lebendig und NIIIIIIIE langweilig.
Und dann die Schrittarbeit....
So was muss man auch mal erlebt haben.
Anja hat son Mischlingspferd:
Berber-Haflinger-keineahnung-habichvergessen-Mix, von ihr selber auch schon mal
Rennwalross genannt.
Könnt ihr euch jetzt bestimmt son bisschen vorstellen, auf jeden Fall, die
unter euch, die Phantasie besitzen.
Sabine hat nen richtig zappeligen, wilden, dünnen Araber.
Die beiden sind das Paar des Jahres.
Jetzt also zu unserem Ausritt zurück:
Die beiden Hottis im Schritt so schnell unterwegs, dass Curly Quarktasche schon
andauernd in den Trab fallen musste, damit wir überhaupt in der Nähe der
Reittruppe blieben.
DANN:
Traben...ich lach mich tot...
Der kleine dicke Mix läuft im Trab so, dass seine Hinterbeinchen rechts und
links seitlich neben die Vorderbeine geschleudert werden, damit er sich nicht
selber die Beine weghaut und der Araber...sowieso der schnellste.
Also:
die beiden anderen traben und Curly trabt auch...so für ein paar Minütchen...dann
galoppelt sie hinterher, bis wir die anderen wieder sehen...tapfer versuche ich
sie im Trab zu "beschleunigen", tut sie auch indem sie in den Galopp
wechselt.
So geht das jetzt den ganzen Ausritt lang:
Hunde...huch...hüpf...
Schritt...wo sind die anderen...Trab...hechel...ja, wir kommen...
Trab...wieder allein...Galopp....Galopp...Zunge hängt schon bis zum
Waldboden...BÄH...Tannennadeln...Pilze?...Steine....
Galopp....CURLY ALLEIN IM WALD....naja, fast, ich war ja auch noch da...
Nach dem Ausritt die Preisfrage:
WER HATTE AM MEISTEN SPAß???
Letzte Platz:Curly und ich.
Trotzdem hatte der Ausritt seinen eigenen unnachahmlichen Charme.
Und ich ritt wieder mit den beiden oder nur mit meiner Anja-Maus...und ihrem
Hund natürlich...aus.
Und wir wurden immer besser.
Hunde stören Curly gar nicht mehr und als uns letztens im Wald ein paar Hunde
fressen wollten, war Curly ganz ruhig und cool, so von wegen, ach ja,
durchgeknallte Hunde...kenne ich...kein Problem...
Auch die Gangarten wurden immer besser, aber jetzt wo die zwei mich verlassen
haben, was soll da aus uns werden?????
Mein Sabinchen will mich ja mal mit Hänger abholen und dann wollen wir 8 ( 3
Pferde, 3 Reiter, 2 Hunde ) dort, wo sie jetzt stehen zusammen ausreiten. .
ICH FREUE MICH SCHON SOOOOOOOO DOLL DARAUF.
Und dann hatten Anja und ich die prickelnde Idee, zusammen mal ne Springstunde
zu machen
.
tja, ich wollte, glaube ich, mal von ner reizenden Springstunde erzählen?!
Kann sich noch irgendjemand an die Anfänge und Springen erinnern?????
War ganz besonders prickelnd und deshalb hatte ich mir ja auch vorgenommen,
NIIIE mehr zu springen.
Nun, wer aufmerksam mitgelesen hat, weiß, dass bei meiner Petra einfach ALLES
anders ist.
Also, mal todesmutig die Springstunde gebucht, natürlich mit meiner heißgeliebten
Anja zusammen.( So hatte ich jemanden zum Vorschicken und konnte mir den Kram
erst einmal in Ruhe angucken.Bin ne ganz Schlaue....)
So kam der besagte Morgen und wir schleppten alles an Stangen usw. in die Halle,
was wir fanden.
Dann ritten wir die Hottis warm, mir war schon ganz heiß, da ich langsam aber
sicher, wie immer, Schiss bekam.
Aus dem Grund erklärte ich Anja auch die Reihenfolge:nämlich erst sie und dann
sie und dann vielleicht?? ich...
Petra kam und war voller Tatendrang.
Zuerst wurde mal der Chiron-Sitz geübt.
Das ist der Springsitz bei Petra, sie nennt ihn auch Sicherheitssitz und sagt,
wer den kann, dem kann nie mehr was passieren.
In der Theorie wie immer EASY, aber reit den mal....
Manche von euch kennen ihn vielleicht und somit auch das äußerst bescheidene
Gefühl, dass man dabei hat.
Wie soll man das wieder erklären?
Also:
-Steigbügel so kurz, dass die Füße fast unter den Achseln hängen
-Füße fest auf die Steigbügel gestellt, aber ganz nach vorne, vorm Sattel
-POPO nach hinten rausstrecken, aber so doll, dass man das Gefühl hat einen
Entena.r.sch zu haben (und glaubt mir, das ist ein sa.u.do.ofes Gefühl)
-Oberkörper nach vorne geneigt, aber aufrecht dabei (wie in Gottes Namen
soll das gehen?)
Hab ich was vergessen??
Ach ja, aus Rücksicht auf die armen Pferde, nette RL, mussten wir Steigbügelriemen
um die Pferdehälse machen, zum Festhalten und damit wir ihnen nicht so im Maul
rumreißen.
(Komisch, auf die Tiere wird immer Rücksicht genommen und wo bleiben WIR???)
Chironsitz: erst im Schritt...ging gerade noch
dann im Trab, kam schon Bewegung in die Sache, vor Allem in mich
Galopp, lustig, nur nicht für mich.....
Manchmal glaube ich ernsthaft, dass meine RL mich hasst
EHRLICH!!!!!!!
Das kann gar nicht sein, dass meine Bemühungen ÜBERHAUPT nicht zählen.
Ich streng mich immer an wie ne DO.OFE und was macht sie???
MECKER, MECKER, MECKER...
Streck den Hintern mehr raus, Oberkörper höher??, Hände AN den Pferdehals
legen, Füße............
Ich hasse mein Leben, Reiten und und und....
Nachdem wir dann einige Runden ganz toll den Sitz geübt hatten, durften wir über
die ersten Stangen hüpfen.
Toll, Curly und ich schafften es OHNE Anstrengung vor jeder Stange erst mal zu
stoppen und zu schauen, ob das denn wohl auch geht
Petra sprang schon wieder rum wie das alte kleine HB-Männchen, die ÄLTEREN
unter euch kennen es bestimmt noch, und sie war nicht sehr nett zu mir.
Ich tat mein Bestes das unwillige Tier durchzutreiben, was Curly dann
veranlasste an den Stangen vorbei zu laufen.(Na, immerhin stoppte sie nicht
mehr!!)
Petra stellte sich dann so neben die Stangen, dass Curly sie umrennen müsste
und wollte sie von hinten etwas motivieren, was Curlylein aber völlig
missverstand und nun ernsthaft versuchte auf Petras Arm zu springen.
Meinen entsetzten Blick hätte ich gerne selber gesehen, aber es war auch
wirklich nicht lustig.
Petra sprang nach rechts, Curly hinterher, Petra hüpfte nach links, Pferdchen
hinterher, Petra nach....das ging ein paar Mal so hin und her, tja und ich, ich
hing oben im Sattel, klammerte mich am Halteriemen fest und war entsetzt.
UND dann sagte sie den besonderen Satz:"Guck mal wie gut und schön die
Anja das macht!"
Da wurde ich ja mal sauer.
Auf mich und den Chironsitz und meine Blödheit und und und....
Also, Angstknopf aus und Mut hervor...
Na, also... geht doch...über Stangen, die auf dem Boden liegen, über Stangen,
die schon ein paar cm hoch sind und dann die Krönung IN AND OUTS gesprungen.
Zwar nur Cavallettis, lacht ihr ruhig, für mein edles Ross und mich waren das
Herausforderungen der besonderen Art, aber wir haben es getan und es war TOLL.
Das ist ja mal einfach ein Wahnsinnsgefühl.
Es ist wie eine Welle, wenn das Pferd so gleichmäßig hoch runter hoch
runter... springt.DAS ist einfach nur genial.
Kommt es irgendwie rüber, dass es mir dann doch Spaß gemacht hat???
Wir haben natürlich dann noch ein paar mal eine Springstunde genommen und ich
brauchte immer ein paar Minuten am Anfang, bis es bei mir klappte.
Ich stehe mir mit meiner Angst immer selber im Weg, ich weiß das, aber es ist
so schwer das mal eben abzustellen.
Zu Curlys Verteidigung möchte ich noch etwas sagen: wenn sie stehen geblieben
ist oder an den Stangen vorbei lief, dann hat sie das immer gemacht, wenn ich
selber nicht die richtige Einstellung hatte, bzw. nicht bereit dazu war.
Das Hottilein spürt das nämlich ganz genau, wenn man nur halbherzig treibt....
Was lustig ist, ist das Curly und ich uns da manchmal schrecklich einig sind, wo
wir Angst haben wollen.
Vor ein paar Wochen hatten ein paar Mädels in der Halle ein Kreuz zum Springen
aufgebaut und ich turnte da auch so rum und überlegte mir fast ne halbe Stunde,
ob Curly und ich denn auch mal darüber hüpfen sollten.
Nachdem ich mich dann bei der einen schlau gemacht hatte, dass das vor dem
Sprung ne Trabstange ist, cool, nur im Trab, kein Problem, kann ich...versuchte
ich mein Glück.
Ja, klasse, Vollbremsung...toll, kenn ich, hatten lange keine Springstunde mehr,
aber ich wollte mich nicht blamieren, denn da waren doch einige in der Halle und
an der Bande, also weiter, bis es besser klappte.
Das Beste war dann der Kommentar von einer, die an der Bande rumstand und
zuguckte:"Wenn du EURE Gesichter sehen könntest!!!Ihr habt beide riesige
Augen und Angst im Gesicht stehen, du und Curly!!!"
Ha, HA...lustig...freut mich, dass ich es wieder geschafft habe Freude in
anderer Leute Leben zu bringen.
Aber, wir sind GAAAANZ tapfer gesprungen, sogar als die Verrückten das Kreuz
noch höher machten und erst als sie die Stange dann gerade auflegten, hab ich
mich nicht mehr getraut.
Also Curly und ich, wir waren sehr zufrieden mit uns und auch ein bisschen
stolz, jawoll.
So, das war jetzt wohl auch erst mal wieder genug und beim nächsten Mal erzähle
ich euch vom Ausritt mit Michaela, bei dem wir einen pferdefressenden Sandhügel
trafen, der mich fast....
Nächstes Mal.....
Von den Toten auferstanden bin......
5 Wochen Schmerzen, keinen Schlaf...haben ein Ende...hab da mal so nen Mann im
weißen Kittel besucht...und was hats gebracht...muss schon wieder Tbl.
schlucken...wer hat mal ne neue Niere für mich?????
Ein gaaaanz kleines bisschen mehr Trost und Zuwendung wären mir sehr angenehm,
das nur mal so am Rande bemerkt...
Ausritte geben doch immer wieder die besten Geschichten her, nicht wahr??
ALSO, Michaela und ich, eigentlich ein eingespieltes Team, waren im Wald.
Zwischen unseren Beinchen unsere kleinen Hottis.
Curly hasst es, wenn ich mit Michaela ausreite.
Wir beide quatschen und quatschen und vergessen ganz, dass die Hottis dabei
sind, SORRY...
Curly ist so die Marke, wenn du auf mir sitzt, dann musst du MICH beachten und
sonst gar nix ODER es geht dir schlecht
Sie zickt dann so ganz plötzlich und unerwartet durch die Gegend, bzw. IMMER
auf den Fußgängerweg, dieses kleine Aas.
Irgendeines schönen Tages sitze ich mal in nem Kinderwagen oder auf nem Fahrrad
und ob das dann sooo lustig ist, wage ich doch sehr zu bezweifeln.
Wir üben ja auch immer noch und immer wieder das VORNEWEG-LAUFEN.
Ohne meinen Griff würde ich nicht hier sitzen und schreiben, da wär ich schon
lange wieder Fußgänger oder sonstiges...
Für die Erfindung Festhaltegriff müsste derjenige wirklich eine
Lebensrettungsmedaille bekommen.
Wir reiten also vor, wobei Curlys Wegstrecke unbedeutend länger ist als Farahs,
da Curly so viele Schlenker und Hin und Hers macht.
Schlangenlinien auf dem Reitweg, Westernstopps, Volten jeder Größenordnung,
besonders süß finde ich immer
, wenn sie mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft springt.
Auch witzig, wenn sie in die Knie geht und dann...wusch...zur Seite weg ist oder
auf der Stelle kehrt macht, wobei ich meistens versuche STUR auf dem einmal
eingeschlagenen Weg weiter zu reiten, was dann ohne Pferd zwischen den Beinchen
ANDERS ist als vorgesehen...
ABER, wie schon MEHRMALS erwähnt, komme ich durch meinen Haltegriff immer
wieder in den Sattel zurück, SO ODER SO...
Wir reiten also irgendwie durch den Wald und Curly langweilt sich MINIMAL, als
links von uns ein kleiner Sandhaufen am Wegesrand liegt, der vorher nicht da
gelegen hat.
Ich vergaß zu erwähnen, dass unsere Gangart der völlig unbedeutende Galopp
war.
Farah und Michaela galoppieren vor uns her und wir, leider, mit zu großem
Abstand hinterher.
Das Problem ist dann ganz einfach, dass Curlylinchen dann viel zu viel sieht,
falls ihr wisst, was ich meine.
(WENN ihre Nase im Vorderpferdepopo steckt, kann sie ja NIX sehen, nicht wahr?!)
Nun, Curly sah den Sandhaufen, bekam einen Riesenschreck und machte einen
Riesensatz in den Wald zwischen die Bäume und galoppierte dort wie angestochen
weiter...zwischen den Bäumen...auf dem unebenen Waldboden...
ich oben drauf...festgekrallt am Griff...mein einziger Gedanke...bloß nicht
runterfallen...kreuz und quer...keine Ahnung wohin...und plötzlich sah ich
einen Baum direkt auf mich zu rasen...das Einzige was ich in den paar Sekunden
dachte war: DAS WIRD JETZT WEH TUN!!!
Ich konnte nichts, aber auch gar nichts machen.
Auf dem unebenen Boden hatte ich Angst in irgendeiner Form das Pferd aus dem
Gleichgewicht zu bringen und dann da mitten im Wald runterzuknallen, womöglich
aufgespießt von irgendeinem abgebrochenen Ast oder dergleichen...
Also starrte ich nur voller Entsetzen auf den Baum, der immer näher und näher
kam und versuchte mich auf die unendlichen Schmerzen einzustellen, die da auf
mich zukamen.
ABER:
mein Pferd ist doch nicht BLIND, nur do.o.f, sie sah den Baum auch und machte
wieder einen abrupten Satz zur Seite, bei dem sie mich dann doch fast verloren hätte
und machte noch ein paar Zick-Zack-Sprünge, dann einen Riesensprung aus dem
Wald heraus, auf den Weg, über einen Füßgängerweg den zweiten Sprung, und
schwupps sah ich Michaela und Farah vor uns galoppieren als wäre nichts
geschehen.
Michaela drehte sich auch um, lachte mir zu und galoppierte fröhlich weiter,
denn sie hatte tatsächlich nichts aber auch gar nichts von meinem kleinen
Abstecher in den Wald mitbekommen.
Curly raste im vollen Jagdgalopp zu ihrer Freundin Farah, ich dachte, sie wolle
ihre Nase verstecken, die blöde ..., aber dann hatte ich fast das Gefühl als
wollte sie an Farah vorbei, hallo, wohin denn jetzt noch, ich kann nicht mehr,
meine Nerven liegen blank und so jappste ich nur noch zu Michaela rüber: Können
wir mal durchparieren???
Als wir dann im Schritt waren meckerte ich sie ordentlich an, ob sie denn nix
gemerkt hätte, und dass ich jetzt wohl irgendwo im Wald vermodern müsste...
Man merkt wohl, dass ich etwas durch den Wind war, oder?
Ehrlich gesagt, war das so mit das Schlimmste, was ich bis jetzt im Wald erlebt
habe und das möchte ich auch NIE, NIE wieder erleben.
Michaela war völlig perplex und konnte es nicht so recht glauben, sie hatte
tatsächlich nichts bemerkt und im Nachhinein glaube ich auch, dass das Ganze
wohl gar nicht so ewig lange gedauert hat, aber mir kam es damals wirklich
endlos und viel zu lang vor.
Das Wichtigste ist aber wie immer: es ist nichts passiert und wir sind alle vier
wohlbehalten und unversehrt zurückgekommen und das ist ja wohl die
Hauptsache...
Sommer 2004:
Eine ganz traurige, anstrengende Zeit kam da auf Curly und mich zu.
Wie gut, dass man vorher nicht weiß, WAS auf einen zukommt.
Es fing ganz harmlos an, aber das ist ja meistens so, nicht wahr?
Ende Juli kam die Osteopathin mein Hottehü mal durchzuchecken, da die RL
meinte, dass sie auf einer Seite zu steif, fest, was weiß ich, wäre und ich
als braver Pferdebesitzer fackel und überlege da gar nicht lange, gesagt,
getan.
Nach dem Check-up meinte die Osteopathin, dass Curly mal einen schlimmen Sturz
gehabt haben muss, hatte sie sogar 2, könnte auch schon länger her sein,
stimmte auch, und hinten am Lenden-Kreuzbein, WO AUCH IMMER, wär
IRGENDWAS...verkantet(?), WIE auch immer.
Im Brustwirbelbereich war dann auch noch was und so weit ich mich erinnere war's
das dann???.
Naja, alles halb so wild.
Das Hotti wurde wieder ganz gemacht, durfte sogar auf die Wiese, Gott sei Dank,
und ich musste dann täglich Gymnastik mit ihr machen, die mir selber den Rücken
fast durchbrach.
Als die Osteopathin zur Kontrolle kam, durfte ich mit diesen grausigen Übungen
sofort aufhören, damit ich nicht auch noch kaputt gehe.So, von wegen:
PFERD GESUND, REITER PLATT, LUUUUSTIG...
Ich, großer Meister des Longierens, musste dann nach der Spazierengeherei-Phase
das Tierchen longieren (Freude)!!!
Dann kam zur Auflockerung, wir wollen doch nicht dass Pferd und Reiter sich
langweilen oder verblöden, der GHP-Parcour dazu.
Ich, todesmutig und unter völliger Falscheinschätzung leidend, hatte mich,äh
uns, nämlich für Anfang September zur GHP- Prüfung angemeldet.
Ein ordentlicher Mensch wie ich bin, ich nenne mich selber Pedant, während
nette Leute aus meinem Bekanntenkreis mich Perfektionist nennen, süß, neeee,
hatte mir alles aus dem Internet kopiert, mir alle Utensilien zusammen gesucht,
geborgt, geschnorrt...
Dann ein großer Aushang am Stall und großes Aufbauen.
Der Bauer war so lieb und stellte mir ein Stück Wiese zur Verfügung, damit der
Parcour für ein paar Wochen stehen bleiben konnte und wir auch alle fleißig üben
konnten, denn da hatten dann noch ein paar Andere Interesse daran.
Alles ging gut an, der Parcour verlor so ab und an an Schrecken, dann wieder
nicht, haaa, es war ein Auf und Ab und ich überlegte schon so langsam, ob ich
vielleicht doch keine so gute Idee gehabt hatte....
Mittlerweile durfte ich dann sogar im Schritt am langen Zügel ( SPANNEND) mit
Curly den Wald besuchen, JAJA.
Alles klappte gut.
Dann konnte ich sogar schon wieder in allen Gangarten reiten und es fühlte sich
einfach nur GUUUT an.
Viele am Stall sprachen mich auch an und sagten, dass man sieht, dass Curly ganz
anders läuft.
Viel lockerer, schwungvoller....
WAS will man mehr???
Besonders schwungvoll war sie immer bei der Schirmstation im Parcour.
Ich weiß nicht warum, aber Curly hat ein echtes Problem mit Schirmen.
Einen Tag hatte ich den Papp so auf mit ihrem blöden Getue, dass ich mehr Druck
machte als sonst, um endlich mal klarzustellen, dass ein Schirm EHRLICH keine
Hottis frisst.
Tja, das war dann wohl zuviel Druck.
Sie wollte wie üblich zur Seite weg und nach hinten weg oder gar nicht erst
hin, BLABLABLA, als ich zur Höchstform anlief und versuchte 600 kg zum Schirm
zu schleifen...
Ende des Trauerspiels: das arme geschundene Tier wusste nicht mehr wohin und
...STIEG... ich vor ihr und über mir ihre schlagenden Hufe...Sie fiel wieder
runter auf ihre Vorderhufe und auf meinen Fuß, da ich immer noch wie blöde da
in der Gegend rumstand und geschockt war...Versteinert würd es wohl besser
treffen...
UND was hatte ich doch für ein GLÜCK...es hätte ganz anders ausgehen können...
Aber dann war ich erst mal sauer.
Ich DULDE es nicht, dass mich ein Pferd ansteigt, in keinster Weise, niemals.
Konnte zwar kaum laufen, aber es reichte, sie rückwärts zu schicken und danach
ganz schnell noch mal die sch.e.i.ß Schirmstation mehr schlecht als recht zu
machen und Feierabend.
Gucken wie das Füßchen, Klumpfuss, aussah..ab nach Hause...Wunden lecken...
Mittlerweile glaubte ich dann doch, dass wir die GHP, bis auf die Schirme, ganz
gut schaffen würden, als es passierte.
Das Traurigste, was ich mir vorstellen konnte geschah...
Weiter im Text:
Bei Curly sah alles so weit gut aus, als sie eines abends von der Weide kam und
LAHMTE.
Nun, ist ja eigentlich nicht so schlimm, hat jedes Pferd mal, habe ich schon
zig-mal bei den anderen Hottis erlebt.
Auch Curly hat schon mal gelahmt, nie sonderlich schlimm, war schnell alles
wieder in Ordnung.
Aber irgendwie war es komisch und ich ließ den TA kommen.
Na ja, er konnte nix Dolles feststellen, nix heiß, nix dick.....
Also sollte sie ein paar Tage in der Box stehen, spazieren geführt werden,
usw., das übliche Programm.
Jetzt kommt das Problem:
Ich bin ein Feind von in der Box stehen lassen.
Pferde sind Lauf- und Herdentiere....
Immer wenn sie mal lahmte, schickte ich sie in die Wiese und wartete lieber
etwas länger mit dem Reiten, aber mir war es wichtiger, dass das Pferd im Kopf
klar blieb, also mit den Kumpels raus konnte.
Bis jetzt hatte das auch immer super funktioniert.
Pferd gings immer gut und war glücklich und ausgeglichen, sodass ich schon mal
die Vermutung äußerte, dass mein Pferdchen nur markiert, um mal ne Woche
Ferien zu bekommen.
Auch alle Anderen sagten immer wieder, hast du ein Glück mit dem Tier.
Die hat ja nie was.
Hat dann wohl einer mal zu laut gesagt.
So, wie ihr euch jetzt denken könnt, kam mein heißgeliebtes Mädchen auf die
Wiese.
Am nächsten Abend fuhr ich nichts-ahnend zum Stall, um nach meiner kranken
Prinzessin zu gucken.
Eine andere Einstallerin begrüßte mich mit den Worten:"Weißt du, dass
dein Pferd stockelahm ist? Ich habe sie von der Wiese geholt. Sie war ganz
alleine draußen und geht auf 2 Beinen."
Sie war stinksauer und ich war etwas verwirrt, weil ich das Ganze nicht so ganz
verstand.
Wieso ganz alleine auf der Wiese?
Wieso stocklahm?
So schlimm war's doch gestern gar nicht gewesen...
Ich ging dann zur Box um mein Pferdchen zu begrüßen und sie sah eigentlich
"normal" aus.
Dann öffnete ich die Boxentür und wollte sie heraus holen.
Ich war entsetzt.
Sowas hatte ich noch nie gesehen und konnte es mir bis dahin auch gar nicht
vorstellen.
Das Tier konnte nicht einen Fuß vor den anderen setzen.
Sie fiel mir mehr oder weniger entgegen.
Jetzt wo ich hier sitze und davon schreibe, zieht sich bei mir im Inneren schon
wieder alles zusammen.
Man kann nicht beschreiben, was einem da durch den Kopf geht oder was man fühlt.
ES WAR SOOOO SCHRECKLICH....
Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte.
Mit ihr zum Putzplatz gehen ( wie denn??), in der Box lassen ( man muss doch
nachgucken), wie wieder in die Box kriegen (drehen ging ja schon mal gar nicht)
???
Irgendwie packte ich sie zurück in die Box, guckte und fühlte Beine.
Nix heiß, nix dick, was für ein Ko..pferd.
Wie soll man ihm helfen, wenn man nichts richtig findet???
Keine andere Chance, TA angerufen.
Meiner hatte natürlich frei.Also Notdienst angerufen und da kann man ja auch
schon mal an Eimer kommen.
Aber, Glück im Unglück gehabt, den TA kannten wir.War nicht so schlimm.
Er kam und wusste überhaupt nicht, was er sagen sollte.
Er meinte, dass sie vielleicht irgendwas gebrochen hätte.
Dass ich am nächsten Tag meinen Ta wegen Röntgen anrufen sollte und sie bis
dahin nur in der Box stehen lassen sollte.
Transportieren ginge nicht, weil es dann noch schlimmer werden würde, müsste
dann vorher gegipst werden und was gegen Schmerzen kriegte sie extra nicht,
damit sie das/die Beine schont und es nicht noch schlimmer macht.
Ich war völlig geschockt und machte mir die bittersten Vorwürfe.
Ich war schuld...
Ich wusste ja immer alles besser...
Ich musste ja mal wieder meine Meinung und meinen Kopf durchsetzen...
Hätte ich sie mal in der Box gelassen....
Hätte ich doch nur auf den TA gehört...
Dann der Gedanke, warum war sie alleine auf der Wiese gewesen???
Als der Bauer kam, klärte sich diese Frage dann schon einmal.
Curly war mal wieder eigen und wollte nicht von der Wiese mit den anderen
reinkommen, da sie direkt neben ihrer besten Freundin stand, die im Offenstall
wohnt.
Da sie dann etwas lahmte, als man versuchte sie reinzutreiben, beschloss der
Bauer sie noch ein bisschen draußen zu lassen, damit sie sich erst einmal
beruhigt und später dann hoffentlich ohne Probleme reinkommen würde.
Guter Gedanke.
Nur fuhr er dann mal KURZ weg und dann kam ein schreckliches Gewitter, bei dem
Curlys Freundin NATÜRLICH in ihren Unterstand ging.
TJA, und da nahm das Unglück seinen Lauf.
Curly ganz allein im Unwetter auf der Wiese...
Da bekam sie wohl Angst und galoppierte um ihr Leben...
Die Wiese rauf, die Wiese runter...
Keiner weiß wie lange, bis dann die Besitzerin von Curlys Offenstallfreundin
kam und sie rettete.
Nun stand ich da mit ihr und sie schaute mich mit ihren großen braunen treuen
Augen an und es sah bald so aus als wolle sie MICH noch trösten.
Ich war noch irgendwie im Schockzustand, da ich noch ziemlich ruhig war...
Am nächsten Morgen war ich ganz früh am Stall und rief meinenTA an.
Der wusste schon über alles Bescheid, was bei mir dann so langsam ein Gefühl
der Panik aufkommen ließ.
Wenn der Nottierarzt schon mit ihm gesprochen hatte, musste alles ja noch viel
schlimmer sein als ich dachte...
Er sagte dann auch alle Termine ab und kam zu uns zum Röntgen.
In der Zeit, in der ich auf ihn wartete brach alles in mir zusammen.
Ich stand am Fenster und heulte...
Redete dummes Zeug wie:" Jetzt wird's teuer!"
Hört sich blöd an, aber ich hatte schon über 200 Euro bei der Osteopathin
gelassen und wir sind keine reichen Leute, für sowas haben wir echt kein Geld.
Ich weiß, wie sich das anhört, aber ohne Geld ist ein krankes Pferd eine
mittelschwere Katastrophe.
So Sachen können einem dann eben auch durch den Kopf gehen...
Auf jeden Fall war ich fix und fertig und total verheult als der Ta endlich da
war.
Auch falls es jemand für völlig übertrieben hält, ich sitze hier und heule
schon wieder.
In dieser Zeit, die da noch kam, ist mir so richtig bewusst geworden wie heiß
und innig ich dieses dicke, fette, faule, eigensinnige, überflüssige Tier
liebe.
Ich hatte so schreckliche Angst, dass sie das nicht überleben würde und bei
der Vorstellung sie hergeben zu müssen, kriegte ich bei jeder passenden und
unpassenden Gelegenheit Heulkrämpfe, dass ich schon bald nicht mehr aus den
Augen gucken konnte.
Als der TA da war, holten wir das Hottilinchen aus der Box und es war einfach
nur schrecklich.Ein Bild des Jammers...
Sie konnte natürlich immer noch nicht laufen und versuchte sich bei mir abzustützen...
Geniale Idee..
Letzter Stand:
Curly und ich schleichen zum Putzplatz, wo der TA auf uns wartet und auch
entsetzt ist.
So richtig findet er bei der Untersuchung wieder nichts.
Das Einzige, was uns auffällt, ist eine warme Stelle am linken Vorderfuß.
Der TA meint auch, dass sie hauptsächlich vorne links lahmt.
Also, lange Rede, kurzer Sinn:Röntgengerät und Zubehör aufbauen, Arzt und
Helfer in Bleischürzen packen und los gehts.
Klasse, wenn das Pferd nicht so wirklich gut zu Fuß ist.
Ich hatte teilweise das Gefühl, dass ich 600 kg tragen und halten muss.
Aber, was tut man nicht alles für sein heißgeliebtes Pferdchen, nicht wahr???
Tja und dann hieß es abwarten, denn die Bilder mussten ja nun erst einmal
entwickelt werden.
Befehl des Ta:
Pferd muss 4 Tage in der Box stehen, in der Box geputzt werden und sonst
NICHTS!!!
Danach vielleicht mal bis zum Putzplatz, aber erst mal die Fotos abwarten und
dann ...
Ausgeschimpft hat er mich Gott sei Dank nicht.
Er hat nur mal kurz den Kopf geschüttelt, hat wohl meine roten Augen und meinen
Hundeblick gesehen und lieber nichts mehr gesagt.
Danke, lieber TA.
Tja, ich habe dann irgendwie mein Hottilein in die Box zurückgebracht,
ausgiebig geputzt, geschmust, mehrere Eimer Gras gepflückt und ihr in die Box
geschmissen und bin dann erst mal nach Hause gerast, kochen, Wäsche versorgen,
spülen, Hausaufgaben, Kinder....
Na ja, nur das Übliche, was Hausfrauen und Mütter so tun...
Beim Spülen z.B. überkam es mich und ich kriegte nen Heulkrampf bei der
Vorstellung, dass Curly vielleicht nen Splitterbruch hat und eingeschläfert
werden muss und ich ohne dieses Tier doch gar nicht weiterleben wollte.
Meine Phantasie ging fast völlig mit mir durch und meine Kiddis kriegten wohl
langsam Angst vor mir.
So rotunterlaufene Augen konnten nur auf was Schlimmeres hindeuten, vielleicht
Besessenheit...
Wisst ihr schon, dass ich eine blühende Phantasie besitze und wisst ihr
eigentlich wie ungut so was in so einer Situation ist??
Auf jeden Fall konnte ich endlich den TA anrufen ( 100 Jahre und 1000 weiße
Haare später) und erfahren, was die Röntgenbilder sagten.
ALSO: nichts gebrochen, aber eine ganz schlimme Entzündung vorne links, von der
man wie immer nicht weiß, wo sie herkommt.
Ein Tritt oder ein Schlag oder gestoßen, was auch immer, wer will das schon
wissen???
AUßERDEM: Hufknorpelrandverknöcherung.
Und der TA meinte, das ist meist vorne und wenn es an dem einen Huf ist, dann
ist es so gut wie 100% auch an dem anderen.
Nun, dazu habe ich mich dann erst einmal ordentlich belesen und dann
beschlossen, dass mein Pferdchen das schon länger hat und damit sehr gut
zurecht kommt und es ihm auch keinerlei Beschwerden macht und wir deshalb da
jetzt auch nichts ändern und im Moment nur die schreckliche Entzündung in den
Griff kriegen müssen.
TA und ich haben uns dann lange ausgetauscht und besprochen und waren uns dann
so "ziemlich" einig.
Habe ich mal erwähnt, dass ich Krankenschwester bin und deshalb ein wenig
mitreden kann (?) und will?
Endlich gab's auch Medikamente für mein armes, armes Pferdli und den
Bewegungsplan für die nächsten Tage, Wochen....
In 4 Wochen war der TA nachher insgesamt 6 Mal da und diese komische Leitungs-Anästesie
musste auch noch gemacht werden, um zu gucken, ob das Lahmen jetzt auch wirklich
nur von der Entzündung da unten kam...
War alles ziemlich doof und teuer und langwierig und und und...
Die ersten 4 Tage:
Ich, endlich GAANZ braver Pferdepfleger, bin 2 x am Tag zu meiner großen,
dicken Patientin gefahren.
AUSGIEBIG putzen, schmusen, Märchen erzählen, Gras pflücken EIMERWEISE, betütteln,
ich weiß gar nicht mehr, was ich in der Zeit alles mit ihr gemacht habe, um sie
zu unterhalten und bei Laune zu halten, was bei ihr GANZ besonders wichtig war
und ist, schließlich ist sie ja eine Prinzessin ( wer hat ihr so einen Quatsch
nur eingeredet?) und das alles in der kleinen, engen Box.
Wir beide, ganz allein.
Na ja, nicht ganz.
Nachmittags haben wir Quatschrunden vor oder in Curlys Box abgehalten, zu ihrer
Unterhaltung und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sie das genossen hat
und es sehr interessant fand, was wir uns alles zu erzählen hatten und bestimmt
hätte sie gerne auch ihren Senf dazu beigetragen, aber mit dem Sprechen, das
klappt noch nicht so gut, aber dafür kann sie ja lesen, was will ich mehr....
Nun gut, diese schrecklichen Tage gingen vorüber und YEAH das Tier durfte bis
zum Putzplatz laufen.
Die nächsten 6 Tage:
Immerhin sind das so ca. 8 Meter (?).
Auch dieser Spaß dauerte an, natürlich immer noch 2 x am Tag, damit das
Tierchen nicht komisch im Kopf wurde...
Dann war ich wieder ungeduldig, wie gewohnt, ging mir alles nicht schnell
genug: "Das arme Pferdi!!"
Und ich lief mit ihr 4-5 Meter weiter bis vor die Tür.
Dort setzte ich mich auf die Bank und sie stand neben mir in der Sonne, wir
hatten Anfang September ( 2004) und es war richtig warm, Sommer eben, und sie
und ich wir sonnten uns und genossen die angenehme Wärme....
Aber jetzt wollte ich doch mal erzählen, wie es mit dem kranken Curlylein
weiterging.
Also:
Wie ich vor langer, langer Zeit schon schrieb, ging ich mit meiner kranken Maus
dann mal vorsichtig vor die Tür und ich setzte mich in die Sonne und sie stand
neben der Bank, genoss die Sonne und schaute auf das Leben rings herum.
Sie sah die Kumpels auf der Wiese, die Kollegen, die auf dem Platz arbeiten
mussten und wir unterhielten uns mit allen Leuten und Tieren, die vorbei kamen.
Wir hatten richtig Spaß und ich freute mich so für die dicke Maus, dass sie
endlich mal wieder was anderes sah, als nur die Wände in ihrer Box.
Jeden Tag ging ich jetzt 1-2 Meter weiter mit ihr.
Endlich kamen wir an einem ganz kleinen Streifen Gras an.
Mein Gott, was hatte sie für einen Spaß.
Jetzt mal was unter uns Pferdebesitzern und Reitern:
was finden die Gäule bloß an Gras????????
Könnt ihr das nachvollziehen??
Ich nicht und da ich ein sehr neugieriger Mensch bin, habe ich dann endlich mal
ein bisschen Gras gepflückt und probiert.
Bäh, das schmeckt ja mal nach gar nichts.
Ich hatte mir den Geschmack irgendwie anders vorgestellt.
Was mir wieder einmal sagt, Pferde sind doof und haben keine Ahnung.
Und endlich kam der TA auch mal wieder zur Kontrolle.
Er war ziemlich zufrieden und ich vergaß ganz zu erwähnen, dass Curly und ich
schon den 1 oder anderen Meter weiter gekommen waren.
Nun denn, ab sofort durfte und sollte ich jeden Tag 5 Minuten mehr mit ihr auf
weichem Boden laufen, angefangen mit 5 Minuten.
Wie schon mal erwähnt hatten wir einen super warmen September und ich war nach
den nächsten 3 Wochen knatschebraun und alle fragten, wo ich in Urlaub war, wie
witzig.
Da ja das Wetter so toll war, beschloss ich mit Curly morgens die Zeit auf dem
Platz abzulatschen.
Ja, die wirklichen Mitleser unter euch müssten ja eine Idee davon haben, was es
bedeutet mit dem Curlypferd auf dem Platz zu sein....
Echt geil.
Meine Nerven waren mittlerweile sowieso nicht mehr die stabilsten und jetzt auch
noch das...
Womit hatte ich das nur verdient?
Jeden Tag 7 Stunden am Stall, um es dem Tier so schön und erträglich wie möglich
zu machen, trotzdem die ganze Arbeit zu Hause und die Kiddis nicht vernachlässigt
( nur im Garten war ich in dieser Zeit nicht einmal, selbst mir sind Grenzen
gesetzt), und der Dank....?????
Also Angstknopf wieder mal ausgeschaltet und Sauersein-Knopf an und dann gehts.
Curly merkt sofort, wenn andere Wellen gesendet werden.
Und dann zappelt man doch schon etwas verhaltener und immer mit einem kleinen
Seitenblick zu mir, so von wegen: nicht schimpfen, bin gleich fertig...
Ist schon süß so'n Pferd....
Auf jeden Fall latschten wir beide jetzt jeden Tag mehr oder weniger lebendig über
den Platz.
Ich keuchend und schleppend, da ich damals ja noch rauchte ( übrigens rauche
ich jetzt schon 9,5 Monate nicht mehr, *stolzbin*) und Curly mit den Gedanken
sonst wo...
ABER:
meine Kondition wurde jeden Tag besser.
Ich langweilte mich dabei zu Tode, da Curly auch immer braver dabei wurde und es
wohl doch ganz schon anstrengend fand, da ich immer zügiger beim Laufen wurde.
Ich begann dabei die Schritte zu zählen und in Kilometern umzurechnen.
Am Ende sind wir tatsächlich auf über 4200 Schritte und knapp 5 km in 75
Minuten gekommen.
Was witzig war, am Anfang machte ich ja immer schlapp und zum Schluss war ich
sooo fit und Curly wurde in den letzten 5 Minuten, die ich ja immer anhängen
sollte immer langsamer und schleppender.
Als ich den TA damit anknatschte, war er ganz baff und fragte mich doch allen
Ernstes, warum ich das getan habe und ich sagte ihm, dass er das so befohlen
hatte, woraufhin er nur meinte, er hätte das nicht gemacht ( das Latschen) ...
Mein blödes Gesicht war mal wieder Gold wert.
Das war ja wohl die absolute Höhe: ich lauf mir nen Wolf und er sagt, das hätte
er nicht gemacht.
Darüber habe ich mich dann doch eine etwas längere Zeit aufgeregt.
Was schön war, ich durfte meine Hottimaus jetzt auf eine kleine extra Wiese
stellen und brauchte nicht mehr latschen.
Denn in der ganzen Zeit war ich mit Curly morgens und abends noch auf eine Wiese
gegangen und habe sie jeden Tag etwas länger grasen lassen, sodass ich am Ende
schon auf je 1 Stunde kam.
In der Zeit wurde ich dann auch so braun. Allerdings langweilte ich mich mal
wieder schrecklich, sodass ich meiner lieben kleinen Schwester ellenlange SMS in
Englisch schickte, da sie in dieser Zeit einen Englisch-Kurs bei der Arbeit
besuchen musste.
Hey, ich war gut, meine Schwester erzählte mir später, dass sie die SMS in der
Klasse vorgelesen hatte und die Lehrerin sie wohl gut fand( *schonwiederstolzbin*).
Auf jeden Fall lief mir die Zeit immer zwischen den Fingern hindurch, sodass ich
auf die Idee kam, den Bauern zu fragen, ob ich denn nicht ein kleines Stück
Wiese für mein Lieblingspferd abstecken dürfte, damit ich nicht mehr dabei
stehen musste.
Ich durfte auch, da beim Bauern aber alles immer sehr langsam geht, musste ich
schon sehr energisch dran bleiben, um am nächsten Tag dann die supertolle Wiese
für mein Hottili abzustecken und den Bauer zur Abnahme zu schleifen.
Jaaa, und dann hatte ich nochmal gaaaanz schreckliche Angst, dass sie jetzt
ausflippt, so alleine auf der Wiese und vielleicht zu den Kumpels rüberspringen
will oder oder oder....
Aber auch da ging alles gut und ich konnte sie jeden Tag etwas länger auf der
Wiese lassen.
In der Zwischenzeit war die Gelassenheitsprüfung und wir konnten nicht
teilnehmen
.
Naja, das andere Pferd mit Freundin, mit denen ich auch in meinem Parcour geübt
hatte, waren super: Note 1.
Die hätten wir nicht bekommen, da Curly Schirme hasst, immer noch.
Ich weiß nicht warum.Vielleicht hatte sie irgendein schlimmes Erlebnis mit
Schirmen, von dem ich nichts weiß.
Sie hat ja 3 Jahre ihres Lebens ohne meine wachsamen Augen verbringen müssen.
Dann endlich durften wir mit dem Schrittreiten anfangen....
Eine ganze halbe Stunde...
Wahnsinn..
In der Halle standen wieder Tannenbäume, wie gehabt.
ABER: damit es nicht eintönig wird: diesmal 5 !!!!!! Stück in den beiden
oberen Ecken, am Tor, an dem es auch reinregnet, reinschneit, reinwindet und das
ja auch schon mal gefährliche Geräusche macht.
Über dem Tor hingen weiße und schwarze glänzende Tücher, die im Wind wie
Gespenster flatterten, besonders als sie an der einen Seite runtergerutscht
waren.....
Nun, die Tücher sind schon ein paar Tage weg, die Tannenbäume erst seit
vorgestern.
ACH, was ich ganz zu erwähnen vergaß:
Vor den Tannenbäumen in der REITHALLE lagen ganz viele Geschenkpäckchen.....
Habe mich dann nach der Weihnachtsfeier, die übrigens super war, tierisch darüber
aufgeregt.
Wenn da ein Pferd reingetreten hätte und son Ding mitgenommen .....
Man darf sich das nicht ausmalen, aber meine Phantasie....
SO, es war soweit:
ich durfte mich auf meine kleine Maus setzen und Schritt reiten....
Was für ein Gefühl....
Ich hatte ehrlich keine Angst, ich wusste, dass ich mich so gut ums Curlylein
gekümmert hatte, dass sie keinen Mist mit mir macht.
Außerdem war sie ja auch schon wieder ganz viel auf der Wiese gewesen
Auf jeden Fall latschten wir zwei ziemlich fröhlich durch die Halle und störten
alle anderen Reitersleute, weil ich mit allen quatschen wollte und einfach nur
tierischen Spaß hatte.
Habt ihr schon mal gemerkt, dass ich oft viel Spaß habe, aber die anderen
nicht.....KOMISCH....Sollte ich vielleicht doch mal in mich gehen und drüber
nachdenken....
Auf jeden Fall latschten wir jetzt täglich unsere 30 Minuten ab und ich saß
schön gemütlich auf Curly rum und sie musste nun abarbeiten, was ich alles für
sie getan hatte.
JAAAAAA, so ist das dann.Es gibt im Leben nichts umsonst, oder?
Nach 1 Woche durften wir dann langsam steigern und gingen täglich 5 Minuten
mehr Schritt.
Nach 2 Wochen war dann ein ganz kleines bisschen Trab angesagt.
Also, ich möchte Curly noch mal loben.
Sie war so brav und lieb in der ganzen Zeit gewesen, wie ich kaum zu hoffen
gewagt hatte.
Und in der 3. Woche kam dann endlich der Galopp dazu.
Ich hatte natürlich die erste Zeit immer ein bisschen Angst, dass Curly wieder
lahmt oder ein dickes Bein kriegt und deshalb hielt ich mich auch genau an die
Vorgaben des Arztes, damit bloß nichts passiert und es endlich wieder los geht
mit uns beiden.
Ab der 5. Woche durfte ich dann ganz normal reiten, Yippih...
Wir sind dann 2 Wochen fast nur im Wald gewesen, man, was hatten wir viel
nachzuholen.
Und dann kam die Osteopathin zur Kontrolle...
TOLL, sie fand natürlich eine Klitzekleinigkeit und wieder wars vorbei mit
reiten....
Das ist auch der Grund, warum keiner den Osteopathen holt, der hindert einen nur
an der Ausübung des Hobbys.
Also, das übliche Programm:
gar nix tun, longieren, gaaaanz langsam anfangen usw.usw......
Soooo hatte ich mir das alles auch nicht vorgestellt.
Und was das alles kostet....
ABER:was tut man nicht alles für son dickes Tier, das man doch sooooo lieb hat,
nicht wahr??
Dann musste die Osteopathin wieder zur Kontrolle kommen und selbst mir schoss
kurzfristig durch den Kopf:" NEIN, ich will nicht mehr...."
Aber, ich bin ja ein braver Pferdebesitzer und machte einen Termin aus und....
siehe da: alles O.K.
GOTT SEI DANK.
Dann können wir ja jetzt vielleicht endlich mal ans reiten denken???
NEEEE, falsch gedacht, zu früh gefreut...
Habe ich eigentlich irgendetwas verbrochen oder angestellt???
Vielleicht war ich in einem früheren Leben ein Mörder oder ähnliches, DENN...
Wir hatten jetzt......ADVENT.
Und der echte Fan und brave Leser unter euch weiß, was das bedeutet....
Ich könnte jetzt ein Quiz machen und einen Preis aussetzen, aber....ich erzähle
es euch lieber sofort, was ihr sowieso schon wisst:
Tannenbäume und Weihnachtsdeko in der Reithalle, sehr zu Curlys Freude....
Was habe ich alles versucht:
-loben
-Leckerchen
-schimpfen
-verhauen
-wir haben zu viert auf Pferden sitzend vor den Bäumen gestanden und "Oh,
Tannenbaum" gesungen, was Curly sehr erheiterte, die anderen Reiter fast
zur Weisglut und mir gar nichts brachte, weil: Curly ist stur.
Sie hat eine festgefahrenen Meinung über die Dinge, die in eine Reithalle gehören
oder auch nicht und davon lässt sie sich um nichts in der Welt abbringen.
So ist das und damit BASTA.
Eins muss man ihr dabei lassen: sie ist nie wankelmütig und weiß ganz genau,
was sie will.
Ihr müsstet ehrlich mal den Blick von ihr sehen, wenn ich etwas von ihr will,
was sie einfach nur unmöglich findet....
Man kann sowas nicht beschreiben.
Ich frage mich oft, ob eure Tiere auch so sind oder ob Curlylein doch etwas
Besonderes auf dieser Welt ist....???
Und so ging dieses schreckliche Jahr 2004 endlich zu Ende und ich dachte nur, es
kann ja nur besser werden.
So, jetzt fällt mir nichts mehr ein und deshalb gönne ich mir eine Pause.
Ich hoffe, dass ich schon bald weiterschreiben kann (falls mir was einfällt),
denn ich habe viele Überstunden und muss deshalb nächsten Monat etwas weniger
arbeiten, also, mal schaun...
Wir schreiben das Jahr 2005.
Es ist Januar und kalt
.
Und das ist doch schon mal ein guter Anfang, oder etwa nicht
???
Nun, für mich fing das Jahr natürlich NICHT gut an, wie soll's auch anders
gewesen sein.
Mit dem üblichen Tannenbaumkram halten wir uns jetzt nicht mehr auf, denn
eingefleischte Curly-Leser wissen Bescheid....
Also, was kann denn jetzt schon wieder los sein?
Nun, ganz einfach:
die Sattlerin kam zur Sattelkontrolle und sprach das aus, was ich schon befürchtet
hatte:
der Sattel passt überhaupt nicht mehr, da kann man auch nichts mehr ändern.
Und jetzt?????????
Tja, man könnte einen maßgeschneiderten nehmen.
LUSTIG, wer soll den denn bezahlen?
Ich tu ja bestimmt alles für mein Hü, aber Schulden machen dann wohl doch
nicht...
2. Möglichkeit, einen fast maßgeschneiderten, HÄ???????
Die Sattlerin hat mir dann groß und breit erklärt, dass sie für mich einen
fast nackten Sattel bestellt nach den Maßen, die sie vorher an Curlyliese
abmisst und füllt und polstert ihn dann hier vor Ort am Pferdli.
Hat das jemand verstanden, naaa?
Ein bisschen Phantasie, wenn ich bitten darf.
Also, was blieb mir anderes übrig, wir sind dann mal an's Vermessen gegangen.
Und siehe da, der erste Schreck:
der alte Sattel hatte 31-32 Kammer, da die Sattlerin ihn schon mal geweitet
hatte (von 31 auf 32), die neue Kammerweite war jetzt 33.
Da konnte der Sattel ja nur noch AUA machen, mein armes Pferdchen....
Na ja, von dem Rest habe ich nicht viel verstanden, ist ja auch egal, Hauptsache
er passt nachher.
Dann stellte ich eine, dachte ich, normale Frage:
kann ich den Sattel mal probereiten, um zu sehen, ob ich auch damit klar komme?
NEIN, das geht nicht.
Den gibt es nicht in dieser Größe und überhaupt jetzt hat sie gar keine zum
probieren da.
ÄH, ich kann doch nicht einfach so einen Sattel kaufen....
Das Einzige, was sie mir anbieten könnte, wäre, das ich ihren Sattel mal
reite.
Aha...
Ja, der würde auch fast aufs Pferd passen, für die paar Minuten ging das
wirklich...
Aha...
Das war ja mal wieder was für mich.Einfach so irgendeinen Sattel zu kaufen, der
auch gar nicht mal so billig war, neee....
Aber das Wichtigste war und ist ja, das er dem Tier passt , oder....???
Nun, ich wollte ihn gerne probieren.
Also, wieder einen Termin gemacht und gewartet.
Reiten konnte ich ja jetzt schon nicht mehr, denn mit einem Sattel, der so viel
zu klein ist reite ich selbstverständlich nicht.
Endlich kam die Sattelfrau und brachte ihren Sattel mit, Freude...
Bevor ich dann endlich aufsteigen durfte, erklärte sie mir lang und breit, das
dieser Sattel von ihr für sie persönlich verändert wurde, auf ihre ganz
eigenen Bedürfnisse.
Aha...
Was an dem Sattel ist denn jetzt so wie an dem Sattel, den ich bestellt habe???
Ja, der Sitz so ungefähr....
Aha...
Ich könnte so noch etwas länger fortfahren, aber das schenke ich mir jetzt.
Ich denke, ihr habt eine ganz gute Vorstellung davon, wie bescheiden die ganze
Angelegenheit gewesen ist...
Ende vom Lied war, das ich total unglücklich war, weil ich mit dem Sattel ÜBERHAUPT
nicht zurecht kam.
Ich kippte immer nach vorne und dachte, ich falle runter, so was Schreckliches
hatte ich auch schon lange nicht mehr erlebt.
Sie versprach mir aber die ganze Zeit, dass das bei meinem nicht so sein würde...
Aha...
Ich war total begeistert und freute mich riesig auf den neuen Sattel....
Ich wartete auf den komischen neuen Sattel und war totunglücklich darüber.
Und es dauerte und dauerte.....
Ich hatte viel Zeit nachzudenken und kam zu dem Entschluss die Sattelbestellung
leicht abzuändern.
Als ich also nach ca.5 Wochen die Sattlerin anrief um ihr die Änderung
mitzuteilen, sagte sie mir, dass die Sättel aus Argentinien da wären.
Toll, ich erzählte ihr dann, dass ich den Sattel doch lieber ein Modell besser
(also auch teurer) haben wollte, da ich auf dem Probesattel ja nicht ganz so
toll gesessen ( leicht untertrieben) hatte.
Sie hatte aber keine Einwände und sagte mir nur, dass es dann noch mal etwas
dauern würde.....
Aha...
Nun, in der Zwischenzeit hatten Curly und ich viel Zeit andere Dinge zu tun:
-Spazierengehen
-longieren (so nennt man dieses langweilige Herumgerenne im Kreis, nicht wahr)
-Bodenarbeit (da würde jemand jetzt wieder sagen:Eggen, pflügen oder was ist
Bodenarbeit), ja, solche Ignoranten gibt es...
-Doppellonge, ganz was Interessantes
Also Spazierengehen hat uns am Besten gefallen.
Da ist mein Hü eigentlich auch superbrav.
Ich bin ja nah bei ihr und beschütze sie und gehe dann auch immer da, wo die
gefährlichen Sachen sind.
Boahr, ich bin soooooo mutig, ich trotze allen gefährlichen Schildern, großen,
weißen Strichen und 30 auf der Straße usw. (nicht wahr ,CYBY).
Mit dem Longieren haben wir uns dann gezwungenermaßen auch immer mehr Mühe
gegeben und ich habe mir auch immer wieder was Neues einfallen lassen, damit es
nicht langweilig wird.
Am besten gefällt uns beiden: zwei Trabstangen rechts auf dem Hufschlag und
eine Stange links, aber hinter dem Hufschlag, damit man die linke auch als
Galoppstange benutzen kann und ich mit dem Hotti hin und her laufe und das
Tierchen die ganze Zeit gut aufpassen muss, ob denn nun Stangen kommen oder
nicht oder nur eine oder zwei oder drei.
Kann man sich doch vorstellen, oder??
Das macht wirklich Spaß und die Zeit geht ganz schnell rum.
Bodenarbeit um noch mal zu erinnern, wer denn nun der Boss ist (oder auch nicht)
und um einfach auch Abwechslung ins triste sattellose Leben zu bringen.Man kann
ja auch wunderbar die leidigen Seitengänge noch mal im Schritt und Trab
vertiefen.
Doppellonge:falls meine Erinnerung mich nicht ganz im Stich lässt, habe ich in
dieser Zeit die hohe Kunst der Doppellonge erlernt.
Ganz was Spannendes.
Bei uns sieht das dann so aus, dass wir Fahren vom Boden aus mit Longieren
verbinden.
Und das muss man sich erst mal trauen: so ca. 1m hinter dem Pferd durch den Sand
zu stapfen, mit den beiden Longenstricken und der Gerte in der Hand voll im
Stress und völlig überfordert.
Ich habe mir das wie üblich erst ein paar Mal bei meiner Reitlehrerin
angeschaut, bin hinter ihr her durch den Sand gestolpert, voller Achtung vor
ihrem Mut und völlig aus der Puste...
Wenn Curly dann am Tor mal wieder den Affen machte , weiß ich nicht wer
schneller hüpfte sie oder ich....
Und meine kleine dünne Reitlehrerin ließ sich von nichts beeindrucken und
managte alles, nur ich war manchmal im Weg....
UND dann kam der Tag an dem ich die Doppellonge in die Hand bekam...
Bis ich die blöden langen Stricke halbwegs sortiert hatte, langweilte Curly
sich und ging schon mal los und zog mich hinterher, LUSTIG....
Dann dabei das Longieren, ich hatte so viel Stress mit den beiden Stricken und
der Gerte, ich brauchte eigentlich nicht noch ein Pferd daran hängen zu haben.
Nach einiger Zeit das Tier im Galopp einen Handwechsel machen zu lassen, ohne
dass sie mich durch die Halle schleuderte oder ich mich in den Stricken
verhedderte....
Ja, Übung macht den Meister.
Mittlerweile geht das alles auch schon etwas besser, obwohl ich es jetzt auch
schon lange nicht mehr gemacht habe und bestimmt auch erst mal wieder etwas üben
müsste.
Jaaaa, und dann kam die Zeit in der mein Rücken sich meldete und mir doch
ziemlich deutlich mitteilte, dass ich mal wieder Reiten müsste.
Und dann brachte mir meine Reitlehrerin ein Sattelreitkissen mit....
Ich freute mich riesig als meine Reitlehrerin damit kam und schaute mir das Teil
voller Vorfreude an....
Ehm, jaaaa.....
Da drauf soll man sitzen und reiten??
Ich bin ja immer noch doof und naiv.
Ich hatte mir das mal wieder ganz anders vorgestellt, obwohl ich auch nicht
genau sagen könnte, wie??!!
Es sah dann folgendermaßen aus:
-so ca. 50 Jahre alt
-aus echtem Leder: jetzt stellt euch bitte soooo altes, echtes Leder
vor.....naa, irgendeine Idee??
JAAAA, spiegelglatt, wie ein Kinderpopo...
-mit Löchern (?) um Steigbügel zu befestigen: was für ein Glück, wie hätte
ich
sonst auch nur ein kleines
bisschen Halt gehabt??
-DAS BESTE: vorne 2 Löcher, in die ich etwas reinstecken und fest machen
konnte
-und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, bzw. der treue,
wahre Fan vom falschen.....
Jetzt müsste ich hier Schluss machen und ein Preisrätsel eröffnen.
WAS machte ich wohl da vorne am Sattel fest??????????
Ich wüsste zu gerne, ob es jemand wusste.....
NATÜRLICH kam da SOFORT mein Maria-Hilfszügel (Angsthasen-Riemen, oder wie
auch immer) hin, denn ohne den gehe ich ja mal gar nicht auf so eine Rutschbahn.
ABER: bevor ich mir das antat, ließ ich meiner schlauen Reitlehrerin den
Vortritt.
Ich wollte erst einmal sehen, ob das auch wirklich funktioniert, denn ich glaube
ja mal gar nicht alles einfach nur so, nein, so blöd bin ich dann doch wieder
nicht.
Aber ich muss zugeben, bei ihr sah das Ganze ganz manierlich und eigentlich auch
ziemlich einfach aus.....
MMMH, also wer nicht wagt, der nicht gewinnt...
Ich stieg dann auf diese rutschige Ding und Curly marschierte los und ich
rutschte los und quickte laut durch die Halle.
Ich dachte, ich sterbe mal wieder einen Heldentod und stellte mir zum 100. Male
dieselbe Frage: wieso tu ich mir das eigentlich an??????????????????
Ganz normal kann ich doch nicht sein, oder?
Auf jeden Fall war mein Gezeter bühnenreif und meine Reitlehrerin wurde schon
fast sauer und überlegte sicher schon, ob sie mir das Teil wieder wegnehmen
sollte.
Und dann kommt ja bei mir immer der Punkt, an dem ich sauer auf mich selber
werde und mein Ehrgeiz erwacht.
Jaaa, den hat man auch noch in meinem Alter...
Und siehe da....nach ein paar Tagen Herumgerutsche und Herumgequieke und fast
runterfallen, aber eben nur FAST
, ging es immer besser und ich wurde immer mutiger.
Nach einer Woche ritt ich in allen Gangarten und alle Figuren und Seitengänge
und es machte RIESIGEN Spaß und ich jauchzte vor Freude und Vergnügen.
Was mir auch SUPER gut gefallen hatte, war der Respekt vor meinem Mut und Können
, den mir
die anderen Reitersleute entgegen brachten.
Mal im Ernst, ich fragte mich nach ein paar Tagen, warum ich überhaupt einen
teuren Sattel bestellt hatte, es ging augenscheinlich ja auch so......
Und nochmal im Ernst: mir wurde wirklich ein paar Mal gesagt, wie toll ich das
mache und das manche am Anfang dachten, was für eine Katastrophe, das schafft
die nie.
Von wegen, Leute, ich werde euch noch ein paar Mal überraschen, hoffe ich, jaja.
Tja, und dann kam mein neuer Sattel und ich freute mich gar nicht.
Nun musste ich dieses affentittengeile (bin mal gespannt, ob das Wort gedruckt
wird) Teil wieder abgeben....
DER NEUE SATTEL......
Die Sattlerin kam ganz stolz mit einem Stück Lederlappen und sagte mir, das sei
mein neuer Sattel und sie müsse ihn jetzt nur noch befüllen und anpassen und
was weiß ich denn.....
Sie legte dieses seltsame Teil dann wirklich auf Curlys Rücken und schaute und
murmelte irgendwas und fing dann an Wolle in den Lappen zu stopfen und wie wild
an dem Ding herumzunähen.....
Alles sehr suspekt, aber so ganz langsam nach und nach wurde tatsächlich sowas
wie ein Sattel daraus.
Dann kam der spannende Teil des Vorreitens.
Curly und ich trampelten durch die Halle, wobei ich versuchte eine gemütliche
Position auf dem tollen, neuen, teuren Sattel zu finden.
Nach ein paar Mal auf- und absteigen und Sattel nachbessern oder wie auch immer
ich das nennen soll, ach ja, anpassen sagt man dazu, Tschuldigung, ich habs
immer noch nicht mit der Reitersprache, meinte die Sattlerin dann, dass mein
halb-maßgefertigter Sattel jetzt so in Ordnung sei.
Also musste ich jetzt Begeisterung zeigen.
Doch die wollte sich so recht nicht einstellen....
Ich rutschte auf dem tollen, neuen, teuren Sattel hin und her und fand weder
eine bequeme Stelle noch Halt, denn ich kippte immer nach vorne und merkte nur,
dass mir so langsam die Tränen in die Augen schossen......
GENAUSO hatte ich mir das vorgestellt.....
Endlich war er da, der tolle, neue, teure Sattel und alles sollte nur noch
besser werden......
Das erste ist Curlylein im Januar 2005 mit dem teuren, neuen Sattel und Zopf.
Immer noch Januar 2005:
Meine Lieblingsschwester gibt Curly eine Möhre.
Curly zeigt sehr deutlich, wie sie ihr geschmeckt hat......
Der tolle, neue, teure Sattel.....
WAS soll ich dazu noch schreiben???
Ihr habt es alle schon gemerkt, dass er nicht so wirklich bequem war und ich
irgendwie nicht zum Sitzen kam.
Ich war ehrlich super gefrustet.
Also hampelte ich so auf dem Sattel hin und her und die Sattlerin stand an der
Bande und machte nicht wirklich hilfreiche Bemerkungen.
DANKE, liebe Frau.
Ich hatte den Eindruck, dass sie mein Problem nicht so recht verstand.
Nun, dann hatte sie die glorreiche Idee sich selber auf mein Hotti zu setzen und
den tollen, neuen, teuren Sattel mal auszuprobieren......
Danke, liebe Curly-Maus, du hast meine Laune wieder gerettet
.
Die Sattlerin saß also auf meinem Hü und wollte im Schritt anreiten.....
Nun, das Curly-Pferd tat so als würde es nichts verstehen und bewegte sich
zuerst gar nicht und danach in so einem Schneckentempo an der Bande entlang,
immer mit einem vorwurfsvollen Blick zu mir herüber, dass ich mir schon
wirklich bald die Lippen blutig biss um nicht laut zu lachen.
Ein Bild für die Götter.
Die Sattlerin bekam immer mehr Farbe ins Gesicht und fror nicht mehr.
Zur Erinnerung: es war Januar und a.r.s.c.hkalt.
Dann versuchte sie anzutraben....
Selten so gelacht......
Ich könnte hier noch gaaaanz viele Smileys hinsetzen, aber wir wollen ja mal
nicht übertreiben.
Sie kam dann keuchend an der Bande vorbei und krächste mir zu: " Das sah
von unten aber viel einfacher aus !? "
Ach, was tat das gut.
MEIN PFERD IST JA DOCH NUR MEIN PFERD.
Hihihihi........
Schluss jetzt mit lustig und mal wieder dem leidigen Problem "Sattel"
zugewandt.
SIE meinte der Sattel wäre voll in Ordnung und ich müsste nur lernen darauf zu
sitzen.
Na danke schön, was habe ich denn die ganze andere Zeit gemacht ? ? ? ?
Auf dem Sattel gelegen, gestanden oder was, hä ??????
Mittlerweile haben der Sattel und ich uns ein wenig angefreundet und mein POPO
hat ihn in die richtige Form gebracht, oder so ? !
So, das wars für heute.
Nicht schimpfen...ich habe ziemlich lange für die Fotos gebraucht und jetzt
sitze ich hier schon bestimmt 2 Stunden und das reicht mir.
Vielleicht kann ich dann noch ein, zwei Sachen lesen und dann ab ins Bettchen.
Ich hoffe, dass euch die Bilder ein bisschen Spaß gemacht haben und demnächst
gibts vielleicht noch mal welche.
Ich wollte etwas ganz Wichtiges publik machen um noch vielen anderen
leidtragenden Pferden und Reitern zu helfen.
Also:
wie ihr alle wissen solltet, ist Curly nach einer Zahnbehandlung zum
Regen-Headshaker geworden, obwohl niemand weiß wieso, warum.....
Vor ca. 4 Wochen erzählte eine andere Einstallerin an unserem Stall, dass sie
ihrem Pferd jetzt Magnesium gibt und das Tier nicht mehr mit dem Kopf schlägt.
Zur Information:
ihr Pferd hat auch ganz plötzlich mit dem Kopf geschlagen, allerdings nur beim
Reiten.
Sie hat die üblichen Dinge untersuchen lassen: Augen, Ohren, Zähne, Rücken.........
Unser Stallchef meinte dann, dass sie ihrem Pferd doch mal Magnesium geben
sollte, da er ja ein wenig zappelig wäre....
Und nun, kein Headshaking mehr.
Bei sowas kriege ich natürlich lange Ohren, denn ich habe alles versucht, viel
Geld ausgegeben und nichts hat geholfen
Dann habe ich zu Hause erst einmal in meine schlauen Bücher geguckt, aha,
Magnesium kann man geben, die Gefahr der Überdosierung besteht nicht, was
zuviel ist wird ausgeschieden....
Gut, dann dachte ich immer, irgendwie sagt mir Magnesium noch etwas....
Dann habe ich mir die alten Blutwerte von Curly angeguckt und siehe da,
Magnesium im unteren Bereich oder sogar im Minusbereich und 2 Muskelwerte erhöht.
Ich weiß genau, dass ich 2 Tierärzte danach gefragt habe und beide meinten,
dass das Tier wohl nur Muskelkater hätte und überarbeitet wäre.
HALLO !!!!
Wer Curly und mich kennt, weiß, dass das bestimmt nicht der Fall sein kann.
Nun, ich hatte das damals so hingenommen.
Jetzt dachte ich dann, ich werde ihr auch Magnesium geben und selbst wenn es
nicht gegen das Headshaken hilft, wird es ihr von den Blut- und Muskelwerten her
gut tun.
Dass es gegen das Shaken helfen sollte, glaubte ich sowieso nicht.
Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn...
Vor ca. 1 Woche wühlte ich auf Curlys Paddock rum und es fisselte...
Plötzlich streckte sie ihren Kopf DURCH die Lamellen und schaute mir zu.
Ich war ganz baff, weil sie sonst bei Regenwetter NIE den Kopf DURCH die
Lamellen streckte.
Danach ging ich in ihre Box um dort auch noch ein wenig Ordnung zu machen und
Curly ging, so wie sie es immer tut, RAUS.
Normalerweise dreht sie auf dem Absatz um und geht sofort wieder in die Box zurück,
wenn es regnet, wenn auch nur leicht, ABER NEIN, sie blieb draußen und hatte
den Kopf bestimmt 10 cm über dem Boden, sonst bohrte sie ihre Nase immer in den
Boden um sie zu schützen ......
Sie hob sogar ein paar Mal den Kopf und schüttelte ihn dann nur einmal kurz,
sie blieb draußen und zuckte nicht mit dem Kopf und stand ziemlich ruhig da und
ich stand in der Box mit offenem Mund und konnte gar nicht fassen, was ich da
sah.....
Ich kann nicht beschreiben, was ich empfand....
HOFFNUNG...
UNGLAUBE...
ANGST VOR ENTTÄUSCHUNG...
Hoffnung????????
Als ich mit der Box fertig war, ging Curly wieder rein und dann wieder RAUS...
Ein paar Minuten später wollte ich sie zum Putzen und Reiten holen und sie
stand immer noch ruhig, mit tiefem Kopf, im Fisselregen.
Ich machte ihr das Halfter um und blieb ein bisschen mit ihr stehen und sagte
ihr, was für ein tolles und mutiges Pferd sie doch wäre und überhaupt das
beste Pferd im Stall usw......
Ich war immer noch ganz erschlagen und konnte es gar nicht fassen.
Ich habe bestimmt 3-4 Tage niemandem davon erzählt, weil ich es nicht glauben
konnte.
Dann regnete es wieder und Curly ging ganz freiwillig, ganz alleine auf den
Paddock......
Und am Mittwoch war dann der Tag der Tage.....
Wir gingen in den Wald und am Horizont wurde es tiefschwarz....
Ich wurde ziemlich nervös und fragte immer wieder, ob die anderen denn gleich
mit mir zu Fuß weitergehen würden.....
Das versteht ihr jetzt nicht, nicht wahr????
Also zum besseren Verständnis:
letztes Jahr sind wir mal beim Ausritt in den Regen gekommen und es war einfach
nur schrecklich.
Ich hatte kein Pferd mehr vor mir und sprang damals panisch ab, da sie mir auch
die Zügel aus der Hand riss und den Kopf in den Matschboden drückte und
taumelte und alles einfach nur schrecklich war.
Ich versuchte mit ihr weiter zu gehen, was kaum möglich war, da das arme Tier
versuchte ihre Nase in mir zu verstecken und mich dabei total bedrängte und
fast in die Matsche schubste.
Ich weiß nicht, ob man eine Vorstellung davon bekommt, aber glaubt mir sowas
ist wirklich grausig.
Die beiden Anderen waren mittlerweile auch abgestiegen und liefen heroisch mit
uns durch die Matsche, bis die erste eine trockene Stelle im Wald fand, wo wir
den Regen abwarteten.
Könnt ihr euch jetzt vielleicht vorstellen, warum ich etwas nervös wurde????
Auf jeden Fall ritten wir weiter und mitten im Wald kam, was kommen
musste.....es fing an zu regnen und es wurde stärker und es schüttete......
Ich starb einen Heldentod und wartete auf das, was ja jetzt unweigerlich kommen
musste.
Sie zuckte etwas mit dem Kopf und ich redete beruhigend auf sie (oder/und auf
mich) ein.
Sie zuckte stärker mit dem Kopf und meine Hände hielten krampfhaft die Zügel
fest.
So ging es jetzt die ganze Zeit.
Sie zuckte mal mehr, mal weniger mit dem Kopf, riss ihn schon mal kurz hoch,
aber alles in Maßen und händelbar.
Ich laberte wie ein ***** auf sie ein oder schwieg vor mich hin, je nachdem wie
stark sie auf den Regen reagierte.
Dann stellte ich fest, dass sie ruhiger war, wenn sie am Zügel ging.
Denn zwischendurch gab ich ihr schon mal ein bisschen mehr Zügel, weil ich ja
nicht wusste, was für sie in so einer Situation besser ist.
Aber ich hatte den Eindruck als würde ihr die Anlehnung Halt und Sicherheit
geben.
Fazit dieses Ausritts:
wir und unsere Pferde waren klätschenass und ich war überglücklich.
Es war eine Besserung von 90 %.
Ich konnte sie händeln und in allen 3 Gangarten ohne Kraftanstrengung oder
Zwang reiten und lenken.
ES WAR EINFACH NUR WUNDERBAR.
Ich hoffe jetzt für das arme Mäuschen, dass sich die Sache weiter so gut
entwickelt und das Tier vielleicht bald geheilt ist.
Nächsten Monat lasse ich eine große Blutuntersuchung machen, um auch dort zu
sehen, wie es sich entwickelt.
Ich weiß nicht, ob es jetzt wirklich an dem Magnesium liegt.
ABER:
2 Pferde an unserem Stall haben deutlich weniger bis gar keine Beschwerden mehr.
ALSO:
versucht es und gebt euren Pferden, die headshaken, und davon gibt es leider ja
immer mehr, warum auch immer, Magnesium und vielleicht hilft es ja auch.....
Ich würde es mir so wünschen.
Ich hoffe, dass viele es versuchen und es bei ganz vielen Pferden hilft.....
Nehmt nicht zu billiges.
Ich habe auch eins genommen, in dem schon ordentlich Magnesium drin ist....
Ja, das war es, was ich unbedingt mitteilen wollte.
Ich will das auch noch auf der Headshakerseite schreiben, die es im Internet
gibt, in der Hoffnung, dass es vielleicht auch noch bei anderen hilft.
Und wenn es sein soll und ich wieder mal Zeit habe, schreibe ich auch noch ein
paar nette Geschichten vom besten Pferd der ganzen Welt.
Ich muss mich bei euch entschuldigen:
ihr wisst ja noch gar nicht, dass Curlylein zum Regenheadshaker wurde.
Also kläre ich euch jetzt erst einmal darüber auf.
Es war im März 2005, das Jahr ist also immer noch das Gleiche, ich habe jetzt
nur 2 Monate übersprungen.
Da liefen, glaube ich, sowieso nur die üblichen Rangeleien zwischen mir und dem
Hotti und mir und meiner RL usw.......
Der Pferdezahnarzt kam am vereinbarten Tag, aber etwa 1,5 Stunden später und
wir waren schon ziemlich festgefroren, da es ein RICHTIG kalter Winter war.
Curlymausi war immer die Erste, weil ich alles organisierte.....
Da sie ja ein ausgesprochen ruhiges, kooperierendes, freundliches Gemütstier
ist, meinte der TA, dass sie ja nur ganz wenig Sedierung braucht.
Gesagt, getan....
Sie hatte so wenig Sedierung, dass ich ganz viel großen, dicken, schweren
Pferdekopf in den Händen hatte.
Sie zappelte dann doch ganz ordentlich rum, fand sie wohl alles irgendwie doof,
und ich musste mich ganz schön anstrengen um sie ruhig zu halten.
Nun gut, endlich war auch das vorbei und das Hottili konnte gemütlich wach
werden.
Tja, und da passierte etwas, was bis heute keiner verstehen kann.
Ganz plötzlich, in der Aufwachphase, bekam sie Zuckungen am Kopf und am ganzen
Hals.
Ich war total erschrocken und rief sofort den Zahnarzt, der noch einem anderen
Pferd die Zähne raspelte.
Er kam auch gucken und war genauso überrascht und verwirrt wie ich.
So was hatte er bis dahin wohl auch noch nicht erlebt und konnte sich das auch
gar nicht erklären.
Es dauerte eine ganze Zeit an, mir kam es schrecklich lang vor und der Zahnarzt
kam auch andauernd gucken, was meinen Schrecken nur noch vergrößerte.
Er meinte dann noch, dass sie heute nicht mehr raus sollte.
Ich hatte richtig Angst und sagte ihm das auch.Er ging aber nicht darauf ein und
meinte nur, dass es am nächsten Tag schon wieder weg sein würde.
Na, sein Wort in Gottes Ohr.
Die nächsten Tage vergingen und alles schien wieder in Ordnung zu sein.
Bis es dann eines nicht so schönen Tages regnete.......
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Wenn ich noch so viel Zeit hätte wie früher, würde ich jetzt einfach wieder
aufhören und euch ein paar Tage zappeln lassen.......
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Habt ihr ein Glück......
Wer weiß, wann ich es wieder schaffe zu schreiben, also schreibe ich jetzt auch
zu Ende.
Aus irgendeinem Grund wollte ich Curly zur Weide bringen, als es nach Regen
aussah......
Sie war schon komisch an der Hand: zappelig und bedrängte mich irgendwie mit
ihrem großen, dicken Schädel....
Ich wusste ja nicht, was da passierte.....
Wir waren ein paar Meter gegangen als es anfing zu regnen.
Es war unbegreiflich für mich, was dann abging.
Sie schlug wie wild mit dem Kopf um sich, versuchte ihre Nase in mir zu
verstecken, versuchte die Nase in den Boden zu graben und wollte nur zurück
unters Dach.
Ich konnte nichts begreifen und war total geschockt und fassungslos.
Im Prinzip war ich nicht in der Lage dieses Tier zu händeln, zu führen, zu
lenken oder sonst irgendwas.
Wer einen HS hat, weiß wovon ich rede.
Es war einfach nur schrecklich.
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, wann und von wem das erst Mal das Wort
HS kam.
Ist im Prinzip auch egal.
Ich rief den Zahnarzt an und heulte ihn an, dass er mein Pferd kaputt gemacht hätte
und sofort kommen müsste.....
Ich war im Schockzustand, wenn ich das nochmal betonen darf.
Der Zahnarzt kam auch und war voll fasziniert.
Ja, das habt ihr richtig gelesen.
Er war fasziniert.
Er ging mit dem Tier vor die Tür ( es regnete) und sie reagierte wie ein HS.
Er ging mit ihr in das Gebäude und sie machte den Kopf hoch, schaute ruhig um
sich und war normal.
Er wollte mit ihr raus gehen und sie stemmte die Füße in den Boden und wollte
nicht.
Sie gingen dann doch raus und es war das gleiche Spiel.
Als er mit ihr zu einem kleinen Stück Gras ging, steckte sie ihre Nase hinein,
so gut es eben ging, und wurde ruhiger.
Er wiederholte ständig, dass er so etwas noch nie in seinem Leben gesehen oder
gehört hätte und überlegte in welche Zeitschrift er diese Sache stellen könnte.
Ich fragte ihn dann, ob er sonst keine Probleme hätte und nicht mal lieber
endlich etwas unternehmen wolle, damit es meinem Pferd wieder gut ginge.
Ihm fiel nicht viel dazu ein und er gab ihr dann eine Spritze mit Cortison.
Er untersuchte die Augen: gesund.
Ohren: nein.
Also Blutentnahme zwecks Allergietest.
Die Cortisonspritze hat ja mal GAR NICHTS gebracht....
Der Allergietest war positiv.
Mein heißgeliebtes Pferdli ist allergisch gegen:
Bäume, Gräser, Kräuter, Getreide, Schimmelpilz........
Ich habe bestimmt etwas vergessen, aber ist auch völlig egal, weil sie gegen
alles allergisch ist, was ein Pferd so frisst und womit es normalerweise in Berührung
kommt.
Also desensibilisiere ich sie jetzt seit 1,5 Jahren.
Das viele Geld hätte ich mir auch sparen können, hat nämlich gar nichts
gebracht.
Was wir nicht alles versucht haben und was das alles natürlich auch gekostet
hat.
Akkupunktur und Akkupressur, Magnetfeld-Therapie, Osteopath, Engystol Spritzen,
hömopathische Mittel: z.B. Schlangengift gegen Angst bei Regen, etwas gegen den
Juckreiz an den Augen ( da sie sich die immer so doll kratzt bei Regen ), ich
meine da war noch das eine oder andere Medikament, ich hab es wohl verdrängt.
Cortisonsalbe gegen die juckenden Augen, Nose-Cover für die Wiese und fürs
Reiten, falls wir beim Ausritt mal vom Regen überrascht werden......
Ich habe eine Zeit auch die Box und das Heu mit so komischen lebenden Bakterien
eingesprüht....
Hat aber auch nichts gebracht.
Mein normaler TA kannte dieses Phänomen übrigens.
Er sagte, in England hätte er 2-3 Regen-HS erlebt, aber hier in Deutschland
auch noch nicht.
Jeden TA, der unseren Stall betrat, überfiel ich und erzählte unsere
Geschichte und fragte nach Rat und Hilfe, aber niemand wusste irgendetwas.
Da wir jetzt August 2006 haben, könnt ihr euch denken, dass wir uns ein
BISSCHEN damit arrangiert hatten.
Sobald es nach Regen aussah, gingen wir nicht mehr auf dem Platz, sondern nur
noch in der Halle reiten und ausreiten natürlich nur bei bestem, trockenen
Wetter.
Eines traurigen Tages, ich rannte wie üblich zum 100sten Male vor die Tür um
zu gucken, ob es auch nicht regnen würde ( ich wollte ausreiten ), als eine
Mitreiterin sich darüber köstlich amüsierte und blöde, beleidigende Sprüche
machte.
Ich versuchte sie über den Grund zu informieren, aber irgendwie kapierte sie
das nicht und lachte weiter.
Ich war so geschockt und traurig darüber, immerhin leidet so ein Tier ganz schön
darunter und ich meine, dass das also gar nicht lustig ist, und rannte zur
Toilette und heulte erst mal Rotz und Wasser.
Was nett war, eine andere hatte es mitbekommen und wartete vor der WC-Tür um
mich zu trösten.
Einmal passierte es dann doch, dass wir im Wald vom Regen überrascht wurden.
Das war ja sooo schrecklich. Innerhalb von einer Sekunde hatte ich kein Pferd
mehr vor mir.
Ich bin dann in Panik sofort runter gesprungen, da sie ja auch noch mit dem Kopf
um sich schlug und versuchte mir die Zügel aus der Hand zu reißen.
Ich weiß nicht, ob man sich sowas vorstellen kann.
Ich war kaum in der Lage das Tier zu führen, da sie nur versuchte ihren Kopf in
mir zu verstecken.
Es war die reinste Katastrophe.
Endlich fand die erste Reiterin, beide waren auch abgestiegen und liefen
heroisch mit uns durch die Matsche und den Regen, eine geschützte Stelle im
Wald, wo wir uns unterstellen konnten.
Dort war es wie immer, sobald Curly aus dem Regen war, sie war ganz ruhig und
normal...niedlich eben...
Als es aufhörte zu regnen, konnten wir dann auch ganz normal nach Hause reiten.
Das Schlimmste war, dass es Curlylein total schlecht auf dem Auslauf im Winter
ging.
So lange es etwas Gras gab, konnte sie ihre Nase darin vergraben und dann ging
es.
ABER im Winter gibt es kein Gras und da hatte sie ein Problem.
Ich war so unglücklich und wusste nicht was ich tun sollte.
Dann fragte ich den Bauern, ob er sie, wenn es morgens schon regnet nicht
drinlassen könnte.
Aber nur bei Regen.....
Kein Problem....
Das Problem war, dass mein Herden- und Lauftier nur noch drin stand, weil es ja
nach Regen aussah.
Ich bin damals tief in mich gegangen und habe mein Bäuchlein um Rat gefragt und
kam dann zu der Entscheidung, das Tier muss raus.
Es gibt meiner Ansicht nach nichts Schlimmeres als ein "gesundes"
Pferd in der Box.
Ob meine Entscheidung richtig war, weiß ich nicht, aber sie machte auf mich
keinen völlig verstörten oder unglücklichen Eindruck.
Sobald sie im Trockenen war, verhielt sie sich auch ganz normal, sie hat nie
noch nachgelitten, wisst ihr wie ich das meine???
Ja und dann hörte ich das Gespräch der anderen Einstallerin und gab meinem
Hottili MAGNESIUM.........
Das habe ich aber, glaube ich, schon berichtet, nicht wahr?!?
So, jetzt kennt ihr diese Geschichte auch.
Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges dabei vergessen und vielleicht hilft es dem
einen oder anderem Pferd, wenn sowas sich rumspricht.